
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Stefan Ferber (l.), Leiter des Amtes für Umwelt und Verbraucherschutz, haben die Weiterentwicklungen der “Stadtsauberkeitsoffensive 2026: Fokus auf die Stadtteile” vorgestellt. Dabei war auch Svenja Kruse-Glitza, 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lasse Rotthoff
Die Landeshauptstadt Düsseldorf baut ihre Sauberkeitsoffensive weiter aus. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller stellte gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz, Stefan Ferber, am Freitag auf dem Quartiersplatz an der Westfalenstraße in Rath die neuesten Maßnahmen vor. Unter dem Motto “Stadtsauberkeitsoffensive 2026: Fokus auf die Stadtteile” sollen künftig vor allem die Quartiere von einem gepflegteren Erscheinungsbild profitieren.
Im Zentrum der Neuerungen steht der Austausch von Abfallbehältern. Rund 50 grüne Hängebehälter an Stadtteilzentren und Rheinbahn-Haltestellen wurden bereits durch neue graue Modelle ersetzt, die mit Aufklebern wie “Aschenbecher inklusive” auf das Problem achtlos weggeworfener Zigarettenkippen aufmerksam machen. Parallel dazu läuft seit Juli der großflächige Austausch von Hängebehältern mit 50 Liter Fassungsvermögen gegen größere Modelle mit 63 Litern – ein Programm, das alle 50 Düsseldorfer Stadtteile erreichen soll.
Auch bei der Technik tut sich einiges: Der handgeführte Müllsauger “Glutton”, der seit 2022 im Einsatz ist, bekommt Verstärkung durch ein zweites Gerät. Beide Sauger wechseln sich künftig im vierzehntägigen Rhythmus in den Stadtteilzentren aller zehn Bezirke ab und entfernen dort Kleinstabfälle wie Kippen und Kronkorken. Neu sind zudem sogenannte Pizzadeckel: 60 Abfallbehälter in allen zehn Stadtbezirken wurden mit speziellen Einwurfklappen für Pizzakartons ausgestattet, da diese oft nicht richtig gefaltet werden und Öffnungen blockieren. Allein in Rath wurden fünf solcher Behälter montiert.
Auch das Grün der Stadt bekommt mehr Aufmerksamkeit: Der Dienstleister AWISTA Kommunal GmbH hat seine Kapazitäten für die Wildkrautentfernung seit Jahresbeginn um 20 Prozent erhöht. Ganz verhindern lässt sich der Bewuchs bei wechselhaftem Wetter zwar nicht, doch die Stadt will die Pflege der Flächen damit spürbar verbessern.
Neben den technischen und infrastrukturellen Maßnahmen setzt die Stadt weiterhin auf Aufklärung und Kontrolle. Promotionteams sind auch in diesem Sommer am Rheinufer, in Parks und an belebten Haltestellen unterwegs, informieren über die richtige Mülltrennung und verteilen bei Bedarf Taschenascher. Rund 7.400 öffentliche Abfallbehälter verfügen bereits über eine Aschervorrichtung, dennoch bleibt das achtlose Wegwerfen von Kippen ein verbreitetes Problem, das mit einem Verwarngeld von mindestens 50 Euro geahndet werden kann.
Verstärkt im Einsatz sind auch die sogenannten Mülldetektive: Das 16-köpfige Ermittlungsteam führte im vergangenen Jahr 5.602 Kontrollen durch – ein Plus von 52 Prozent gegenüber 2024 – und leitete 1.881 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Insgesamt wurden Verwarn- und Bußgelder in Höhe von 196.000 Euro verhängt, was einem Anstieg von rund 19 Prozent entspricht. Hinweise aus der Bevölkerung lassen sich bequem über die App “Düsseldorf bleibt sauber” oder per E‑Mail an die Stadt melden.
Auch das bürgerschaftliche Engagement spielt eine wichtige Rolle. Seit Kurzem ist mit den “Veedelsfegern” nach Berliner Vorbild eine neue Müllsammel-Initiative in Düsseldorf aktiv, die sich über die Plattform www.veedelsfeger.de organisiert. Zu den größten Mitmachaktionen zählt außerdem der bundesweite “RhineCleanUp”-Tag, der in diesem Jahr am 12. September stattfindet. Wer sich dauerhaft engagieren möchte, kann zudem eine kostenfreie Baumpatenschaft übernehmen – mehr als 600 Düsseldorferinnen und Düsseldorfer kümmern sich bereits um Baumscheiben in ihrer Nachbarschaft.
Ein wichtiges Instrument bei der Erfolgskontrolle bleibt die Melde-App “Düsseldorf bleibt sauber”. Die Zahl der Meldungen steigt kontinuierlich: von 21.871 im Jahr 2024 über 26.074 im Jahr 2025 bis zu bereits 16.765 Meldungen im laufenden Jahr bis Ende Juli. Über die App lassen sich Problemzonen gezielt identifizieren – so etwa auf der Immermannstraße, wo wegen des hohen Aufkommens an Einwegverpackungen von Bubble-Tea-Getränken zusätzliche Behälter aufgestellt wurden.
Für 2027 kündigt die Stadt bereits weitere Schritte an: Bis zu 50 zusätzliche Solarpressbehälter sollen an stark frequentierten Standorten aufgestellt werden und die bestehenden zwölf Behälter ergänzen, die seit 2024 vor allem in der Alt- und Innenstadt im Einsatz sind. Dank ihrer Presstechnik fassen die Solarbehälter deutlich mehr Müll als herkömmliche Modelle und können mehrere von ihnen ersetzen.
Weitere Informationen zur Stadtsauberkeit sowie Kontaktmöglichkeiten für ehrenamtliche Sammelaktionen gibt es unter www.duesseldorf.de/stadtsauberkeit.