Ministerpräsident Wüst und Lothar Hörning © Lokalbüro
Ministerpräsident Wüst und Anja Weber © Lokalbüro
Ministerpräsident Wüst und Monika Ferres © Lokalbüro
Ministerpräsident Wüst und Franz Müntefering © Lokalbüro

Anläss­lich des 80. Geburts­tags von Nord­rhein-West­fa­len hat Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst am Mon­tag den Ver­dienst­or­den des Lan­des an 16 Per­sön­lich­kei­ten ver­lie­hen. Die Fei­er­stunde fand in der Staats­kanz­lei in Düs­sel­dorf statt. Mit der höchs­ten Aus­zeich­nung des Lan­des wür­digt die Lan­des­re­gie­rung tra­di­tio­nell beson­de­res Enga­ge­ment für das Gemein­wohl. „Nord­rhein-West­fa­len lebt seit 80 Jah­ren vom Mit­ein­an­der und der Soli­da­ri­tät der Men­schen”, sagte Wüst bei der Ver­lei­hung und dankte den Geehr­ten für ihren Ein­satz in einer, wie er es nannte, pola­ri­sier­ten Zeit.

Musi­ka­lisch beglei­tet wurde die Zere­mo­nie von Stu­die­ren­den der Robert-Schu­mann-Hoch­schule Düs­sel­dorf: Das Saxo­phon-Duo Lumi­nanz mit Nata­liia Tsy­m­a­li­ova und Laura Sauer umrahmte den Abend mit dem Con­cer­tino Nr. 2 für zwei Oboen von Franz Wil­helm Fer­ling sowie den Stü­cken „Flatt” von Rob Buck­land und „Wal­zer Nr. 2″ von Otmar Schoeff­ler, die zwi­schen den bei­den Tei­len der Ordens­über­gabe erklangen.

Unter den Aus­ge­zeich­ne­ten sind gleich zwei Düs­sel­dor­fer, die vor allem im Kar­ne­val und in der Lan­des­po­li­tik ihre Spu­ren hin­ter­las­sen haben.

Lothar Hör­ning gehört zu den bekann­tes­ten Gesich­tern des Düs­sel­dor­fer Kar­ne­vals. Im Jahr 2000 grün­dete er mit Mit­strei­tern die KG Regen­bo­gen e.V., die sich mitt­ler­weile zu einem der größ­ten schwul-les­bi­schen Kar­ne­vals­ver­eine Deutsch­lands ent­wi­ckelt hat. In der Ses­sion 2008/2009 zog er als ers­ter offen homo­se­xu­el­ler Kar­ne­vals­prinz Düs­sel­dorfs Geschichte. Spä­ter über­nahm er als Prä­si­dent der Prin­zen­garde Blau-Weiss Ver­ant­wor­tung, belebte Tra­di­tio­nen wie die Herbst­jagd und das Kö-Trei­ben wie­der und wurde 2024 zum Prä­si­den­ten des Comi­tee Düs­sel­dor­fer Car­ne­val gewählt. Neben dem Brauch­tum liegt ihm das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment am Her­zen: Mit dem „Tunte Lauf” sam­melt er Spen­den für die Düs­sel­dor­fer Aids­hilfe, außer­dem unter­stützt er das Pro­jekt „Was­ser für Afrika”.

Auch Anja Weber aus Düs­sel­dorf zählt zu den Geehr­ten. Als erste Frau an der Spitze des Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des Nord­rhein-West­fa­len prägte sie von 2017 bis Anfang die­ses Jah­res die gewerk­schaft­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung im Land. Ihren Weg begann die gebür­tige Dort­mun­de­rin wäh­rend des Stu­di­ums in Mar­burg, bevor sie über Sta­tio­nen in Ber­lin und Ham­burg zur Gewerk­schafts­se­kre­tä­rin in Nord­rhein-West­fa­len und spä­ter zur Lan­des­schlich­te­rin beru­fen wurde. Als DGB-Vor­sit­zende setzte sie sich beson­ders für Mit­be­stim­mung, ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment und mehr Frauen in Füh­rungs­po­si­tio­nen ein und suchte den Schul­ter­schluss mit Par­teien, Kir­chen und Wohlfahrtsverbänden.

Eben­falls aus­führ­li­cher gewür­digt wurde Vero­nica Fer­res. Die Schau­spie­le­rin prägte mit Fil­men wie „Schtonk!”, „Das Super­weib” und „Ros­sini” das deut­sche Kino der 1990er-Jahre und blieb auch als Pro­du­zen­tin ihrer nord­rhein-west­fä­li­schen Hei­mat ver­bun­den. Seit vie­len Jah­ren enga­giert sie sich als Schirm­her­rin der Arche Kin­der­stif­tung und des Ber­gi­schen Kin­der- und Jugend­hos­pi­zes Burg­holz für benach­tei­ligte und schwer­kranke Kin­der, zudem setzt sie sich als Buch­au­to­rin für den Schutz von Kin­dern ein.

Eine beson­dere Wür­di­gung erhielt auch Franz Mün­te­fe­ring. Seit sechs Jahr­zehn­ten prägt er die Poli­tik in Nord­rhein-West­fa­len und Deutsch­land – als SPD-Gene­ral­se­kre­tär, Par­tei­vor­sit­zen­der, Bun­des­mi­nis­ter und Vize­kanz­ler. Nach sei­nem Aus­schei­den aus der akti­ven Poli­tik setzte er sich als Vor­sit­zen­der der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Senio­ren­or­ga­ni­sa­tio­nen für die Inter­es­sen älte­rer Men­schen ein und enga­gierte sich als Prä­si­dent des Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bun­des unter ande­rem für woh­nungs­lose Men­schen und als Schirm­herr des „Wün­sche­wa­gens”.

Mit dem Ver­dienst­or­den aus­ge­zeich­net wur­den außer­dem Mag­da­lene (Lena) Arndt aus Pader­born, Monika Bartsch aus Mön­chen­glad­bach, Bern­hard Conin aus Köln, Monika Düker aus Düs­sel­dorf, Albert Ger­ding aus Hal­tern am See, Dr. Phil­ipp Frei­herr Hee­re­man aus Hörs­tel, Arndt G. Kirch­hoff aus Atten­dorn, Ralf König aus Köln, Tho­mas Kut­schaty aus Essen, Nor­bert Mering aus Essen, Susanne Saage aus Nie­heim sowie Pro­fes­sor Dr. Dr. Tho­mas Sternberg.

Der Ver­dienst­or­den des Lan­des wurde 1986 anläss­lich des 40. Geburts­tags von Nord­rhein-West­fa­len gestif­tet und gilt als eine der höchs­ten Aus­zeich­nun­gen, die das Land vergibt.