CHANCE Festival 2026 © Anne Orthen

CHANCE Fes­ti­val 2026 © Anne Orthen

 

Sechste Aus­gabe ver­bin­det fran­ko­phone Pop­mu­sik mit Dis­kus­sio­nen über Demo­kra­tie und Europa

Trotz wech­sel­haf­ten Wet­ters ist der Düs­sel­dor­fer Hof­gar­ten am Sams­tag, 29. August, zum Schau­platz eines der auf­fäl­ligs­ten Som­mer­fes­ti­vals der Stadt gewor­den. Von 14 Uhr bis Mit­ter­nacht ver­wan­delte sich das Areal rund um den Musik­pa­vil­lon und das Thea­ter­mu­seum in eine Bühne für fran­ko­phone Pop­kul­tur, gesell­schaft­li­che Debat­ten und euro­päi­sche Begeg­nung. Meh­rere Tau­send Men­schen kamen zur sechs­ten Aus­gabe des CHANCE Fes­ti­vals, das bei freiem Ein­tritt Musik und poli­ti­schen Dis­kurs eng mit­ein­an­der ver­zahnte. Zwi­schen­zeit­li­cher Regen konnte der Stim­mung wenig anha­ben: Das Publi­kum suchte kurz Schutz unter den alten Bäu­men des Parks und kehrte anschlie­ßend zurück auf die Wie­sen vor der Bühne.

Musik ohne Grenzen
Musi­ka­lisch setzte das Fes­ti­val in die­sem Jahr auf eine breite Mischung aus der fran­ko­pho­nen Welt. Von bel­gi­schem Hip-Hop über Indie-Pop und Rock bis zu elek­tro­ni­schen Klän­gen mit Ein­flüs­sen aus Syrien, Ana­to­lien und dem Maghreb reichte das Spek­trum der soge­nann­ten Scène Pop. Auf der Bühne stan­den unter ande­rem PEET, Mau­vaise Bou­che, Copy­cat, Asfar Shamsi sowie Olkan et la Vipère Rouge. Über sie­ben Zeit­fens­ter ver­teilt, von frü­hem Nach­mit­tag bis Mit­ter­nacht, wech­sel­ten sich die Künst­ler ab und sorg­ten dafür, dass vor der Bühne durch­ge­hend getanzt wurde. Sprach­li­che Bar­rie­ren spiel­ten dabei kaum eine Rolle – die Viel­falt der Klänge machte deut­lich, wie wenig sich zeit­ge­nös­si­sche fran­ko­phone Musik heute an klas­si­schen Gen­re­gren­zen orientiert.

Debat­ten auf der Scène en Dialogue
Nur wenige Schritte von der Musik ent­fernt bil­dete das Thea­ter­mu­seum den Rah­men für die soge­nannte Scène en Dia­lo­gue. Dort stan­den in meh­re­ren Panels Fra­gen zu Demo­kra­tie, Medien und gesell­schaft­li­chem Zusam­men­halt im Mit­tel­punkt, etwa zum Ein­fluss von Mani­pu­la­tion und trans­na­tio­na­len Netz­wer­ken, zur Rolle kul­tu­rel­ler Räume zwi­schen Frei­heit und poli­ti­schem Druck sowie zur Frage, wie Sport gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt stär­ken kann. Wer für ein Kon­zert in den Hof­gar­ten gekom­men war, blieb häu­fig auch für eine Dis­kus­sion – und umge­kehrt. Work­shops und offene Mit­mach­for­mate run­de­ten das Pro­gramm ab und boten zusätz­li­che Gele­gen­hei­ten zum Austausch.

Bar­rie­re­frei und nach­hal­tig konzipiert
Das Fes­ti­val legte in die­sem Jahr erneut Wert auf Zugäng­lich­keit: Hör­schlei­fen, ein Roll­stuhl­po­dest sowie bar­rie­re­freie Sani­tär­an­la­gen soll­ten den Besuch mög­lichst vie­len Men­schen ermög­li­chen. Auch Nach­hal­tig­keit blieb fes­ter Bestand­teil des Kon­zepts. Ergänzt wurde das Pro­gramm durch fran­zö­si­sche und regio­nale Gas­tro­no­mie sowie zahl­rei­che Info­stände. Die Koope­ra­tion mit dem Thea­ter­mu­seum Düs­sel­dorf erwies sich dabei erneut als stim­mige Ver­bin­dung zwi­schen Museum und öffent­li­chem Raum.

Aus­zeich­nung durch das Land NRW
Für ihr Enga­ge­ment wur­den die Ver­an­stal­ter Serge & Nina in die­sem Jahr von der Lan­des­re­gie­rung Nord­rhein-West­fa­len in der Kate­go­rie „Euro­pa­ak­tive Zivil­ge­sell­schaft” aus­ge­zeich­net. Die gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tion setzt sich seit Jah­ren dafür ein, mit Musik als Tür­öff­ner Räume für gesell­schaft­li­chen Aus­tausch zu schaf­fen. Als Unter­zeich­ne­rin der Key­ch­ange-Kon­ven­tion der Euro­päi­schen Kom­mis­sion enga­giert sie sich zudem für die Gleich­stel­lung der Geschlech­ter in der Musik­in­dus­trie. Unter­stützt wird das CHANCE Fes­ti­val unter ande­rem vom Deutsch-Fran­zö­si­schen Bür­ger­fonds, der deutsch-fran­zö­si­sche Pro­jekte för­dert, die Begeg­nun­gen über Gene­ra­tio­nen und Gren­zen hin­weg ermöglichen.

Mit sei­ner sechs­ten Aus­gabe hat das CHANCE Fes­ti­val erneut gezeigt, dass sich Pop­kul­tur und poli­ti­scher Dis­kurs im Hof­gar­ten mühe­los ver­bin­den las­sen – und dass sich euro­päi­scher Aus­tausch nicht in Insti­tu­tio­nen erschöpft, son­dern dort ent­steht, wo Men­schen tat­säch­lich zusammenkommen.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Fes­ti­val gibt es unter chance-festival.com.