
Archivbild 2025 Gourmet-Renntag auf der Galopprennbahn Düsseldorf © LB / Olaf Oidtmann
Die Düsseldorfer Pferdesportfreunde müssen sich erneut in Geduld üben: Nach dem bereits ausgefallenen Renntag am 23. August kann auch die für den 13. September geplante Veranstaltung nicht stattfinden. Grund sind Schäden am Geläuf, die Mitte August durch Wildschweine verursacht wurden und trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten bislang nicht vollständig behoben werden konnten.
Rennbahnprüfungskommission entscheidet einstimmig
Die Entscheidung fiel nach einer gemeinsamen Begehung der Rennbahnprüfungskommission mit Vertretern von Jockeys, Trainern und dem Rennverein. Trotz intensiver Bemühungen ließ sich der Untergrund nicht rechtzeitig in einen Zustand versetzen, der ein sicheres Rennen ermöglicht hätte. Dirk Hartung, Leiter der Prüfungskommission, erklärte, dass unmittelbar nach dem Schaden eine neue Tragschicht aus Sand, Mutterboden, hochwertigem Saatgut und Dünger aufgebracht und mehrfach verdichtet worden sei. Das wechselhafte Wetter der vergangenen Wochen habe jedoch verhindert, dass sich Unterboden und neue Grasnarbe ausreichend verbinden konnten.
Auch aus Sicht der Aktiven war die Entscheidung nachvollziehbar. Jockeysprecherin Sibylle Vogt lobte die vor Ort geleistete Arbeit als beeindruckend, machte aber deutlich, dass die notwendige Festigkeit des Bodens für einen sicheren Rennbetrieb noch fehle. Trainer Marcel Weiß betonte, dass die Sicherheit von Pferd und Reiter oberste Priorität habe und der kurze zeitliche Vorlauf schlicht nicht ausgereicht habe, um eine verlässliche Prognose abzugeben. Sascha Wöhler von der Prüfungskommission unterstrich, dass die Einbindung der Aktiven bei der einstimmig getroffenen Entscheidung besonders wichtig gewesen sei.
Wirtschaftlicher Einschnitt für den Verein
Für den Deutschen Rennverein bedeutet die zweite Absage in Folge einen weiteren spürbaren finanziellen Verlust. Geschäftsführerin Andrea Höngesberg räumte ein, dass die Entscheidung nicht nur für den Verein selbst, sondern auch für Pferdebesitzer, Sponsoren, Gastronomen und zahlreiche Besucher enttäuschend sei. Bereits verkaufte Tickets für den 13. September werden vollständig erstattet. Der Blick richte sich nun nach vorn: Zum Saisonabschluss am 4. Oktober soll wieder attraktiver Galopprennsport unter gewohnt guten Bedingungen in Düsseldorf geboten werden.
Rennen wandern nach Köln und Dortmund
Damit die beiden wichtigsten Rennen des Tages dennoch stattfinden können, übernehmen andere nordrhein-westfälische Rennbahnen kurzfristig die Austragung. Das BBAG Auktionsrennen findet bereits am Freitag, 11. September, in Köln statt, der Ausgleich I folgt am 20. September in Dortmund. Deutscher-Galopp-Geschäftsführer Daniel Krüger machte deutlich, dass eine komplette Verlegung des Düsseldorfer Renntags angesichts des bereits dicht gefüllten bundesweiten Rennkalenders wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen wäre – allein am selben Wochenende gebe es mit Köln, Magdeburg und München bereits reichlich Angebot. Umso größer sei die Freude, dass beide Rennen in Köln und Dortmund untergebracht werden konnten.
Saisonfinale am 4. Oktober im Fokus
Der Gourmet-Renntag zählte in den vergangenen Jahren zu den Publikumsmagneten auf der Rennbahn Düsseldorf und war 2024 sowie 2025 jeweils der zweitbestbesuchte Renntag der Saison nach dem Henkel-Preis der Diana. Umso mehr konzentrieren sich die Verantwortlichen nun auf den 4. Oktober: An diesem Tag soll neben dem eigentlichen Renntag der Landeshauptstadt Düsseldorf auch das große Sparkassen-Familienprogramm mit Aktions- und Jahrmarktständen nachgeholt werden, ebenso der ursprünglich für den 23. August vorgesehene Sparkassen-Familiencup. Bereits verteilte Freikarten der Stadtsparkasse Düsseldorf behalten dabei ihre Gültigkeit. Der Saisonabschluss soll so zu einem besonderen Tag für die gesamte Düsseldorfer Rennsportfamilie werden – mit Galopprennsport, Familienprogramm und einem gemeinsamen Abschied von einer herausfordernden Saison.