Kaum eine Stadt lebt so sichtbar mit ihrem Fluss wie Düsseldorf – und das zeigte sich auch beim diesjährigen RhineCleanUp wieder. Bei nebligem Wetter, durch das der Rheinturm nur schemenhaft zu erkennen war, waren rund 6000 Freiwillige zwischen Wittlaer und Benrath unterwegs, verteilt auf mehr als 30 Gruppen aus dem gesamten Stadtgebiet. Am Ende kamen 30 Tonnen Müll zusammen, vorwiegend Plastik und Glas – exakt so viel wie im Vorjahr.
Ausgangspunkt der Aktion waren die Rheinwiesen in Oberkassel, unweit der Oberkasseler Brücke. Dort verteilte das RhineCleanUp-Team Handschuhe, Müllsäcke und Greifzangen an alle, die spontan mitmachen wollten. Besonders ins Auge fiel, wie viele Familien mit Kindern dabei waren: Schon die Kleinsten zogen mit eigenen Greifern über die Wiesen, während die Eltern die vollen Säcke trugen. Im Düsseldorfer Norden brachte der RCU Kaiserswerth mehrere Nachbarschaftsinitiativen zusammen, an der Kniebrücke war ein Team rund um die Initiative Blockblocks im Einsatz, in Lörick beteiligte sich der örtliche Motor-Yacht-Club, und im Süden der Stadt durchkämmte eine Geocacher-Gruppe die Ufer bei Benrath. Im Medienhafen lud RCU-Botschafterin Anna Hiltrop gemeinsam mit dem Energieversorger naturstrom zu einer eigenen Aktion, an die sich später ein Gespräch über Nachhaltigkeit anschloss.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gab gemeinsam mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer auf den Rheinwiesen das offizielle Startsignal. „Der RhineCleanUp hat auch in diesem Jahr wieder gezeigt, wie groß das Engagement für einen sauberen Rhein in Düsseldorf ist“, sagte Keller. Er danke allen, die am 12. September mit angepackt und damit Verantwortung für die Stadt und die Umwelt übernommen hätten: „Ihr Einsatz leistet einen wichtigen Beitrag für ein sauberes und lebenswertes Düsseldorf.“ RhineCleanUp-Initiator Joachim Umbach, der mit rotem Basecap und blauer Weste selbst mit anpackte, zeigte sich von der Resonanz begeistert: „Düsseldorf ist eine CleanUp-Hochburg. Das wurde wieder einmal bewiesen.“
Bundesweit beteiligten sich rund 40.000 Menschen am Rhein und an 30 weiteren Flüssen – vom Teenager bis zum Rentner. Der Veranstalter meldet eine vorläufige Gesamtmenge von 250 Tonnen Müll. Da einige Gruppen erst in der kommenden Woche aktiv werden, rechnet Umbach mit einem Endergebnis von deutlich über 300 Tonnen.
Warum die Aktion wichtiger denn je ist
Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Tübingen hatten zuvor herausgefunden, dass über den Rhein weit mehr Müll in Richtung Nordsee gelangt als bisher angenommen. Wie sichtbar das Problem geworden ist, ließ sich am Düsseldorfer Ufer gut erkennen: Wegen des anhaltenden Niedrigwassers lag streckenweise nacktes Kiesbett frei, das normalerweise unter Wasser liegt. Erstmals kamen dabei Flächen zum Vorschein, die vier Jahrzehnte lang überflutet gewesen waren. RhineCleanUp hatte die Gruppen vorab gebeten, dort besonders vorsichtig vorzugehen – eine Warnung, die sich als berechtigt erwies. In Köln entdeckten Helfer der Organisation K.R.A.K.E. eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg und informierten umgehend die Behörden. Auch entlang des Düsseldorfer Ufers kamen wegen des Niedrigwassers etliche große und schwere Gegenstände zum Vorschein, die die Freiwilligen gar nicht mehr aus eigener Kraft bergen konnten. Um sie sollen sich in der kommenden Woche die Kommunen mit schwerem Gerät kümmern.
Starke Partner im Hintergrund
Hauptförderer des RhineCleanUp ist seit der Gründung 2018 die Deutsche Postcode Lotterie. Ihr Team war in leuchtend roten Jacken unübersehbar auf den Düsseldorfer Rheinwiesen unterwegs und stattete die teilnehmenden Gruppen mit Werbe- und Sammelmaterial aus. Pressesprecher Dominic McVey freute sich, dass erneut Tausende Freiwillige die Rheinufer vom Müll befreit hätten – darunter wie immer auch das eigene Team der Lotterie. Der Energieversorger naturstrom unterstützte die Aktion in diesem Jahr zusätzlich mit Holzgreifern für Kinder und Erwachsene. Um die fachgerechte Entsorgung des gesammelten Abfalls kümmerte sich in Düsseldorf wie gewohnt AWISTA KOMMUNAL im Auftrag der Stadt – die orangefarbenen Fahrzeuge des Entsorgers waren am Nachmittag auf den Rheinwiesen im Einsatz, um die vollen Säcke einzusammeln.
Wer sich künftig an weiteren Aktionen entlang von Rhein und Düssel beteiligen möchte, findet Termine und Treffpunkte unter rhinecleanup.org.
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