NRW-Umweltminister Oliver Krischer © LB / Olaf Oidtmann
Pünktlich um 10 Uhr wurde gestartet: NRW-Umweltminister Oliver Krischer, Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und RCU-Initiator Joachim Umbach © LB / Olaf Oidtmann
Viele Gruppen beteiligten sich an der Aktion © LB / Olaf Oidtmann

Kaum eine Stadt lebt so sicht­bar mit ihrem Fluss wie Düs­sel­dorf – und das zeigte sich auch beim dies­jäh­ri­gen Rhi­ne­Cle­a­nUp wie­der. Bei neb­li­gem Wet­ter, durch das der Rhein­turm nur sche­men­haft zu erken­nen war, waren rund 6000 Frei­wil­lige zwi­schen Witt­laer und Ben­rath unter­wegs, ver­teilt auf mehr als 30 Grup­pen aus dem gesam­ten Stadt­ge­biet. Am Ende kamen 30 Ton­nen Müll zusam­men, vor­wie­gend Plas­tik und Glas – exakt so viel wie im Vorjahr.

Aus­gangs­punkt der Aktion waren die Rhein­wie­sen in Ober­kas­sel, unweit der Ober­kas­se­ler Brü­cke. Dort ver­teilte das Rhi­ne­Cle­a­nUp-Team Hand­schuhe, Müll­sä­cke und Greif­zan­gen an alle, die spon­tan mit­ma­chen woll­ten. Beson­ders ins Auge fiel, wie viele Fami­lien mit Kin­dern dabei waren: Schon die Kleins­ten zogen mit eige­nen Grei­fern über die Wie­sen, wäh­rend die Eltern die vol­len Säcke tru­gen. Im Düs­sel­dor­fer Nor­den brachte der RCU Kai­sers­werth meh­rere Nach­bar­schafts­in­itia­ti­ven zusam­men, an der Knie­brü­cke war ein Team rund um die Initia­tive Block­blocks im Ein­satz, in Lörick betei­ligte sich der ört­li­che Motor-Yacht-Club, und im Süden der Stadt durch­kämmte eine Geo­cacher-Gruppe die Ufer bei Ben­rath. Im Medi­en­ha­fen lud RCU-Bot­schaf­te­rin Anna Hil­trop gemein­sam mit dem Ener­gie­ver­sor­ger natur­strom zu einer eige­nen Aktion, an die sich spä­ter ein Gespräch über Nach­hal­tig­keit anschloss.

Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler gab gemein­sam mit NRW-Umwelt­mi­nis­ter Oli­ver Kri­scher auf den Rhein­wie­sen das offi­zi­elle Start­si­gnal. „Der Rhi­ne­Cle­a­nUp hat auch in die­sem Jahr wie­der gezeigt, wie groß das Enga­ge­ment für einen sau­be­ren Rhein in Düs­sel­dorf ist“, sagte Kel­ler. Er danke allen, die am 12. Sep­tem­ber mit ange­packt und damit Ver­ant­wor­tung für die Stadt und die Umwelt über­nom­men hät­ten: „Ihr Ein­satz leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag für ein sau­be­res und lebens­wer­tes Düs­sel­dorf.“ Rhi­ne­Cle­a­nUp-Initia­tor Joa­chim Umbach, der mit rotem Base­cap und blauer Weste selbst mit anpackte, zeigte sich von der Reso­nanz begeis­tert: „Düs­sel­dorf ist eine Cle­a­nUp-Hoch­burg. Das wurde wie­der ein­mal bewiesen.“

Bun­des­weit betei­lig­ten sich rund 40.000 Men­schen am Rhein und an 30 wei­te­ren Flüs­sen – vom Teen­ager bis zum Rent­ner. Der Ver­an­stal­ter mel­det eine vor­läu­fige Gesamt­menge von 250 Ton­nen Müll. Da einige Grup­pen erst in der kom­men­den Woche aktiv wer­den, rech­net Umbach mit einem End­ergeb­nis von deut­lich über 300 Tonnen.

Warum die Aktion wich­ti­ger denn je ist
Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tä­ten Bonn und Tübin­gen hat­ten zuvor her­aus­ge­fun­den, dass über den Rhein weit mehr Müll in Rich­tung Nord­see gelangt als bis­her ange­nom­men. Wie sicht­bar das Pro­blem gewor­den ist, ließ sich am Düs­sel­dor­fer Ufer gut erken­nen: Wegen des anhal­ten­den Nied­rig­was­sers lag stre­cken­weise nack­tes Kies­bett frei, das nor­ma­ler­weise unter Was­ser liegt. Erst­mals kamen dabei Flä­chen zum Vor­schein, die vier Jahr­zehnte lang über­flu­tet gewe­sen waren. Rhi­ne­Cle­a­nUp hatte die Grup­pen vorab gebe­ten, dort beson­ders vor­sich­tig vor­zu­ge­hen – eine War­nung, die sich als berech­tigt erwies. In Köln ent­deck­ten Hel­fer der Orga­ni­sa­tion K.R.A.K.E. eine Gra­nate aus dem Zwei­ten Welt­krieg und infor­mier­ten umge­hend die Behör­den. Auch ent­lang des Düs­sel­dor­fer Ufers kamen wegen des Nied­rig­was­sers etli­che große und schwere Gegen­stände zum Vor­schein, die die Frei­wil­li­gen gar nicht mehr aus eige­ner Kraft ber­gen konn­ten. Um sie sol­len sich in der kom­men­den Woche die Kom­mu­nen mit schwe­rem Gerät kümmern.

Starke Part­ner im Hin­ter­grund
Haupt­för­de­rer des Rhi­ne­Cle­a­nUp ist seit der Grün­dung 2018 die Deut­sche Post­code Lot­te­rie. Ihr Team war in leuch­tend roten Jacken unüber­seh­bar auf den Düs­sel­dor­fer Rhein­wie­sen unter­wegs und stat­tete die teil­neh­men­den Grup­pen mit Werbe- und Sam­mel­ma­te­rial aus. Pres­se­spre­cher Domi­nic McVey freute sich, dass erneut Tau­sende Frei­wil­lige die Rhein­ufer vom Müll befreit hät­ten – dar­un­ter wie immer auch das eigene Team der Lot­te­rie. Der Ener­gie­ver­sor­ger natur­strom unter­stützte die Aktion in die­sem Jahr zusätz­lich mit Holz­grei­fern für Kin­der und Erwach­sene. Um die fach­ge­rechte Ent­sor­gung des gesam­mel­ten Abfalls küm­merte sich in Düs­sel­dorf wie gewohnt AWISTA KOMMUNAL im Auf­trag der Stadt – die oran­ge­far­be­nen Fahr­zeuge des Ent­sor­gers waren am Nach­mit­tag auf den Rhein­wie­sen im Ein­satz, um die vol­len Säcke einzusammeln.

Wer sich künf­tig an wei­te­ren Aktio­nen ent­lang von Rhein und Düs­sel betei­li­gen möchte, fin­det Ter­mine und Treff­punkte unter rhinecleanup.org.

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