Demogeschehen in Düsseldorf © Lokalbüro

Demo­ge­sche­hen in Düs­sel­dorf © Lokalbüro

 

Am Sams­tag, 12. Sep­tem­ber, sind in Düs­sel­dorf zehn­tau­sende Men­schen gegen die AfD und gegen Rechts­extre­mis­mus auf die Straße gegan­gen. Unter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ zog ein brei­tes Bünd­nis am Mit­tag durch die Innen­stadt. Nach Anga­ben der Poli­zei nah­men bis zum Nach­mit­tag rund 20.000 Men­schen teil – deut­lich mehr, als die Ver­an­stal­ter selbst erwar­tet hat­ten. Am spä­ten Nach­mit­tag läuft im Rhein­park Golz­heim noch die Abschlusskundgebung.

Bünd­nis mobi­li­sierte seit Tagen
Auf­ge­ru­fen zu der Demons­tra­tion hat­ten die Initia­tive „Düs­sel­dorf stellt sich quer“, der „Düs­sel­dor­fer Appell“ sowie die lan­des­weite Kam­pa­gne „Prüf! NRW“. Letz­tere ver­an­stal­tet seit Jah­res­be­ginn an jedem zwei­ten Sams­tag im Monat eine Kund­ge­bung in Düs­sel­dorf, zu der im Schnitt rund 2.000 Men­schen kom­men. Für den 12. Sep­tem­ber hat­ten die Orga­ni­sa­to­ren bei der Poli­zei 10.000 Teil­neh­mer ange­mel­det – am Ende kam mehr als das Dop­pelte zusam­men. Anlass für den gemein­sa­men Auf­ruf war das starke Abschnei­den der AfD bei der Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt sowie die bevor­ste­hende Wahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern am 20. Sep­tem­ber, bei der die Par­tei in Umfra­gen eben­falls vorn liegt. Aus dem Umland reis­ten Teil­neh­mer eigens an, etwa eine Gruppe aus Solin­gen, die sich zur gemein­sa­men Fahrt nach Düs­sel­dorf ver­ab­re­det hatte.

Zug durch die Innen­stadt zum Rheinpark
Treff­punkt war ab 14 Uhr der Bereich Immer­mann­hof/DGB-Haus an der Fried­rich-Ebert-Straße, nur wenige Geh­mi­nu­ten vom Haupt­bahn­hof ent­fernt. Der Beginn ver­zö­gerte sich, weil aus Rich­tung des Bahn­hofs fort­lau­fend wei­tere Teil­neh­mer nach­rück­ten. An der Spitze des Zuges wurde ein gro­ßes Trans­pa­rent mit der Auf­schrift „Kein Schritt zurück! Gegen AfD & rechte Hetze“ getra­gen. Von der Fried­rich-Ebert-Straße führte der Pro­test­zug über die Stein­straße zur Königs­al­lee und wei­ter über die Hein­rich-Heine-Allee, die Hof­gar­ten­rampe und die Ceci­li­en­al­lee bis zum Rhein­park Golz­heim. Dort läuft aktu­ell die Abschluss­kund­ge­bung mit Rede­bei­trä­gen und Musik. Die Ver­an­stal­ter wer­ten die Demons­tra­tion auch als Soli­da­ri­täts­zei­chen mit Men­schen in Sach­sen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Viel­fäl­tige Teil­neh­mer und Pla­kate ent­lang der Route
Unter den Teil­neh­men­den waren auf­fal­lend viele Grup­pen und Gene­ra­tio­nen ver­tre­ten: Neben jun­gen Men­schen lie­fen etwa die „Omas gegen Rechts“ mit, außer­dem Rad­fah­rer, Fami­lien mit Kin­dern und ein Poli­zei­auf­ge­bot zur Beglei­tung des Zuges. Mit­ge­führt wur­den zahl­rei­che selbst gestal­tete Pla­kate mit Auf­schrif­ten wie „AfD-Ver­bot jetzt“, „Faschis­ten wäh­len Faschis­ten“ oder Anspie­lun­gen auf den Thü­rin­ger AfD-Poli­ti­ker Björn Höcke. Auch eine Dele­ga­tion aus Köln war mit einem eige­nen Ban­ner für ein AfD-Ver­bot ver­tre­ten. Neben den Fah­nen von Par­teien und Gewerk­schaf­ten waren Regen­bo­gen­flag­gen, die Euro­pa­fahne sowie Antifa-Sym­bole zu sehen.

Kri­tik auch an der Bundesregierung
Bei den Rede­bei­trä­gen wird wie­der­holt auf das Ergeb­nis der AfD in Sach­sen-Anhalt ver­wie­sen, wo die Par­tei als klare Sie­ge­rin aus der Wahl her­vor­ge­gan­gen war. Neben der AfD selbst gerät auch Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz (CDU) in die Kri­tik: Ihm wird vor­ge­wor­fen, mit eige­nen Äuße­run­gen – etwa zum soge­nann­ten Stadt­bild – rech­ten Res­sen­ti­ments in die Hände zu spie­len. Die Poli­zei bestä­tigte am Nach­mit­tag, dass die Demons­tra­tion bis dahin ohne Zwi­schen­fälle ver­lau­fen sei.

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