"Farbgewaltig und voller Figuren: eines der Werke von Lucia Astuy in der Ausstellung „Colour, Curiosity & Courage" © Lokalbüro
"Bestens gelaunt: Lucia Astuy bei der Ausstellungseröffnung am Schwanenmarkt." © Lokalbüro

Es war ein Abend, an dem die Farbe zurück­kam in die Alt­stadt – und mit ihr jede Menge gute Laune. Am Sams­tag eröff­nete die Gale­rie Gra­fik, Bild & Kunst am Schwa­nen­markt 6 die erste Ein­zel­aus­stel­lung der spa­ni­schen Künst­le­rin Lucia Astuy in Deutsch­land, und rund 70 Gäste lie­ßen sich das nicht ent­ge­hen. Wer an die­sem Abend durch die Räume schlen­derte, spürte schnell: Hier ging es nicht nur ums Anschauen, son­dern ums Erleben.

Eine Künst­le­rin zum Ver­lie­ben
Astuy, die aus dem nord­spa­ni­schen Avilés stammt und heute in Madrid lebt, hat sich mit ihren leuch­ten­den Bild­wel­ten längst einen Namen gemacht. Ster­nen­him­mel, Regen­bö­gen, kleine Geis­ter und ein mun­te­res Sam­mel­su­rium an Fabel­we­sen mit gro­ßen, stau­nen­den Kul­ler­au­gen bevöl­kern ihre Lein­wände – bunt, ver­spielt und mit einer Prise Street-Art-Atti­tüde, die man ihren Anfän­gen als Comic­zeich­ne­rin durch­aus anmerkt. Rund 30 Comic­bü­cher hat sie in jun­gen Jah­ren bereits ver­öf­fent­licht, bevor sie sich ganz der Male­rei zuwandte. Am Schwa­nen­markt bewies sie nun, dass diese Wur­zeln bis heute nach­wir­ken: Ihre Kunst wirkt wie ein Fens­ter in eine Welt, in der Stau­nen erlaubt und Schwere schlicht nicht vor­ge­se­hen ist. Genau das kam bei den Düs­sel­dor­fern an. Im Künst­ler­ge­spräch erzählte Astuy offen und mit spür­ba­rer Wärme von ihrer Kind­heit, von dem frü­hen Wunsch, Künst­le­rin zu wer­den, und von Eltern, die sie auf die­sem Weg nie im Stich gelas­sen haben. Ein Moment blieb beson­ders in Erin­ne­rung: Als aus dem Publi­kum ein klei­nes Mäd­chen wis­sen wollte, wie einer ihrer gemal­ten Dino­sau­rier eigent­lich heißt, über­ließ Astuy ihr kur­zer­hand die Ent­schei­dung. Der Name steht nun fest – Rüdi­ger. Es war einer die­ser klei­nen, ech­ten Momente, die aus einer Ver­nis­sage einen rich­ti­gen Abend machen. Wie sehr Astuy ihre eigene Kunst mit Humor nimmt, ver­riet schon ihr Out­fit an die­sem Abend: Auf ihrer Kappe stand in gro­ßen Let­tern die Frage „Alles Kunst?!” – ein Augen­zwin­kern, das so gar nicht abge­ho­ben wirkte, son­dern die ent­spannte, herz­li­che Art der Künst­le­rin auf den Punkt brachte.

Pro­mi­nenz und Kauf­lust am Schwa­nen­markt
Unter den Gäs­ten misch­ten sich bekannte Gesich­ter aus Mode, Poli­tik und Geschäfts­welt, was der Eröff­nung zusätz­li­chen Glanz ver­lieh. Beson­ders ange­tan zeig­ten sich meh­rere Kunst­samm­ler, die von Astuys Wer­ken so über­zeugt waren, dass sie noch am sel­ben Abend gleich meh­rere Arbei­ten erwar­ben – ein kla­res Zei­chen dafür, wie schnell die pure Lebens­freude in ihren Bil­dern ver­fängt. Dass die Künst­le­rin auch inter­na­tio­nal längst kein Geheim­tipp mehr ist, zeigt ein Blick auf ihre Vita: Ihre Arbei­ten sind unter ande­rem auf der Kunst­messe ART Madrid ver­tre­ten und haben, wie der Abend am Schwa­nen­markt zeigte, auch in Düs­sel­dor­fer Samm­lun­gen bereits Fuß gefasst.

Wenn die Nacht jung bleibt
Mit dem offi­zi­el­len Teil war der Abend aller­dings längst nicht vor­bei. In der Alt­stadt ging es bei kuba­ni­scher Live-Musik aus­ge­las­sen wei­ter, getanzt wurde bis spät in die Nacht. Am Sonn­tag ließ Astuy ihren Düs­sel­dorf-Besuch gemein­sam mit ihrem Lebens­part­ner gemüt­lich im Brau­haus Schlüs­sel aus­klin­gen – ein rhei­ni­scher Abschluss für eine Künst­le­rin, die der Stadt sicht­lich ans Herz gewach­sen ist. Die Aus­stel­lung “Colour, Curio­sity & Cou­rage” ist noch bis Novem­ber 2026 bei Gra­fik, Bild & Kunst am Schwa­nen­markt 6 zu sehen. Für grö­ßere Grup­pen sind Besich­ti­gungs­ter­mine und Füh­run­gen auf Anfrage mög­lich, Kon­takt über info@grafikbildkunst.de oder auf Insta­gram unter @grafikbildkunst.