NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (l.) bei einer Solidaritätsveranstaltung für die jüdische Gemeinschaft in Düsseldorf. Am 29. Oktober 2026 wird sie mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet.

NRW-Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Mona Neu­baur (l.) bei einer Soli­da­ri­täts­ver­an­stal­tung für die jüdi­sche Gemein­schaft in Düs­sel­dorf. Am 29. Okto­ber 2026 wird sie mit der Josef-Neu­ber­ger-Medaille ausgezeichnet.

 

Die Jüdi­sche Gemeinde Düs­sel­dorf zeich­net in die­sem Jahr die nord­rhein-west­fä­li­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­rin und stell­ver­tre­tende Minis­ter­prä­si­den­tin Mona Neu­baur mit der Josef-Neu­ber­ger-Medaille aus. Die fei­er­li­che Ver­lei­hung fin­det am 29. Okto­ber 2026 um 19 Uhr in der Düs­sel­dor­fer Syn­agoge statt. Im Anschluss lädt der Vor­stand der Gemeinde tra­di­tio­nell zum Jah­res­emp­fang in den Leo-Baeck-Saal.

Mit der Aus­zeich­nung wür­digt die Gemeinde das lang­jäh­rige Enga­ge­ment Neu­baurs für jüdi­sches Leben in Nord­rhein-West­fa­len sowie ihren kon­se­quen­ten Ein­satz gegen Anti­se­mi­tis­mus. Die Poli­ti­ke­rin gilt seit Jah­ren als ver­läss­li­che Ansprech­part­ne­rin für die jüdi­sche Gemein­schaft im Land.

Sicht­ba­res Enga­ge­ment seit dem 7. Oktober
Beson­ders nach dem Ter­ror­an­griff der Hamas auf Israel am 7. Okto­ber 2023 zeigte Neu­baur wie­der­holt Prä­senz: Sie nahm an zahl­rei­chen Gedenk­ver­an­stal­tun­gen teil und setzte sich öffent­lich für die Frei­las­sung der von der Ter­ror­mi­liz fest­ge­hal­te­nen Gei­seln ein. Dabei emp­fing sie auch Ange­hö­rige von Gei­seln zu per­sön­li­chen Gesprä­chen. Mit dem Tra­gen der gel­ben Schleife machte sie zudem ihre Soli­da­ri­tät mit den Betrof­fe­nen und mit Israel sichtbar.

Aus­tausch mit jüdi­schen Ein­rich­tun­gen in Düsseldorf
Auch der direkte Kon­takt zur jüdi­schen Gemein­schaft vor Ort ist der Minis­te­rin ein Anlie­gen. So besuchte sie unter ande­rem die Yitz­hak-Rabin-Schule, das Albert-Ein­stein-Gym­na­sium und das Nelly-Sachs-Haus in Düs­sel­dorf und suchte dort das Gespräch mit Schü­lern, Lehr­kräf­ten und Gemeindemitgliedern.

Klare Hal­tung gegen Antisemitismus
Neu­baur bezog in der Ver­gan­gen­heit auch öffent­lich Posi­tion, wenn jüdi­sches Leben bedroht wurde oder anti­se­mi­ti­sche sowie isra­el­feind­li­che Posi­tio­nen sicht­bar wur­den. So betei­ligte sie sich etwa an einer Demons­tra­tion vor der Düs­sel­dor­fer Kunst­aka­de­mie, die sich gegen den Auf­tritt der isra­el­feind­li­chen Künst­le­rin Basma al-Sha­rif rich­tete – ein Auf­tritt, der im Vor­feld für erheb­li­che öffent­li­che Kri­tik gesorgt hatte.

Vor­stands­vor­sit­zen­der wür­digt „wahre Freun­din” der Gemeinde
Dr. Oded Horo­witz, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Jüdi­schen Gemeinde Düs­sel­dorf, hob den lang­jäh­ri­gen Ein­satz der Poli­ti­ke­rin her­vor. Neu­baur zeige immer wie­der, dass Soli­da­ri­tät nicht bei Wor­ten enden dürfe, son­dern sich in kon­kre­tem Han­deln aus­drü­cken müsse. Sie setze sich mit gro­ßer Über­zeu­gung dafür ein, dass jüdi­sches Leben in Nord­rhein-West­fa­len sicher, sicht­bar und selbst­ver­ständ­lich statt­fin­den könne. Für die Gemeinde sei sie daher nicht nur eine ver­läss­li­che poli­ti­sche Part­ne­rin, son­dern eine echte Freundin.

Lau­da­tio von Michel Friedman
Die Lau­da­tio auf die Preis­trä­ge­rin hält der Publi­zist, Jurist und Phi­lo­soph Prof. Dr. Michel Fried­man. Vor der eigent­li­chen Ver­lei­hung ist um 18 Uhr ein kur­zes Pres­se­ge­spräch mit Mona Neu­baur, Lau­da­tor Michel Fried­man sowie einem Ver­tre­ter der Jüdi­schen Gemeinde Düs­sel­dorf geplant.

Tra­di­tion seit 1991
Die Josef-Neu­ber­ger-Medaille wird seit 1991 an Per­sön­lich­kei­ten oder Insti­tu­tio­nen aus der nicht­jü­di­schen Öffent­lich­keit ver­lie­hen, die sich beson­dere Ver­dienste um die jüdi­sche Gemein­schaft erwor­ben haben. Benannt ist die Aus­zeich­nung nach Prof. Dr. Dr. Josef Neu­ber­ger (sel. A.), der unter ande­rem als Jus­tiz­mi­nis­ter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len amtierte.