Riesenrad auf dem Burgplatz: Der erste Samstag gehört der Armenküche

Blick von oben auf den Rhein © LB / Olaf Oidtmann
Das Düsseldorfer Riesenrad „Wheel of Vision“ steht wieder am Rhein, und gleich der erste Samstag gehört dem guten Zweck. Morgen, 24. Oktober, fließen die gesamten Tageseinnahmen an die Altstadt-Armenküche um Pater Wolfgang. Oscar Bruch Jr., der das Rad mit seiner Schaustellerfamilie betreibt, macht daraus seit Jahren eine feste Tradition. Seit Freitag drehen sich die 42 Gondeln wieder in 55 Metern Höhe über dem Burgplatz.
Startfahrt mit Blick über Düsseldorf
Zum Pressetermin am Freitagvormittag ging es auf dem Burgplatz noch ruhig zu. Gäste waren noch keine da, und die Medienvertreter durften als Erste mitfahren – praktisch zur Startfahrt in die neue Saison. Dann hebt sich die Gondel langsam vom Boden, und Düsseldorf breitet sich unter einem aus. Der Rhein, die Altstadt, die Dächer und Türme der Stadt: Aus 55 Metern Höhe zeigt sich die Landeshauptstadt von einer besonders schönen Seite. Für einen Moment wird es still, der Blick schweift über den Strom, und man versteht, warum eine Fahrt mit dem Riesenrad für viele Menschen mehr ist als nur eine Runde in luftiger Höhe. Bei klarer Sicht, so die Betreiber, reicht der Blick sogar bis nach Köln. Im Laufe des Vormittags öffneten dann auch die ersten Buden gegenüber dem Rad. Der Weihnachtsmarkt rund um das Riesenrad startet am 20. November. Dann wächst das Angebot am Fuß des Rades.
Hilfe, die ankommt
Die Armenküche versorgt täglich Menschen, die sich eine warme Mahlzeit nicht leisten können. Mehr als 5.000 Essen haben die Spenden der Bruchs nach deren Angaben in den vergangenen Jahren bereits möglich gemacht. Auch der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst aus Pempelfort erhält in diesem Jahr eine Summe im fünfstelligen Bereich. Neu auf dem Burgplatz ist eine barrierefreie Hütte der Werkstatt für angepasste Arbeit. Dort werden Produkte aus den Werkstätten verkauft, und wer zugreift, unterstützt die Einrichtung direkt. Bruch sagte vor Ort, es gehe ihm nicht allein um schöne Momente für die Besucher. Als Familienunternehmen wolle man der Stadt etwas zurückgeben und denen helfen, die es schwerer haben.
Frühstück über dem Rhein
Wer das Rad lieber mit Genuss erlebt, kann ab dem 24. Oktober in einer privaten, beheizten Gondel frühstücken. Eine Stunde lang gibt es Brot und Brötchen, Aufschnitt, Käse, Rührei, Obstsalat und Kuchen, dazu Kaffee oder Tee, Orangensaft und vorab ein Glas Prosecco. Das Angebot gilt für zwei bis vier Personen und kostet 139 Euro für zwei, 169 Euro für drei und 196 Euro für vier Gäste, hinzu kommen fünf Euro Bearbeitungs- und Versandkosten. Die Plätze gibt es nur auf Vorbestellung. In der vergangenen Saison wurden rund 2.500 Frühstücke serviert.

Frühstücken hoch über dem Rhein @ Anne Orthen
Bis zum 19. November startet das Frühstück montags bis freitags um 10.30, 11, 11.30 und 12 Uhr, am Wochenende um 10, 10.30 und 11 Uhr. Vom 20. November bis 23. Dezember entfällt montags bis freitags die Fahrt um 12 Uhr. Vom 27. Dezember bis 3. Januar gibt es täglich die Zeiten 10, 10.30 und 11 Uhr. Kein Frühstück gibt es am 1. und 15. November, vom 24. bis 26. Dezember sowie an Silvester und Neujahr.
Picknick, „Wheel & Wine“ und Sondergondeln
Am Nachmittag gibt es ein Picknick über dem Rhein mit Wein oder Bier, einem alkoholfreien Getränk und einer Vesper- oder Käseplatte. Wer mit mehr Gästen kommt, bucht „Wheel & Wine“ für bis zu sechs Personen mit Premiumwein, Oliven, Grissini und Pralinen. Beide Fahrten dauern eine Stunde, kosten dasselbe wie das Frühstück und sind nur auf Vorbestellung möglich. Bis zum 19. November werden sie montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr angeboten, bis zum 10. Dezember montags bis donnerstags. Danach gibt es sie nicht mehr.
Zwei Kabinen haben eine eigene Handschrift: Das Beautyunternehmen Douglas hat eine Gondel mit kleinen Überraschungen für die Fahrgäste gestalten lassen, und auch Mr. Düsseldorf ist mit einer eigenen Kabine vertreten. Wer spontan vorbeikommen will, nimmt die VIP-Gondel mit vier Ledersitzen und abgedunkelten Scheiben: 30 Minuten für bis zu vier Personen kosten 79 Euro. Die XXL-Fahrt für bis zu sechs Gäste, etwa für eine Weihnachtsfeier, gibt es für 99 Euro. Für die Kinder gibt es ein Kasperletheater, mit dem Weihnachtsmarkt soll ein kleines Karussell dazukommen.
Heiraten in 55 Metern Höhe
Dass sich das Riesenrad auch für große Gefühle eignet, weiß Oscar Bruch Jr. aus eigener Erfahrung. In den vergangenen Jahren wurde in seinen Gondeln bereits mehrfach geheiratet. Und das ist auch künftig möglich. Auf die Frage nach dem Glück der Paare hatte Bruch eine passende Antwort: Von einer unglücklichen Ehe, die aus einer Trauung im Riesenrad hervorgegangen sei, habe er bislang nichts gehört. Ein schöneres Zeugnis für einen ungewöhnlichen Ort, an dem zwei Menschen den gemeinsamen Weg beginnen, lässt sich kaum geben.
Öffnungszeiten und Preise
Das Riesenrad steht bis zum 3. Januar auf dem Burgplatz. Bis zum 26. Dezember ist es sonntags bis donnerstags von 11 bis 21 Uhr geöffnet, freitags und samstags bis 22 Uhr. Zwischen den Jahren gelten verkürzte Zeiten: sonntags bis donnerstags von 11 bis 20 Uhr, freitags und samstags bis 21 Uhr. Am 1. und 15. November öffnet das Rad erst um 13 Uhr und schließt um 20 Uhr, am Totensonntag, 22. November, und an Heiligabend bleibt es geschlossen. Am 25. und 26. Dezember sowie an Neujahr dreht es sich von 13 bis 19 Uhr, an Silvester von 11 bis 19 Uhr. Änderungen sind vorbehalten. Bei starkem Wind oder Sturm kann das Rad früher schließen, die Tickets behalten dann ihre Gültigkeit.
Eine Fahrt kostet für Erwachsene neun Euro, Kinder unter 1,40 Meter zahlen sechs Euro, Kinder bis einschließlich drei Jahre fahren kostenlos. Tickets gibt es an der Tageskasse oder vorab online. Die Online-Tickets sind an jedem beliebigen Tag während der Öffnungszeiten gültig. Alle Informationen, Tickets und Exklusivfahrten gibt es unter www.duesseldorf.riesenrad.info. Fragen beantwortet das Team unter 0211 / 50 65 32 51 oder per E‑Mail an duesseldorf@riesenrad.info.