Düsseldorf steht Kopf: Pünktlich am 11. November um 11.11 Uhr ist auf dem Marktplatz vor dem Rathaus der Hoppeditz aus seinem Senftopf geklettert und hat damit die neue Karnevalssession eröffnet. Tausende bunt kostümierte Jecken begrüßten den närrischen Auftakt unter strahlend blauem Himmel – passend zum Sessionsmotto: „Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!“
Für emotionale Momente sorgte in diesem Jahr ein besonderes Ereignis: Zum ersten Mal standen zwei Hoppeditze gemeinsam im Senftopf. Tom Bauer, der nach 18 Jahren als Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals abtritt, übergab die Kappe an seinen Nachfolger Jan Philip Hilger. Mit augenzwinkerndem Witz und einem „Helau“ verabschiedete sich Bauer von seinem Publikum, das ihn mit langem Applaus feierte. „Ich weiß selbst, wann man die Kappe an den Nagel hängt – und das ist heute“, erklärte er in seiner letzten Rede.
Sein Nachfolger Hilger zeigte gleich eine erste Kostprobe seines Humors, als er sich über die aktuelle Lage bei Fortuna Düsseldorf ausließ – ein Thema, das traditionell nicht fehlen darf.
In seiner Abschiedsrede ließ Bauer kein politisches oder kommunales Thema aus. Der Spott richtete sich unter anderem gegen die geplante neue Oper am Wehrhahn, die er mit scharfer Ironie kommentierte: „Dann könnt mer dat Ding ja auch neben dat Klärwerk an der Lausward bauen.“ Auch die Wiederwahl von Oberbürgermeister Stephan Keller blieb nicht unerwähnt. Zugleich griff Bauer bundespolitische Diskussionen auf – etwa um Kanzler Friedrich Merz, dem er zum 70. Geburtstag ein närrisches Ständchen widmete, und dessen umstrittene Stadtbild-Aussagen zum Thema Migration.
Oberbürgermeister Keller nahm den Ball in seiner Antwortrede auf und rief vom Rathausbalkon zu Toleranz und Zusammenhalt auf: „Ein jeder muss leben nach dem Gesetz. Doch muss man das extra erwähnen jetz‘? […] ‚Mer bliewe bunt – ejal wat kütt‘ – das gilt für unsere ganze Stadt.“
Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) präsentierte auf seinen Kanälen exklusive Einblicke in das Geschehen, darunter den seltenen Anblick der beiden Hoppeditze im Senftopf. CC-Präsident Lothar Hörning betonte, wie sehr das diesjährige Motto den Geist Düsseldorfs widerspiegle: „Es passt zu uns, es passt zu Düsseldorf. Es ist ein Gefühl und ein Versprechen.“
Nach den Reden folgte ein ganztägiges Bühnenprogramm mit Stars des rheinischen Karnevals – darunter Brings, Alt Schuss, Swinging Funfares und die Rhythmussportgruppe.
Mit dem Erwachen des Hoppeditz ist die närrische Zeit offiziell eingeläutet. In den kommenden Tagen und Wochen folgen zahlreiche Veranstaltungen, darunter die Kürung des Prinzenpaares Marcus I. und Venetia Nicole am 14. November in der Rheinterrasse sowie das Kinder-Hoppeditz-Erwachen am 15. November auf dem Stiftsplatz.
Der Höhepunkt der Session wird wie immer der Rosenmontagszug am 16. Februar 2026 sein. Bis dahin gilt in Düsseldorf nur noch eines: Helau – und „Mer bliewe bunt, ejal wat kütt!“
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