Das Wasser im Brunnen uf dem Corneliusplatz ist grün gefährbt. © Extinction Rebellion Deutschland

Das Was­ser im Brun­nen auf dem Cor­ne­li­us­platz ist grün gefärbt. © Extinc­tion Rebel­lion Deutschland

 

Akti­vis­ten von Extinc­tion Rebel­lion machen mit einer Kunst­ak­tion auf die Ener­gie­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung aufmerksam

Ein unge­wöhn­li­cher Anblick bot sich Pas­san­ten am Don­ners­tag­mor­gen im Her­zen der Lan­des­haupt­stadt: Das Was­ser zweier bekann­ter Brun­nen schim­merte in leuch­ten­dem Grün. Am Cor­ne­li­us­platz und am Platz der Deut­schen Ein­heit hat­ten Mit­glie­der der Kli­ma­be­we­gung Extinc­tion Rebel­lion (XR) die Brun­nen­an­la­gen mit einem fluo­res­zie­ren­den Farb­stoff ver­setzt – ein bewuss­tes Signal, das kaum zu über­se­hen war.

Düs­sel­dorf war dabei keine Aus­nahme. Koor­di­niert und zeit­gleich färb­ten Akti­vis­ten in 16 wei­te­ren deut­schen Städ­ten Brun­nen ein, von Ham­burg bis Mün­chen, von Dres­den bis Köln. Auch vor dem Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rium in Ber­lin blieb kein Brun­nen unberührt.

Ein Gesetz­ent­wurf als Auslöser

Der unmit­tel­bare Anlass für die bun­des­weite Aktion liegt in Ber­lin. Das Kabi­nett hatte ver­gan­gene Woche ein Gesetz beschlos­sen, das den Bau neuer Gas­kraft­werke för­dern soll – als steu­er­bare Ergän­zung zu Wind- und Son­nen­en­er­gie. Für XR ist das ein fata­les Signal: Statt kon­se­quent auf erneu­er­bare Ener­gien zu set­zen, binde sich Deutsch­land wei­ter an einen fos­si­len Ener­gie­trä­ger – mit abseh­ba­ren Fol­gen für Klima und Geldbeutel.

Strom­kun­den könn­ten ab 2031 mit zusätz­li­chen Kos­ten von bis zu drei Mil­li­ar­den Euro jähr­lich belas­tet wer­den. Und das in einer Zeit, in der erneu­er­bare Ener­gien im ers­ten Quar­tal 2026 bereits rund 53 Pro­zent des Strom­ver­brauchs deck­ten – obwohl bis 2030 ein Anteil von 80 Pro­zent erreicht wer­den soll.

Vor­wurf des Greenwashing

Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Kathe­rina Rei­che (CDU) steht dabei beson­ders im Fokus der Akti­vis­ten. Sie wer­fen ihr vor, die Inter­es­sen der Gas­wirt­schaft über die der Bevöl­ke­rung zu stel­len und gleich­zei­tig mit Nach­hal­tig­keits­ver­spre­chen zu wer­ben, die der Rea­li­tät nicht stand­hiel­ten. Auf einer Bran­chen­ver­an­stal­tung der inter­na­tio­na­len Öl- und Gas­in­dus­trie in Hous­ton hatte Rei­che erklärt, es sei „naiv”, allein auf Wind und Solar zu set­zen. Für Kli­ma­schüt­zer ist das eine klare Posi­tio­nie­rung – und kein Versehen.

Nicht nur Akti­vis­ten sehen Rei­ches Kurs kri­tisch. Das Bun­des­kar­tell­amt warnte, die geplan­ten Rege­lun­gen könn­ten bestehende, wett­be­werbs­feind­li­che Struk­tu­ren auf dem Strom­markt wei­ter festigen.

Farbe ver­geht, Fra­gen bleiben

Der für die Brun­nen ver­wen­dete Stoff ist harm­los: Ura­nin, ein gelb-grün fluo­res­zie­ren­der Farb­stoff, wird in der Indus­trie zur Prü­fung von Rohr­lei­tun­gen ein­ge­setzt und gilt als unbe­denk­lich. Nach eini­gen Stun­den ist von der Fär­bung kaum noch etwas zu sehen.

Die Fra­gen, die Extinc­tion Rebel­lion damit auf­wirft, dürf­ten sich schwe­rer auf­lö­sen. Ob Deutsch­lands Ener­gie­zu­kunft wirk­lich im Gas liegt – oder ob der Weg zu Unab­hän­gig­keit und Kli­ma­schutz anderswo beginnt – dar­über wird auch nach die­sem Don­ners­tag gestrit­ten werden.

 

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