Demo ín Garath © Dirk Schmidt

Demo ín Garath © Dirk Schmidt

 

Die am Mon­tag­abend rund um das Kul­tur­haus Süd ange­mel­de­ten Ver­samm­lun­gen und Pro­test­ak­tio­nen gegen einen Auf­tritt des thü­rin­gi­schen AfD-Poli­ti­kers Björn Höcke haben nach Poli­zei- und Medi­en­an­ga­ben in wei­ten Tei­len fried­lich statt­ge­fun­den, gin­gen aber mit einem brei­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Gegen­pro­test ein­her und führ­ten zu erheb­li­chen Ver­kehrs­be­ein­träch­ti­gun­gen im Düs­sel­dor­fer Süden.

Aus­lö­ser der Pro­teste war der Auf­tritt Höckes, zu dem der ört­li­che Kreis­ver­band der AfD ins Kul­tur­haus Süd ein­ge­la­den hatte. Der 53-jäh­rige Lan­des­chef der Par­tei reiste im Rah­men einer NRW-Tour an, die auch im Kon­text bevor­ste­hen­der Lan­des­par­tei­tage und par­tei­in­ter­ner Aus­ein­an­der­set­zun­gen steht.

Nach Anga­ben der Poli­zei fan­den zwi­schen 17.00 und 21.00 Uhr meh­rere Kund­ge­bun­gen und Demons­tra­ti­ons­züge statt. Der Schwer­punkt des Gegen­pro­tests lag vor dem Kul­tur­haus auf dem Niko­laus-Groß-Platz, zudem gab es Aktio­nen im Bewe­gungs­park Garath, eine Mahn­wa­che an der Fritz-Erler-Straße sowie einen Auf­zug vom Park-and-Ride-Park­platz über die Koblen­zer Straße bis zur Frank­fur­ter Straße.

Zahl­rei­che Bünd­nisse und Orga­ni­sa­tio­nen hat­ten im Vor­feld auf­ge­ru­fen, gegen den Auf­tritt zu demons­trie­ren und ein Zei­chen für Demo­kra­tie, Tole­ranz und Zusam­men­halt zu set­zen. Zu den Initia­ti­ven gehör­ten unter ande­rem „Garath tole­rant und welt­of­fen“, „Düs­sel­dorf stellt sich quer“ und der „Düs­sel­dor­fer Appell“, die zu viel­fäl­ti­gen, dezen­tra­len Aktio­nen mobilisierten.

Nach Poli­zei­schät­zun­gen betei­lig­ten sich ins­ge­samt meh­rere tau­send Men­schen an den Gegen­pro­tes­ten. Lokale Medi­en­be­richte spre­chen teils von rund 10.000 Demons­trie­ren­den, die durch Garath zogen und sich zu den ver­schie­de­nen Kund­ge­bun­gen ver­sam­mel­ten, wäh­rend im Kul­tur­haus selbst deut­lich weni­ger Men­schen den Auf­tritt Höckes verfolgten.

Die Poli­zei berich­tete, dass der größte Teil des Ver­samm­lungs­ge­sche­hens ohne grö­ßere Zwi­schen­fälle ver­lief, jedoch sei es ver­ein­zelt zu Ver­su­chen gekom­men, poli­zei­li­che Absper­run­gen zu durch­bre­chen. In die­sen Situa­tio­nen kam Pfef­fer­spray zum Ein­satz. Ins­ge­samt wur­den bis­lang neun Straf­an­zei­gen gefer­tigt, dar­un­ter wegen des Ver­dachts der Kör­per­ver­let­zung und Belei­di­gung. Vier Poli­zei­be­amte erlit­ten leichte Ver­let­zun­gen, und eine Per­son wurde vor­über­ge­hend in Gewahr­sam genommen.

Im Vor­feld hat­ten Ver­an­stal­ter recht­li­che Schritte gegen poli­zei­li­che Auf­la­gen und Ver­le­gun­gen von Ver­samm­lungs­or­ten ver­sucht, diese Eil­an­träge wur­den jedoch vom Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf abge­lehnt.

Durch die Demons­tra­tio­nen kam es zu umfang­rei­chen Sper­run­gen und Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen, ins­be­son­dere auf der Frank­fur­ter und Koblen­zer Straße. Die Poli­zei hatte im Vor­feld Pend­ler und Anwoh­ner auf mög­li­che Ver­zö­ge­run­gen im Fei­er­abend­ver­kehr hingewiesen.

Die Pro­teste gegen Höckes Auf­tritt reih­ten sich ein in ähn­li­che Aktio­nen in NRW in den ver­gan­ge­nen Tagen: Bereits am Sonn­tag demons­trier­ten in Dort­mund meh­rere Tau­send Men­schen gegen einen ande­ren Auf­tritt des Politikers.

Kurz­fa­zit: Der Abend ver­lief weit­ge­hend stö­rungs­frei, zeich­nete sich jedoch durch einen deut­lich grö­ße­ren bür­ger­li­chen Gegen­pro­test aus als durch die Ver­an­stal­tung selbst. Die Prä­senz ver­schie­de­ner Grup­pen und die breit ange­leg­ten Demons­tra­tio­nen gaben dem Ereig­nis auch über den poli­zei­li­chen Ein­satz­be­richt hin­aus eine poli­ti­sche Dimension.

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