Von Gabriele Schreckenberg

Diese Geschichte ist so skur­ril wie das Leben. Und das hat Nor­bert Wolff als Schieds­per­son in 20 Jah­ren wirk­lich kennengelernt.

Die meis­ten Schlich­tun­gen gab es übri­gens in Anger­mund. „Viel­leicht liegt’s am Was­ser?“, meint er lau­nig bei unse­rem Gespräch.

Doch ein uner­war­te­tes Erleb­nis hat sein Ehren­amt als Schieds­per­son für den Bezirk 11, zu dem der Düs­sel­dor­fer Nor­den mit Anger­mund, Witt­laer und Kal­kum gehört, beendet.

Norbert Wolff Foto: Privat

Eine Ver­wal­tungs­posse

Und das ging so.

Erst kürz­lich bekam Nor­bert Wolff, der mit sei­ner Fami­lie seit 20 Jah­ren in Witt­laer-Ein­brun­gen lebt, ein Schrei­ben des Amts­ge­richts Düs­sel­dorf, in dem stand, dass sein Amt als Schieds­per­son mit der Wahl einer neuen Per­son als nie­der­ge­legt gilt.

Und das, obwohl Nor­bert Wolff noch im Okto­ber 2025 schrift­lich dem Ord­nungs­amt mit­ge­teilt hatte, dass er zur Wie­der­wahl bereit­steht. Der 59-Jäh­rige war­tete also auf die Ein­la­dung der Bezirks­ver­tre­tung 05 – doch die kam nicht.

Die Tücken der digi­ta­len Welt

Nun musste er fest­stel­len, dass in der Zwi­schen­zeit eine neue Schieds­per­son gewählt wor­den war, weil eine an ihn gerich­tete Mail, die die Bezirks­ver­tre­tung geschickt hatte, ver­se­hent­lich im Spam-Ord­ner gelan­det war. Und das ein­fach nur, weil sein Name falsch geschrie­ben wor­den war.

Gut, räumt Nor­bert Wolff ein, tech­ni­sche Pan­nen kön­nen pas­sie­ren. Schade nur, dass nie­mand bei ihm per­sön­lich nach­ge­fasst hat, ob er das Amt als Schieds­per­son noch wei­ter­füh­ren will. Denn das hat er mit Herz­blut gemacht – und mit einer extrem hohen Erfolgs­quote. Die betrug 96 Prozent.

Seine Erfah­run­gen sind inter­es­sant. „Bei den Ter­mi­nen haben wir uns immer bei mir zu Hause getrof­fen, da habe ich Haus­recht. Und jeder kam glei­cher­ma­ßen zu Wort. Es ging meis­tens gar nicht um die Sache, son­dern um auf­ge­staute Strei­te­reien zwi­schen Nach­barn, die sich im Laufe vie­ler Jahre ver­schärft haben.“

Ken­ner der Bota­nik und Nachbarschaftsstreitereien

Nor­bert Wolff hat nicht nur die Men­schen im Stadt­nor­den ken­nen­ge­lernt, son­dern auch die Cha­rak­te­ris­tika der Bota­nik. Ob Kirsch­lor­beer oder Koni­fe­ren zu stut­zen waren, wie hoch Bäume sein dür­fen und wie oft sie geschnit­ten wer­den müs­sen – all das gehörte zu sei­nem Ehren­amt als Mediator.

„Schade, ich hätte mich sehr gern wei­ter­hin enga­giert!“, stellt er mit Bedau­ern fest.

Es wäre schön, wenn künf­tig die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­läufe sorg­fäl­ti­ger gestal­tet wer­den – das wünscht sich Nor­bert Wolff.

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