
Nacht der Kontrollen bei der Rheinbahn © Lokalbüro
Freitagabend, kurz nach halb neun, steigen Kontrolleure in der U‑Bahn-Station „Steinstraße/Königsallee“ in die Züge. Kaum hat die Schwerpunktaktion begonnen, werden die ersten Fahrgäste ohne gültiges Ticket festgestellt, wenig später greifen auch Polizeibeamte ein. Schnell zeigt sich: Die Einsatzkräfte werden an diesem Abend viel zu tun haben.
Mit einem groß angelegten „Aktionstag Sicherheit“ haben Rheinbahn und Polizei in der Nacht zu Samstag ihre Präsenz im Nahverkehr deutlich erhöht. Zwischen 20.30 Uhr und 4.15 Uhr kontrollierten 36 Fahrausweisprüferinnen und ‑prüfer insgesamt 5603 Fahrgäste. In 714 Fällen wurde ein erhöhtes Beförderungsentgelt erhoben – eine Quote von 12,74 Prozent.
Unterstützt wurden die Kontrollen von rund 20 Polizeikräften sowie acht Sicherheitsmitarbeitern der Rheinbahn. Die Polizei leitete 13 Strafanzeigen ein, unter anderem wegen Diebstahls und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, zudem konnte ein offener Haftbefehl vollstreckt werden. Bereits zu Beginn der Kontrollen wurden neben Schwarzfahrten auch weitere Verstöße festgestellt, darunter Drogenbesitz.
Im Verlauf des Abends kontrollierten die Einsatzkräfte zunächst die Bahnen in Richtung Altstadt. Ab Mitternacht verlagerten sie den Schwerpunkt auf den abfließenden Verkehr. Mit zunehmender Uhrzeit stellten sich die Teams auf ein steigendes Aggressionspotenzial ein.
Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe war selbst vor Ort im Einsatz. „Sicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr. Unser Ziel ist es, den ÖPNV als verlässlichen und sicheren Raum zu gestalten – tagsüber genauso wie nachts“, sagte sie.
Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei bewertete die Rheinbahn positiv. „Der Aktionstag hat gezeigt, wie wichtig die enge Kooperation mit der Polizei und die sichtbare Präsenz vor Ort sind“, erklärte Betriebsleiter Christian Finke.
Neben den Kontrollen suchte das Unternehmen auch den Austausch mit Fahrgästen. An den Haltestellen „Heinrich-Heine-Allee“ und „Hauptbahnhof“ verteilten Mitarbeitende rund 1500 Karten mit QR-Codes für eine Sicherheitsumfrage. Die Ergebnisse sollen helfen, das Sicherheitsempfinden im Netz besser zu erfassen und Maßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
Der Aktionstag ist Teil der „Sicherheitsstrategie 2030“ der Rheinbahn. Diese setzt auf Prävention, Präsenz und den Einsatz moderner Technik. Dazu gehört auch die schrittweise Einführung von Bodycams bei Prüfteams. Sie sollen helfen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen und die Sicherheit für Personal und Fahrgäste weiter zu erhöhen.
Die Bilanz der Nacht fällt aus Sicht der Beteiligten eindeutig aus: Viele Verstöße, aber auch ein deutlich sichtbares Signal für mehr Kontrolle im Düsseldorfer Nahverkehr.

Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe © Lokalbüro

