v.l. Jac­ques Tilly, Salwa Els­adik und Adam Fischer, Prin­ci­pal Con­duc­tor der Ton­halle g Ton­halle Düsseldorf

 

Von Gabriele Schreckenberg

Am 29. März gab es eine ganz beson­dere Fei­er­stunde in der Düs­sel­dor­fer Tonhalle.

Adam Fischer, Prin­ci­pal Con­duc­tor der Ton­halle, der als künst­le­ri­scher Lei­ter und Diri­gent für die Pro­gramm­ge­stal­tung ver­ant­wort­lich ist, ver­lieh Preise an Salwa Els­adik, die als Frau­en­recht­le­rin im Sudan für den Schutz von Frauen kämpft, sowie den Soli­da­ri­täts­preis an den Künst­ler Jac­ques Tilly.

Der Men­dels­sohn-Saal war voll.

Es blieb kein Platz mehr im voll besetz­ten Men­dels­sohn-Saal, als Adam Fischer den fast ver­ges­se­nen Krieg im Sudan wie­der stär­ker in das Bewusst­sein rückte. Durch die Viel­zahl der Kriege, etwa in der Ukraine und im Nahen Osten, sei der Sudan in den Hin­ter­grund gera­ten. Zu Unrecht, denn der grau­same Bür­ger­krieg, der seit drei Jah­ren das Land beherrscht, hat zahl­rei­che Todes­op­fer gefordert.

Salwa Els­adik nimmt eine Schlüs­sel­rolle in ihrem Land ein, denn sie lei­tet die „Women Advo­cacy and Deve­lo­p­ment Initia­tive“ (WADI), die sich stark für Mäd­chen und Frauen im Sudan einsetzt.

Ihre Dan­kes­rede nach dem Emp­fang des Men­schen­rechts­prei­ses bewegte die Anwe­sen­den. Sie betonte, dass die Unter­stüt­zung von Frauen keine Wohl­tä­tig­keit sei, son­dern eine Inves­ti­tion in den Frieden:

„Wenn Frauen unter­stützt wer­den, erho­len sich Fami­lien. Gemein­schaf­ten sta­bi­li­sie­ren sich. Und Gesell­schaf­ten kom­men Gerech­tig­keit und dau­er­haf­tem Frie­den näher.“

Brei­tes Echo für Jac­ques Tilly

Jac­ques Tilly ist einer der bekann­tes­ten Wagen­bauer der Welt. Am 29. März erhielt er den Soli­da­ri­täts­preis der Ton­halle Düsseldorf.

Seine Mot­to­wa­gen, die regel­mä­ßig im Düs­sel­dor­fer Rosen­mon­tags­zug gezeigt wer­den, bewe­gen die Öffent­lich­keit welt­weit – auch rus­si­sche Olig­ar­chen. Immer wie­der ist Wla­di­mir Putin Ziel­scheibe der kari­ka­tu­ris­ti­schen Motive Til­lys. Erst im Dezem­ber 2025 wurde ihm in Mos­kau der Pro­zess gemacht, was zu einer brei­ten Soli­da­ri­täts­welle mit dem Künst­ler führte – nicht nur in Düs­sel­dorf, son­dern auch in ganz Deutsch­land und Europa.

„Nicht nur Jac­ques Tilly wird bedroht, es ist ein Angriff auf fun­da­men­tale Men­schen­rechte wie die Mei­nungs­frei­heit und die Kunst­frei­heit“, betonte Adam Fischer, der seit zehn Jah­ren den von der Ton­halle initi­ier­ten Men­schen­rechts­preis über­gibt. Die­ser ist mit 10.000 Euro dotiert und wird aus Spen­den, vor allem vom Freun­des­kreis der Ton­halle, finanziert.