
Mähroboter im Einsatz © Lokalbüro
Ein Jahr nach Einführung des nächtlichen Fahrverbots für Mähroboter zieht die Stadt Düsseldorf eine positive Bilanz. Wie die Untere Naturschutzbehörde mitteilt, sind in der vergangenen Sommersaison weder durch Kontrollen noch durch Hinweise aus der Bevölkerung Verstöße gegen die Regelung bekannt geworden. Die im März 2025 erlassene Allgemeinverfügung zeigt damit offenbar die gewünschte Wirkung: einen besseren Schutz für nachtaktive Wildtiere.
Hintergrund der Maßnahme ist der zunehmende Einsatz autonomer Mähroboter in privaten Gärten. Viele Geräte werden aus praktischen Gründen gerade in den Abend- und Nachtstunden betrieben – also genau dann, wenn zahlreiche Tiere aktiv sind. Igel, Mäuse sowie Amphibien wie Kröten und Molche gehen in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche. Studien belegen jedoch, dass die verbauten Sensoren vieler Geräte kleine Tiere nicht zuverlässig erkennen. Besonders langsam bewegende Tiere geraten so in Gefahr, verletzt oder getötet zu werden.
Als besonders gefährdet gilt der Igel. Seine natürliche Schutzreaktion, sich bei Gefahr zusammenzurollen, schützt ihn nicht vor den rotierenden Klingen der Mähroboter. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Auch Insekten und Schnecken werden durch den Einsatz der Geräte dezimiert. Damit schrumpft zugleich die Nahrungsgrundlage vieler Tiere, was ihre Lebensbedingungen zusätzlich verschlechtert.
Das Verbot untersagt den Betrieb von Mährobotern zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Ziel ist es, die Hauptaktivitätszeiten der Tiere zu schützen. Ausnahmen sind zwar möglich, werden aber nur in begründeten Einzelfällen erteilt – etwa bei großen, übersichtlichen Flächen wie Sportanlagen, auf denen kein Risiko für Wildtiere besteht. Nach Angaben der Stadt blieb die Zahl solcher Ausnahmen bislang gering.
Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit ruft die Verwaltung die Bürger erneut dazu auf, die Regelung konsequent einzuhalten. Die Einhaltung wird weiterhin stichprobenartig überprüft, unter anderem durch die Naturschutzwacht. Eine zentrale Rolle spielt jedoch die Eigenverantwortung der Gartenbesitzer – auch bei der Meldung möglicher Verstöße.
Darüber hinaus verweist die Stadt auf einfache Maßnahmen, mit denen sich der Schutz der Tierwelt zusätzlich verbessern lässt. Dazu zählen sogenannte Igeltore, kleine Durchgänge in Zäunen, die Tieren das Wandern zwischen Gärten ermöglichen. Ebenso tragen naturnahe Gartenbereiche mit Laubhaufen, Totholz oder Blühflächen dazu bei, Lebensräume und Nahrungsquellen zu schaffen.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Schon mit überschaubaren Anpassungen im Alltag lässt sich ein wirksamer Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.


