
Am Baum befindet sich ein Nest mit Raupen des Eichenprozessionsspinners,©Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt
Die Stadt Düsseldorf bereitet sich auf das erneute Auftreten des Eichenprozessionsspinners vor. In den kommenden Tagen schlüpfen die Raupen der wärmeliebenden Schmetterlingsart – und damit steigt auch die Gefahr für die Bevölkerung. Um gesundheitliche Risiken zu minimieren, hat die Verwaltung bereits vorsorglich Maßnahmen ergriffen und ruft gleichzeitig zur erhöhten Vorsicht auf.
An besonders sensiblen und stark frequentierten Orten wurden in den vergangenen Tagen Fallen in Eichen angebracht. Diese sollen die Raupen frühzeitig abfangen und so eine weitere Ausbreitung eindämmen. Hintergrund ist die gesundheitliche Gefährdung durch die feinen Brennhaare der Tiere. Diese können bei Kontakt Hautausschläge, Juckreiz, Bindehautentzündungen sowie asthmaähnliche Beschwerden auslösen. Selbst über den Wind verbreitete Haare stellen ein Risiko dar.
Ab Anfang Mai plant die Stadt zudem eine gezielte Bekämpfung des Schädlings mittels Biozid. Rund 750 Eichen werden mit dem mikrobiologischen Mittel „Foray ES“ behandelt. Der Einsatz konzentriert sich auf Bäume, die bereits in den vergangenen Jahren stark befallen waren – insbesondere in der Nähe von Spielplätzen, Schulhöfen, Kindergärten sowie entlang stark frequentierter Wege und Straßen. Während der Arbeiten werden die betroffenen Bereiche abgesperrt und erst nach Abschluss wieder freigegeben.
Nach Angaben des Gartenamtes wirkt das eingesetzte Biozid gezielt auf die Raupen. Diese nehmen die enthaltenen Bakterien beim Fressen der Blätter auf, was kurze Zeit später zu einem Fraßstopp führt. Ziel ist es, eine Massenvermehrung frühzeitig zu verhindern.
Ergänzend setzt die Stadt auch in diesem Jahr auf den Einsatz von Fallen. Etwa 100 Bäume werden damit ausgestattet. Die Fallen enthalten einen natürlichen Lockstoff aus der Stieleiche und sammeln die Raupen in speziellen Beuteln. Nach positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren gilt diese Methode als bewährt.
Die Stadt weist darauf hin, dass Bürger einen Mindestabstand von zehn bis 15 Metern zu befallenen Bäumen einhalten sollten. Besonders tückisch: Die Brennhaare sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen und können durch Sonnenlicht als „Flimmern“ sichtbar werden.
Kommt es dennoch zu einem Kontakt, können innerhalb von Stunden Hautreaktionen auftreten. Experten raten, nicht zu kratzen, da die Haare sonst tiefer in die Haut eindringen. Stattdessen sollten Betroffene die Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen sowie gründlich duschen und die Haare reinigen. Bei Augenkontakt oder Atembeschwerden ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Leichte Hautreaktionen klingen in vielen Fällen von selbst ab.
Befallene Bäume im Stadtgebiet können Bürger per E‑Mail an eps@duesseldorf.de melden. Wichtig sind dabei eine möglichst genaue Standortbeschreibung sowie Fotos. Für Maßnahmen auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich.
Immer wieder kommt es zu Verwechslungen mit harmlosen Gespinstmotten, die Bäume und Sträucher mit auffälligen Gespinsten überziehen. Der Eichenprozessionsspinner hingegen bildet seine Nester ausschließlich an Eichen, meist in mehreren Metern Höhe am Stamm.
Die zunehmende Verbreitung des Schädlings steht nach Einschätzung von Fachleuten auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Längere Hitze- und Trockenperioden schwächen die Bäume und begünstigen gleichzeitig die Entwicklung der Raupen. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Eichenprozessionsspinner in den kommenden Jahrzehnten weiter ausbreiten wird – und damit auch die Herausforderungen für die Städte wachsen.


