
Das Düsseldorfer Garten‑, Friedhofs- und Forstamt lädt Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv für das kulturelle Erbe der Stadt zu engagieren: Mit einer Patenschaft für ein Grabmal auf den städtischen Friedhöfen haben Interessierte die Möglichkeit, historisch und künstlerisch bedeutsame Grabstätten zu erhalten – und damit gleichzeitig ein Stück Stadtgeschichte zu bewahren. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt
Düsseldorf setzt auf bürgerschaftliches Engagement, um die Geschichte seiner Friedhöfe lebendig zu halten. Mit einem neuen Angebot ruft das Garten‑, Friedhofs- und Forstamt dazu auf, Patenschaften für historisch und künstlerisch bedeutsame Grabmale zu übernehmen. Ziel ist es, wertvolle Grabstätten zu erhalten und zugleich das kulturelle Gedächtnis der Stadt zu bewahren.
Um die Initiative sichtbarer zu machen, kennzeichnet die Stadt entsprechende Grabstätten künftig mit Schildern, die den Hinweis „Schön und erhaltenswert“ tragen. Ein QR-Code auf den Tafeln führt direkt zu weiterführenden Informationen im Internet: https://www.duesseldorf.de/stadtgruen/friedhof/patenschaften. Dort können sich Interessierte umfassend über Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Patenschaft informieren.
Die Düsseldorfer Friedhöfe sind weit mehr als Orte der Traer. Sie dokumentieren die Entwicklung von Kunst, Handwerk und Gesellschaft über Generationen hinweg. Besonders die historischen Grabmale prägen das Erscheinungsbild vieler Anlagen. Auf dem Nordfriedhof finden sich etwa die Grabstätten von Persönlichkeiten wie dem Unternehmer Heinrich Lueg, Mitbegründer der Rheinbahn, oder dem Stahlindustriellen Ernst Poensgen, die beide die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt entscheidend beeinflusst haben. Auch der Golzheimer Friedhof beherbergt mit dem Grab des Malers Andreas Achenbach ein bedeutendes Zeugnis der Düsseldorfer Kunstgeschichte.
Insgesamt gibt es auf den Friedhöfen der Stadt Hunderte denkmalgeschützte Grabmale sowie zahlreiche weitere, die als erhaltenswert gelten. Doch viele dieser Grabstätten drohen zu verfallen, wenn Nutzungsrechte auslaufen und keine Angehörigen mehr vorhanden sind. In solchen Fällen geht die Verantwortung auf die Stadt über – und damit wächst der Bedarf an engagierten Bürgern.
Hier setzt das Modell der Grabmal-Patenschaft an. Wer eine Patenschaft übernimmt, kümmert sich um Pflege, Sanierung und den Erhalt der jeweiligen Grabstätte. Im Gegenzug überträgt die Stadt das Nutzungsrecht, sodass dort auch Bestattungen möglich sind. Die Patenschaft selbst ist kostenfrei. Erst im Falle einer Beisetzung fallen Gebühren für die Ruhefrist an, die in der Regel 20 Jahre beträgt. Ein wesentlicher Vorteil: Der sonst oft kostspielige Erwerb eines vollständigen Nutzungsrechts entfällt.
„Unsere Friedhöfe sind ein kulturelles Geschichtsbuch der Stadt, in dem sich Vergangenheit und Identität Düsseldorfs widerspiegeln“, erklärt Umweltdezernent Jochen Kral. „Mit einer Grabpatenschaft tragen Bürger dazu bei, dieses Geschichtsbuch lebendig zu halten.“
Allerdings sind mit einer Patenschaft auch klare Vorgaben verbunden. Die historischen Grabmale unterliegen strengen gestalterischen Regeln, um ihre Authentizität zu bewahren. Veränderungen an bestehenden Grabsteinen sind nicht zulässig. Ergänzungen, etwa durch eine eigene Namenstafel, müssen sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen.
Derzeit bestehen bereits mehr als 200 Grabpatenschaften auf Düsseldorfer Friedhöfen. Dennoch stehen zahlreiche weitere erhaltenswerte Grabstätten zur Verfügung. Die Stadt lädt deshalb dazu ein, die Friedhöfe zu besuchen und sich vor Ort ein Bild zu machen. Interessierte können sich per E‑Mail an friedhof@duesseldorf.de wenden oder direkt an die Friedhofsverwaltungen vor Ort.


