DescriptionAuf dem Klärwerk Düsseldorf-Süd steht ab sofort das bisher größte Solarfaltdach Deutschlands. Der Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Düsseldorf (SEBD) hat die leistungsstarke PV-Anlage mit 1,37 Megawatt ©     Landeshauptstadt Düsseldorf/ David Young

Descrip­tion Auf dem Klär­werk Düs­sel­dorf-Süd steht ab sofort das bis­her größte Solar­falt­dach Deutsch­lands. Der Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trieb der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf (SEBD) hat die leis­tungs­starke PV-Anlage mit 1,37 Mega­watt © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/ David Young

 

Auf dem Gelände des Klär­werks Düs­sel­dorf-Süd ist ein bun­des­weit ein­zig­ar­ti­ges Ener­gie­pro­jekt sicht­bar gewor­den: Das bis­lang größte Solar­falt­dach Deutsch­lands spannt sich seit Kur­zem über die Klär­be­cken und mar­kiert einen wei­te­ren Schritt der Lan­des­haupt­stadt in Rich­tung ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Infra­struk­tur. Vor­ge­stellt wurde die Anlage am Mitt­woch von Stadt­käm­me­rin Doro­thée Schnei­der und dem tech­ni­schen Betriebs­lei­ter des Stadtentwässerungsbetriebs.

Der Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trieb Düs­sel­dorf hat die Pho­to­vol­ta­ik­an­lage mit einer Nenn­leis­tung von 1,37 Mega­watt Peak auf einer Flä­che von knapp einem Hektar errich­tet. Das Beson­dere: Die Kon­struk­tion ist beweg­lich. Inner­halb von nur 60 Sekun­den kann sich das Dach wie eine Zieh­har­mo­nika zusam­men­zie­hen oder ent­fal­ten. Damit reagiert die Anlage fle­xi­bel auf Wit­te­rungs­be­din­gun­gen und Betriebsanforderungen.

„Mit dem Solar­falt­dach geht der SEBD einen wei­te­ren Schritt in die Ener­gie­neu­tra­li­tät“, erklärte Stadt­käm­me­rin Schnei­der bei der Prä­sen­ta­tion. Bereits zu Jah­res­be­ginn sei die Eigen­ver­sor­gung des Klär­werks durch den Bau eines zwei­ten Block­heiz­kraft­werks auf 75 Pro­zent gestei­gert worden.

Tech­nisch erin­nert die Kon­struk­tion an ein Seil­bahn­sys­tem. Ins­ge­samt 2.640 Solar­mo­dule sind an Stahl­sei­len auf­ge­hängt und ent­fal­ten sich in rund sechs Metern Höhe über den Becken. Die Trag­struk­tur wird von weit aus­ein­an­der­ste­hen­den Stüt­zen gehal­ten, deren Abstand bis zu 32 Meter beträgt. Für das Pro­jekt wur­den rund 150 Ton­nen Stahl ver­baut sowie jeweils acht Kilo­me­ter Trag- und Zug­seile installiert.

Ein intel­li­gen­ter Steue­rungs­al­go­rith­mus sorgt dafür, dass sich das Dach auto­ma­tisch den Wet­ter­ver­hält­nis­sen anpasst. Bei Son­nen­schein fährt die Anlage aus, wäh­rend sie sich bei Sturm, Schnee oder Hagel in eine geschützte Posi­tion zurück­zieht. So bleibt die Anlage auch in den Win­ter­mo­na­ten ein­satz­fä­hig und weit­ge­hend schnee­frei. Für War­tungs­ar­bei­ten kann das Dach zusätz­lich manu­ell ein­ge­fah­ren werden.

Die eigent­li­chen Bau­ar­bei­ten für das Falt­dach dau­er­ten ledig­lich etwa ein hal­bes Jahr. Deut­lich auf­wen­di­ger gestal­tete sich jedoch die Inte­gra­tion in die bestehende Infra­struk­tur der Klär­an­lage. Anpas­sun­gen am Bestand sowie die kom­plexe tech­ni­sche Anbin­dung ver­zö­gern die voll­stän­dige Inbe­trieb­nahme: Erst gegen Ende des Jah­res soll die Anlage Strom ins Netz einspeisen.

Die Gesamt­kos­ten des Pro­jekts belau­fen sich auf rund 6,8 Mil­lio­nen Euro. Mehr als vier Mil­lio­nen Euro davon wer­den durch För­der­mit­tel gedeckt. Damit zählt das Vor­ha­ben nicht nur tech­nisch, son­dern auch finan­zi­ell zu den bedeu­ten­den Inves­ti­tio­nen der Stadt in nach­hal­tige Energiegewinnung.

Mit dem Solar­falt­dach setzt Düs­sel­dorf ein sicht­ba­res Zei­chen für inno­va­tive Lösun­gen in der kom­mu­na­len Ener­gie­ver­sor­gung – direkt dort, wo Ener­gie bis­lang kaum erschlos­sen wurde: über den Becken der Abwasserreinigung.

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