Blaulichtmeile an der unteren Rheinwerft © Lokalbüro

Blau­licht­meile an der unte­ren Rhein­werft © Lokalbüro

 

Die Blau­licht­meile an der Unte­ren Rhein­werft lockte Tau­sende Besu­cher an den Rhein. Man­che kamen wegen der Feu­er­wehr. Die längs­ten Schlan­gen stan­den vor dem Gefangenenbus.

Ein gro­ßer Ted­dy­bär in Ret­tungs­weste sitzt auf einer Kran­ken­trage vor dem ASB-Fahr­zeug und lächelt in die Menge. Dane­ben drän­geln sich zwei Jungs auf den Sat­tel eines Poli­zei­mo­tor­rads, grei­fen an den Len­ker und wol­len am liebs­ten los­fah­ren. Das ist die Blau­licht­meile – und sie funk­tio­niert genau so.

Es ist kurz nach elf Uhr, die Sonne steht schon kräf­tig über dem Rhein, und vor dem Gefan­ge­nen­trans­port­wa­gen der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Düs­sel­dorf bil­det sich eine Schlange, die so nie­mand erwar­tet hätte. Fami­lien, Rent­ner, Neu­gie­rige jeden Alters – alle wol­len ein­mal hin­ein. Das ist die Blau­licht­meile, und sie über­rascht auch nach meh­re­ren Auf­la­gen noch.

Am Sams­tag ver­wan­delte sich das Rhein­ufer am Johan­nes-Rau-Platz erneut in eine leben­dige Aus­stel­lung des öffent­li­chen Sicher­heits­ap­pa­rats der Stadt. Von 10 bis 17 Uhr prä­sen­tier­ten Feu­er­wehr, Ord­nungs­amt, Poli­zei, Tech­ni­sches Hilfs­werk, Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund, Deut­sches Rotes Kreuz und eine Reihe wei­te­rer Orga­ni­sa­tio­nen ihre Fahr­zeuge, ihre Aus­rüs­tung – und vor allem ihren All­tag. Bei strah­len­dem Mai­wet­ter ström­ten Tau­sende Besu­cher ans Rheinufer.

Premiere mit Wirkung: Der Gefangenenbus als Publikumsmagnet

Den über­ra­schends­ten Andrang erlebte in die­sem Jahr ein Fahr­zeug, das auf den ers­ten Blick wenig ver­sprach: der Gefan­ge­nen­trans­port­wa­gen der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Düs­sel­dorf, die erst­mals auf der Blau­licht­meile ver­tre­ten war. Der Bus zog vom Vor­mit­tag an kon­stant lange War­te­schlan­gen auf sich. Wer hin­ein­trat, sah enge Ein­zel­zel­len mit Git­ter­stä­ben, eine karge Bank, kaum Platz zum Atmen – und kam meist mit gro­ßen Augen wie­der her­aus. Was sonst hin­ter Anstalts­mau­ern ver­bor­gen bleibt, war für wenige Minu­ten öffent­lich zugäng­lich. Auch die Jus­tiz NRW prä­sen­tierte sich mit einem Info­stand und warb um Nach­wuchs für den Voll­zugs­dienst sowie für Stel­len bei Gerich­ten und Staatsanwaltschaften.

Polizei erstmals dabei – und sofort gefragt

Eben­falls zum ers­ten Mal auf der Blau­licht­meile war die Poli­zei Düs­sel­dorf mit einem eige­nen Auf­tritt ver­tre­ten. Strei­fen­wa­gen, ein Ein­satz­mo­tor­rad und eine mobile Bera­tungs­stelle stan­den bereit. Das Motor­rad ent­wi­ckelte sich schnell zum Lieb­lings­mo­tiv des Tages: Eltern stell­ten ihre Kin­der auf den Sat­tel, Beamte lie­ßen es mit Geduld und Humor gesche­hen. Am Poli­zei­stand sorg­ten Ein­satz­kräfte, die mit einer Hand­puppe im Minia­tur-Warn­wes­ten-Out­fit auf­tra­ten, für Hei­ter­keit – und nutz­ten den spie­le­ri­schen Ein­stieg für ernst­ge­meinte Gesprä­che über Ver­kehrs­si­cher­heit mit den jüngs­ten Besuchern.

Feuerwehr und THW: Technik zum Anfassen

Wer schon immer wis­sen wollte, was hin­ter den Roll­to­ren eines Lösch­fahr­zeugs steckt, bekam am Sams­tag eine sel­tene Gele­gen­heit. Die Feu­er­wehr öff­nete ihre Fahr­zeuge voll­stän­dig: Schlauch­pa­kete, Schneid­werk­zeug, Pum­pen, Atem­schutz­ge­räte – alles erklär­bar, alles anschau­bar. Feu­er­wehr­leute beant­wor­te­ten gedul­dig Fra­gen, die von kind­li­cher Neu­gier bis zu tech­ni­schem Sach­ver­stand reichten.

Das Tech­ni­sche Hilfs­werk blieb dabei nicht bei blo­ßer Aus­stel­lung. Die ehren­amt­li­chen Hel­fer führ­ten live vor, wie eine ver­letzte Per­son fach­ge­recht mit der Schau­fel­trage gesi­chert und abtrans­por­tiert wird – und fan­den für die Übung einen frei­wil­li­gen Kol­le­gen als Sta­tis­ten, der lachend mit­machte. Wer kurz ste­hen­ge­blie­ben war, blieb meh­rere Minuten.

ASB, DRK und die Helfer im Hintergrund

Der Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund hatte sich einen unge­wöhn­li­chen Blick­fang aus­ge­dacht: Ein über­le­bens­gro­ßer Plüsch­bär in ori­gi­nal­ge­treuer ASB-Ret­tungs­weste saß auf einer ech­ten Kran­ken­trage vor dem Ein­satz­fahr­zeug – ein stil­ler Tür­öff­ner, der vor allem zöger­li­chen Kin­dern den Weg an den Stand erleich­terte. Das Deut­sche Rote Kreuz Nord­rhein ver­band Vor­füh­rung mit kon­kre­tem Nut­zen und hatte ein Blut­spende-Mobil mit­ge­bracht. Wer wollte, konnte den Besuch auf der Blau­licht­meile also mit einer Blut­spende verbinden.

Auf dem Rhein selbst ergänz­ten Ret­tungs­boote des DLRG und der Feu­er­wehr das Bild, das Lösch­boot der Feu­er­wehr kreuzte mehr­fach am Ufer ent­lang. Das Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­amt Rhein brachte einen Uni­Mog und einen Rad­la­der mit – Schwer­ge­wichte, die beson­ders bei den jün­ge­ren Besu­chern für glän­zende Augen sorgten.

Auch das Ordnungsamt rollte auf zwei Rädern

Manch einer erfuhr an die­sem Tag zum ers­ten Mal, dass das städ­ti­sche Ord­nungs­amt nicht nur mit dem Auto durch Düs­sel­dorf patrouil­liert. Die Abtei­lung Außen­dienste zeigte neben Ein­satz­leit­wa­gen und Geschwin­dig­keits­mess­wa­gen auch Motor­rol­ler und die Rad­staf­fel. Für viele Besu­cher war das eine echte Neu­ig­keit. Wer dar­über hin­aus Anlie­gen aus dem eige­nen Vier­tel los­wer­den wollte, fand im Rah­men einer Bür­ger­sprech­stunde direk­ten Kon­takt zu den Außendienstmitarbeitern.

Gegen 17 Uhr roll­ten die letz­ten Fahr­zeuge vom Rhein­ufer ab, die Zelte wur­den abge­baut, der Betrieb kehrte zurück. Was blieb, war die Erin­ne­rung an einen Sams­tag, der gezeigt hat, was pas­siert, wenn der Staat seine Türen – und seine Gefäng­nis­busse – ein­fach mal aufmacht.

Gut zu wis­sen Die Blau­licht­meile fin­det jähr­lich an der Unte­ren Rhein­werft in Düs­sel­dorf statt. Ver­an­stal­ter sind Feu­er­wehr und Ord­nungs­amt der Lan­des­haupt­stadt. Der Ein­tritt ist kostenlos.

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