Symbolbild Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller © Lokalbüro

Sym­bol­bild Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ste­phan Kel­ler © Lokalbüro

 

Von Man­fred Fammler

Düs­sel­dorf wird kein neues Opern­haus erhal­ten. Dies hat Ober­bür­ger­meis­ter Ste­phan Kel­ler auf­grund des städ­ti­schen Haus­halts­de­fi­zits, rück­läu­fi­ger Gewer­be­steu­er­ein­nah­men und der noch zu bewäl­ti­gen­den Auf­ga­ben ent­schie­den. Obwohl ich (M.F.) ein Befür­wor­ter des Neu­baus war, halte ich diese Ent­schei­dung für richtig.

Häme ist an die­ser Stelle jedoch nicht ange­bracht. Eine Lan­des­haupt­stadt und einst wirt­schaft­lich starke Metro­pole wie Düs­sel­dorf besitzt noch immer eine Strahl­kraft, die weit über die Stadt­gren­zen hin­aus­reicht. Des­halb soll­ten die Gründe für diese Ent­schei­dung genauer betrach­tet werden.

Die Stadt Düs­sel­dorf gibt bei einem Pro­jekt auf, das als Sinn­bild einer pro­spe­rie­ren­den Lan­des­haupt­stadt gel­ten sollte. Das tut mir (M.F.) als Düs­sel­dor­fer weh – ähn­lich wie der Abstieg der For­tuna oder der Abschied der Toten Hosen. Das eine war ver­meid­bar, das andere unaus­weich­lich. Doch das sind zwei andere Themen.

Viel wich­ti­ger ist die Frage, wel­ches Signal die­ser Pla­nungs­stopp aus­sen­det – für Düs­sel­dorf, für Nord­rhein-West­fa­len und letzt­lich für die Bun­des­re­pu­blik. Denn beim Aus für das neue Opern­haus sollte vor allem eines Gehör fin­den: die feh­lende Zuver­sicht des Stadt­ober­haup­tes in eine wirt­schaft­li­che Wende in den kom­men­den Jahren.

„Wir leben nicht auf einer Insel“, „Vor einem Jahr war ich deut­lich opti­mis­ti­scher“ oder „Die Zuver­sicht schwin­det mas­siv“ – allein diese Zitate bele­gen Kel­lers man­geln­des Ver­trauen in eine nach­hal­tige wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung unter den aktu­el­len poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen. Mich las­sen diese Aus­sa­gen erschaudern.

Sie wir­ken wie eine Kapi­tu­la­tion vor Reform­stau, Inves­ti­ti­ons­hemm­nis­sen und feh­len­dem Mut in der Ber­li­ner Repu­blik. Genau des­halb ist Häme – sowohl gegen­über der Idee eines neuen Opern­hau­ses als auch über das Schei­tern des Pro­jekts – fehl am Platz.

Die eigent­li­che Bot­schaft die­ser Ent­schei­dung liegt nicht im Ver­zicht auf einen pres­ti­ge­träch­ti­gen Kul­tur­bau. Sie liegt in der Sorge um die wirt­schaft­li­che Zukunft unse­res Lan­des. Und genau dar­über sollte jetzt dis­ku­tiert werden.