Vontobel office Zurich © Vontobel

Von­to­bel office Zurich © Vontobel

 

Die Schwei­zer Pri­vat­bank Von­to­bel ver­stärkt ihre Expan­sion in Deutsch­land und nimmt dabei gezielt Düs­sel­dorf ins Visier. Nach Infor­ma­tio­nen aus Finanz­krei­sen eröff­net das Insti­tut in der nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­haupt­stadt eine neue Nie­der­las­sung – und setzt dabei auf erfah­re­nes Per­so­nal aus dem Umfeld der Konkurrenz.

Der Stand­ort soll in zen­tra­ler Lage ent­ste­hen, bevor­zugt im Umfeld der Königs­al­lee, wo sich bereits zahl­rei­che inter­na­tio­nale Ban­ken und Ver­mö­gens­ver­wal­ter ange­sie­delt haben. Ein kon­kre­tes Objekt steht noch nicht fest, die Suche läuft jedoch auf Hoch­tou­ren. Mit dem Schritt unter­streicht Von­to­bel die stra­te­gi­sche Bedeu­tung des deut­schen Mark­tes im Wett­be­werb um ver­mö­gende Privatkunden.

Bri­sant ist vor allem die per­so­nelle Beset­zung des neuen Stand­orts. Wie die Schwei­zer Nach­rich­ten­agen­tur AWP berich­tet, sol­len rund 15 Kun­den­be­ra­ter und Invest­ment­ex­per­ten zu Von­to­bel wech­seln. Dabei han­delt es sich über­wie­gend um ehe­ma­lige Mit­ar­bei­ter der deut­schen Pri­vate-Ban­king-Sparte von HSBC, die zuletzt von BNP Pari­bas über­nom­men wor­den war.

Die Inte­gra­tion die­ser Ein­heit ver­läuft offen­bar nicht rei­bungs­los. Bran­chen­in­for­ma­tio­nen zufolge hat es im Zuge der Über­nahme einen deut­li­chen Per­so­nal­ab­gang gege­ben. Der Infor­ma­ti­ons­dienst „Finanz-Szene“ berich­tete bereits Ende März von einem regel­rech­ten Exodus frü­he­rer HSBC-Bera­ter bei BNP Pari­bas. Gerade im Pri­vate Ban­king, wo Kun­den­be­zie­hun­gen eng an ein­zelne Bera­ter geknüpft sind, wie­gen sol­che Abgänge beson­ders schwer.

BNP Pari­bas hatte das Deutsch­land­ge­schäft der HSBC im Wealth Manage­ment erst im ver­gan­ge­nen Jahr für einen hohen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag über­nom­men. Die Trans­ak­tion war Teil einer grö­ße­ren Expan­si­ons­stra­te­gie: Mit zuletzt rund 6.200 Mit­ar­bei­tern und stei­gen­den Erträ­gen will die fran­zö­si­sche Groß­bank ihre Posi­tion im deut­schen Markt wei­ter aus­bauen. Die Über­nahme galt als wich­ti­ger Schritt, um im Wett­be­werb mit füh­ren­den Ver­mö­gens­ver­wal­tern aufzuschließen.

Dass nun aus­ge­rech­net ein Teil des über­nom­me­nen Teams zur Kon­kur­renz wech­selt, zeigt die Risi­ken sol­cher Zukäufe. Für Von­to­bel hin­ge­gen eröff­net sich eine Gele­gen­heit: Die Bank kann auf ein­ge­spielte Bera­ter­teams mit bestehen­den Kun­den­kon­tak­ten zurück­grei­fen und so den Markt­ein­tritt beschleunigen.

Der neue Düs­sel­dor­fer Stand­ort rich­tet sich gezielt an wohl­ha­bende Pri­vat­kun­den sowie Family Offices. Mit der Ver­pflich­tung erfah­re­ner Bera­ter dürfte Von­to­bel ver­su­chen, sich rasch als ernst­zu­neh­men­der Anbie­ter im umkämpf­ten Pri­vate-Ban­king-Markt zu etablieren.

Für den Finanz­platz Düs­sel­dorf bedeu­tet der Schritt zusätz­li­chen Wett­be­werb – und könnte die Dyna­mik im Seg­ment der Ver­mö­gens­ver­wal­tung wei­ter anheizen.

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