Wer am Dienstag kurz nach dem Mittagessen über den Burgplatz schlenderte, traute seinen Augen kaum: Rouwen Hennings und Oliver Fink, zwei der bekanntesten Gesichter der Fortuna-Geschichte, standen dort und verkauften das Strassenmagazin fiftyfifty. Eine Stunde lang hielten die ehemaligen Bundesligaprofis das Heft in die Höhe – und machten damit auf ein Problem aufmerksam, das viele Düsseldorfer gar nicht kennen.
Denn die Verkaufszahlen des Magazins, das seit Jahrzehnten obdachlosen und bedürftigen Menschen eine Einkommensgrundlage bietet, sinken seit Jahren dramatisch.
Der Grund ist dabei ausgerechnet die gut gemeinte Grosszügigkeit vieler Passanten: Immer häufiger drücken Fussgänger den Verkäufern Münzen in die Hand – und gehen weiter, ohne die Zeitung mitzunehmen.
„Nur fiftyfifty kaufen, ist die richtige Hilfe. Almosen geben, ohne die Zeitung zu nehmen, schadet der Auflage und bedroht das Projekt.” so Hubert Ostendorf, Geschäftsführer fiftyfifty
Was wie eine nette Geste wirkt, ist in Wahrheit ein strukturelles Problem: Keine Mitnahme bedeutet keine Nachfrage, keine Nachfrage bedeutet eine sinkende Auflage – und eine sinkende Auflage bedeutet, dass die Verkäufer bald gar kein Produkt mehr haben, das sie anbieten können. Das Geschäftsmodell, das auf Würde statt Almosen setzt, droht damit von innen heraus ausgehöhlt zu werden.
Genau deshalb suchte fiftyfifty nun Verbündete mit Strahlkraft. Und die fand das Magazin bei der Fortuna. Hennings, der mit seinen Toren eine Generation von Fans begeisterte, und Fink, der das Mittelfeld der Rot-Weissen über viele Jahre prägte, stellten sich spontan in den Dienst der guten Sache – und lockten damit neugierige Blicke auf die Hefte unter ihren Armen.
„Wir freuen uns sehr über die prominente Unterstützung durch die Fortuna. Wir hoffen, so mehr Menschen zu motivieren, die Zeitung auch zu kaufen.” erklärt Oliver Ongaro, fiftyfifty
Die Botschaft ist simpel, aber wichtig: Wer helfen will, kauft die Zeitung – und liest sie. Das Strassenmagazin fiftyfifty ist im Fortuna-Shop am Burgplatz erhältlich und wird täglich von zahlreichen Verkäufern in der ganzen Stadt angeboten. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Magazins unter fiftyfifty.de.



