
V. r.) Dr. Florian Melchert, Direktor des Hauses der Parlamentsgeschichte, Kathrin Tiedemann, FFT Düsseldorf, Beigeordnete Miriam Koch, Daniela Stork, D.LIVE, Daniel Kraft, Stiftung Haus der Geschichte NRW, Dr. Sabine Brenner-Wilczek, © Lokalbüro
Von Manfred Fammler
Neuer Name, neues Gewand – aber alter Inhalt? Mitnichten! Das Düsseldorfer Art:walk-Festival geht neue Wege. Es verlässt ausgetretene Kulturpfade und lässt die „Nacht der Museen“ weit hinter sich. An zwei Tagen im Juni zeigt sich nun die Vielfalt der Kulturszene in der Stadt mit dem „D“.
„Es war der richtige Schritt“, sagt Miriam Koch rückblickend auf die Entscheidung, nach 20 Jahren die „Nacht der Museen“ aufzugeben und eine eigene, lebendige Veranstaltung aus der Taufe zu heben. Das Ergebnis wurde jetzt vorgestellt. Herausgekommen ist „eine Kooperation zwischen freier Szene und großen Häusern, zwischen unseren Instituten und einzelnen Projekten. Das ist das Spannende an diesem Festival. Die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer werden noch einmal ganz neu auf bekannte Orte schauen“, so die Kulturdezernentin.
Herausgekommen ist ebenso ein Festival, bei dem sich die verschiedensten Kultureinrichtungen gleichermaßen öffnen. Am Samstag, 13. Juni, heißt es: durch die Museen schlendern. Am Sonntag folgt der „Tag der Bühnen“. Koch: „Ob Museum, Theater oder Oper – wir haben zwei Tage volles Programm in Düsseldorf, und ich freue mich sehr auf dieses schöne Mini-Wochenende.“
Besonders stark hebt Koch die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Kulturschaffenden hervor. Das neue Art:walk-Festival sei ein deutlich gewachsenes Kooperationsprojekt. „Kooperation ist für mich eine der Headlines beim Festival“, sagt Koch. Insgesamt seien 21 Musik-Ensembles an zwölf Standorten beteiligt. Die Robert-Schumann-Hochschule bringe sich mit 15 Ensembles an sieben Standorten ein, die Clara-Schumann-Musikschule mit sechs Ensembles an fünf Standorten.
Neu sei zudem, dass das Festival stärker in den öffentlichen Raum ausstrahle. Es gehe darum, Kultur in den Einrichtungen zu erleben und „im Stadtraum das ganze Festival weiter zu unterstützen“, erklärt Koch. Geplant seien Außenbühnen, Pavillons sowie Kreativ- und Mitmachangebote – „direkt da, wo man unterwegs ist“.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Kulturquartier rund um den Worringer Platz. Dort habe sich in den vergangenen Jahren eine vielfältige Kulturszene entwickelt, sagt Koch. Das bereits etablierte Straßenfest werde am Sonntag Teil des Art:walk-Festivals. Nach rund 3.000 Besucherinnen und Besuchern im vergangenen Jahr soll es diesmal noch größer werden. Zum Abschluss ist eine Parade geplant – mit „sehr viel Musik, sehr viel Schrillem, sehr viel Buntem“.
Als „zweite riesengroße Neuerung“ bezeichnet Koch die Beteiligung der Bühnen. Nach der Museumsnacht folge der „Tag der Bühnen“. Auch die Deutsche Oper am Rhein sei eingebunden und werde nicht nur ihr Haus öffnen, sondern auch den geplanten Neubau-Standort am Wehrhahn bespielen. Dort sollen Wettbewerbsbeiträge für den Neubau gezeigt werden, ergänzt durch Live-Musik und Gespräche. Zudem werde das alte Opernhaus geöffnet – inklusive Führungen, Kinder- und Familienangeboten sowie Einblicken in das sonst nicht öffentliche Opernarchiv.
Miriam Koch zeigt sich überzeugt, dass das Festival in diesem Jahr einen deutlichen Entwicklungsschritt macht: „Wir haben den Sprung nach vorne gemacht, und dafür bin ich glücklich, sehr dankbar und freue mich sehr darauf.“
D.Live setzt auf die Wege dazwischen
Kultur soll während des Festivals nicht nur hinter Türen und in Räumen stattfinden, sondern ebenso auf den Wegen dazwischen. Daniela Stark von D.Live schwärmt: „Zwei Tage Kultur an so vielen verschiedenen Orten, an so vielen verschiedenen Bühnen – und dazwischen.“
Rund 70 Beteiligte, mehr als 180 Veranstaltungen und 11 Outdoor-Spots sollen die Vielfalt der Düsseldorfer Kulturszene sichtbar machen. Der „inhaltlich wichtigste Partner“ seien dabei die Kulturinstitutionen und Kulturschaffenden, die laut Stark „mit einer wahnsinnigen Motivation und einem Enthusiasmus“ in das neue Format gestartet seien.
Neu ist vor allem die stärkere Bespielung des öffentlichen Raums. Die sogenannten Artwalks verbinden Museen, Bühnen und Kulturorte miteinander. Besucherinnen und Besucher könnten so auch unterwegs „noch mehr erleben und entdecken“, sagt Stark – vom Zuhören über Mitsingen bis zum Mitmachen.
Zur Orientierung gibt es neben der Website einen Festivalflyer mit Karte, Programmbereichen und Routenvorschlägen. Stark bezeichnet ihn als „das allererste Instrument“, um sich während des Festivals zurechtzufinden.
Auch die Mobilität wurde erneuert: Neben Shuttle-Bussen und U‑Bahn-Routen ist erstmals die Rheinbahn im Ticket enthalten. Das reguläre Zwei-Tages-Ticket kostet 24 Euro, ermäßigte Tickets gibt es für 20 beziehungsweise 15 Euro.
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