50 Jahre Aachener Platz © Marcel Clemens

50 Jahre Aache­ner Platz © Mar­cel Clemens

 

Er ist der bekann­teste sei­ner Art in Deutsch­land, ein Treff­punkt für Samm­ler, Künst­ler und Fla­neure – und seit die­sem Jahr ein hal­bes Jahr­hun­dert alt: Der Trö­del­markt Aache­ner Platz in Düs­sel­dorf-Bilk wird 50, und der Ver­an­stal­ter lässt es ordent­lich knallen.

50 Fla­schen Sekt – eine für jedes Jahr – sol­len am Sams­tag, 23. Mai 2026, im legen­dä­ren Café Sperr­müll die Kor­ken in die Luft schi­cken. Punkt 12 Uhr lädt der Markt alle Besu­cher, Händ­ler und Stamm­gäste ein, mit einem Glas auf die nächs­ten 50 Jahre anzu­stos­sen. Es ist die pas­sende Geste für einen Markt, der sich längst aus dem Kalen­der des Düs­sel­dor­fer Wochen­en­des nicht mehr weg­den­ken lässt.

Gegrün­det 1976 als loka­ler Treff­punkt in Bilk, hat sich das Gelände am Aache­ner Platz zu einer Insti­tu­tion ent­wi­ckelt, die weit über Stadt­gren­zen hin­aus bekannt ist. Jeden Sams­tag strö­men rund 10.000 Men­schen auf das rund 20.000 Qua­drat­me­ter grosse Gelände – über die Jahr­zehnte kamen so ins­ge­samt etwa 25 Mil­lio­nen Besu­cher zusam­men. Eine Zahl, die selbst hart­ge­sot­tene Markt­ken­ner stau­nen lässt.

Was den Aache­ner Platz von gewöhn­li­chen Floh­märk­ten unter­schei­det, ist seine Mischung: Pro­fes­sio­nelle Anti­qui­tä­ten­händ­ler ste­hen neben pri­va­ten Ver­käu­fern, die ihren Kel­ler aus­räu­men. Dazwi­schen locken Gas­tro­no­mie und Live-Musik – Jazz, Rock und Folk, je nach Wet­ter­lage und Laune der Musi­ker. Das grosse Antik- und Trö­del­zelt gilt als Herz­stück des Mark­tes und zieht Samm­ler, Innen­ar­chi­tek­ten, Künst­ler und alle an, die das Beson­dere suchen: Schall­plat­ten, Vin­tage-Mode, Design­mö­bel, Kunst­ob­jekte, Bie­der­meier-Sil­ber oder das irgend­wie doch unent­behr­li­che Karus­sell­pferd aus Gusseisen.

Das Café Sperr­müll ist längst selbst zum Sym­bol gewor­den. Händ­ler, Musi­ker und Stamm­gäste aus aller Welt tref­fen sich dort, und wer ein­mal an einem Sams­tag­vor­mit­tag dort geses­sen hat, ver­steht, warum der Markt für viele Düs­sel­dor­fer ein Ritual ist, kein bloss gele­gent­li­cher Aus­flug. Es ist die­ser Cha­rak­ter – halb Wochen­markt, halb Kul­tur­ver­an­stal­tung, halb The­ra­pie­sit­zung für Objekt­ver­liebte – der den Aache­ner Platz als leben­di­ges Gegen­stück zur polier­ten Königs­al­lee auszeichnet.

Dass der Markt über­haupt so alt wer­den konnte, ist nicht selbst­ver­ständ­lich. Bereits in den 1980er Jah­ren setz­ten sich pro­mi­nente Per­sön­lich­kei­ten öffent­lich für sei­nen Erhalt ein – dar­un­ter der Akti­ons­künst­ler Joseph Beuys und der Poli­ti­ker Otto Schily. Seit­her gilt er als Sym­bol geleb­ter Stadt­teil­kul­tur und als Teil der Düs­sel­dor­fer Iden­ti­tät, der auch städ­te­pla­ne­ri­schen Begehr­lich­kei­ten standhielt.

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