
Schwere Vorwürfe gegen die eingesetzten Beamten werden erhoben
Bei einem sogenannten „Bürgerspaziergang“ der Düsseldorfer AfD im Stadtteil Oberbilk ist es nach Angaben des Bündnisses „Düsseldorf stellt sich quer“ zu einem unverhältnismäßigen Polizeieinsatz gekommen. Das Bündnis erhebt schwere Vorwürfe gegen die eingesetzten Beamten. Eigene Beobachtungen liegen unserer Redaktion jedoch nicht vor. Eine Stellungnahme der Polizei lag liegt nicht vor.
Nach Angaben des Bündnisses hatte die AfD am Montagabend mit rund 30 Teilnehmern einen Rundgang durch Oberbilk durchgeführt. Dagegen hätten mehrere hundert Menschen protestiert. Die Demonstrationen seien friedlich gewesen und hätten breite Unterstützung aus dem Stadtteil erfahren.
In einer Pressemitteilung kritisiert das Bündnis insbesondere das Vorgehen der Polizei während des Einsatzes. Demnach seien Anwohner, Geschäftsinhaber, Gegendemonstranten und Journalisten „wahllos geschubst“ worden. Zudem habe die Polizei Straßen nicht ausreichend abgesperrt und Menschen in den fließenden Verkehr gedrängt.
Der Pressesprecher des Bündnisses, Oliver Ongaro, berichtet außerdem, selbst von Polizeibeamten in den Schwitzkasten genommen und gegen eine Wand gestoßen worden zu sein. Auch Betti Tielker von der Wohnungslosenhilfe auf der Eisenstraße sei laut Mitteilung von Beamten in eine Hofeinfahrt gedrängt worden. Die geschilderten Vorwürfe konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.
Das Bündnis wirft der Polizei einen „eskalierenden Polizeieinsatz“ vor, der allein dazu gedient habe, eine kleine Gruppe rechter Demonstranten durch den Stadtteil zu begleiten. Gleichzeitig betont „Düsseldorf stellt sich quer“, dass der Protest gegen die AfD bis zum Ende der Veranstaltung angehalten habe.
Die Düsseldorfer AfD hatte in den vergangenen Monaten wiederholt Veranstaltungen und Rundgänge in verschiedenen Stadtteilen organisiert. Besonders in multikulturell geprägten Vierteln wie Oberbilk stoßen diese Auftritte regelmäßig auf Gegenproteste.
Ob es infolge des Einsatzes Beschwerden, Ermittlungen oder weitere Stellungnahmen geben wird, ist noch offen.


