Unfall zweier Straßenbahnen © LB / Olaf Oidtmann

Unfall zweier Stra­ßen­bah­nen © LB / Olaf Oidtmann

 

Die Rhein­bahn hat eine neue Sicher­heits­re­gel für ihren Fahr­be­trieb ein­ge­führt: An bestimm­ten Wei­chen, die über das Gegen­gleis füh­ren, dür­fen sich Stra­ßen- und Stadt­bah­nen künf­tig nicht mehr begeg­nen. Die Rege­lung gilt stadt­weit und mit sofor­ti­ger Wir­kung. Kon­kret müs­sen Bah­nen vor sol­chen Wei­chen war­ten, wenn ein Fahr­zeug ent­ge­gen­kommt – erst wenn der Kreu­zungs­be­reich voll­stän­dig frei ist, darf wei­ter­ge­fah­ren werden.

Das Begeg­nungs­ver­bot ist eine direkte Reak­tion auf die jüngs­ten Unfall- und Ent­glei­sungs­er­eig­nisse im Rhein­bahn-Netz. Mit der Maß­nahme soll kurz­fris­tig das Risiko soge­nann­ter Flan­ken­fahr­ten redu­ziert wer­den – also von Kol­li­sio­nen, die ent­ste­hen, wenn ein Fahr­zeug seit­lich in den Fahr­weg eines ande­ren gerät. Tomasz Kar­bow­ski, Bereichs­lei­ter Fahr­zeuge und der­zeit bestell­ter Betriebs­lei­ter in Ver­tre­tung, erklärte: „Sicher­heit hat für uns oberste Prio­ri­tät. Mit dem Begeg­nungs­ver­bot schaf­fen wir kurz­fris­tig eine zusätz­li­che Sicher­heits­ebene an beson­ders sen­si­blen Stel­len im Netz.”

Die neue Regel ergänzt bereits lau­fende Maß­nah­men des Unter­neh­mens, dar­un­ter zusätz­li­che Kon­trol­len und ange­passte Betriebs­ab­läufe. Betriebs­lei­ter Chris­tian Finke betonte, dass klare Vor­ga­ben die Ent­schei­dungs­kom­ple­xi­tät in Kreu­zungs­be­rei­chen für die Fah­rer ver­rin­ger­ten und damit die Sicher­heit erhöhten.

Als Dau­er­lö­sung ist das Begeg­nungs­ver­bot aus­drück­lich nicht gedacht. Die Rhein­bahn räumt ein, dass die Rege­lung in ein­zel­nen Situa­tio­nen Aus­wir­kun­gen auf Pünkt­lich­keit und Betriebs­ab­läufe haben kann. Par­al­lel arbeite das Unter­neh­men des­halb an tech­ni­schen Lösun­gen, die Sicher­heit und Leis­tungs­fä­hig­keit dau­er­haft ver­bin­den sol­len – vor allem durch eine engere Ver­knüp­fung von Wei­chen- und Fahr­si­gnal­tech­nik. Aus­ge­nom­men von der neuen Regel sind Berei­che, in denen Wei­chen und Signale bereits tech­nisch gekop­pelt sind. Kar­bow­ski: „Mit­tel­fris­tig wol­len wir Risi­ken nicht durch zusätz­li­che War­te­zei­ten beherr­schen, son­dern durch tech­ni­sche Lösun­gen, die Fehl­kon­stel­la­tio­nen mög­lichst ausschließen.”

 

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