
Symbolbild Mobilitätsstation © Lokalbüro
Befragung zu sechs neuen Standorten im Stadtzentrum abgeschlossen
Die ersten sechs Mobilitätsstationen in Düsseldorf werden von den Menschen im direkten Umfeld gut angenommen – und sie verändern messbar das Mobilitätsverhalten. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung der Landeshauptstadt in Kooperation mit der Düsseldorf Marketing GmbH. 546 Anwohnerinnen, Anwohner und Nutzerinnen sowie Nutzer beteiligten sich zwischen Oktober und November 2025 an der Evaluation.
Seit 2024 sind die Stationen in den Stadtteilen Pempelfort, Derendorf und Golzheim in Betrieb. Untersucht wurden die Standorte Bankstraße, Kunstakademie, Maria-und-Josef-Otten-Platz, Münsterplatz, Schinkelstraße und Schloßstraße.
Mobilitätsverhalten spürbar verändert
„Nach den ersten Monaten im Betrieb wurden die Mobilitätsstationen gut angenommen und entfalten eine positive Wirkung auf das Mobilitätsverhalten der Menschen im näheren Umfeld“, erklärt Mobilitätsdezernentin Cornelia Zuschke.
Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, häufiger das eigene Fahrrad zu nutzen, verschiedene Verkehrsmittel zu kombinieren oder Autofahrten durch alternative Angebote zu ersetzen. Jeder fünfte Autobesitzer kann sich sogar vorstellen, das eigene Fahrzeug ganz abzuschaffen.
Die Angebote – von sicheren Fahrradabstellanlagen über Sharingstationen bis zum Carsharing – werden insbesondere für Freizeit- und Arbeitswege, für den Heimweg sowie für Besorgungen genutzt. Das deutet auf eine hohe Alltagsrelevanz der Stationen hin.
Auch im direkten Umfeld sehen viele positive Effekte: Jeder Zweite berichtet von verbesserter Wegeführung und mehr Sicherheit. 46 Prozent nehmen eine Aufwertung durch zusätzliche Begrünung wahr, 42 Prozent sehen ein verbessertes nachbarschaftliches Miteinander. Die Wirkung geht damit über reine Verkehrsfragen hinaus und betrifft auch Aufenthaltsqualität und soziale Kontakte.
Hohe Auslastung der Angebote
Ergänzend zur Umfrage wurden die Nutzungsdaten des „Shared Mobility Dashboard“ der Connected Mobility Düsseldorf ausgewertet. Das Ergebnis: Die fünf Fahrradstationen – mit Ausnahme des Standorts Kunstakademie – sind seit Inbetriebnahme durchgehend vollständig ausgelastet. Die hohe Nachfrage deutet auf weiteres Ausbaupotenzial hin.
An den sechs Mobilitätsstationen sowie im Umfeld der Schloßstraße wurden zudem 14 Sharingstationen eingerichtet. Sie liegen innerhalb einer 609.000 Quadratmeter großen Parkverbotszone für E‑Scooter und Leihräder – eine Fläche von rund 85 Fußballfeldern. Insgesamt stehen 236 Stellplätze zur Verfügung.
Während E‑Scooter zuvor häufig ungeordnet im öffentlichen Raum abgestellt wurden, erfolgt das Parken nun gebündelt an definierten Stationen. Besonders stark ausgelastet sind die Standorte Kunstakademie, Schinkelstraße und Münsterplatz. Weitere Sharingstationen nach dem Vorbild der Schloßstraße sind geplant.
Kritik und Perspektiven
Neben der positiven Gesamtbilanz zeigt die Befragung auch Optimierungsbedarf. Genannt werden standortspezifische Aspekte wie Pflege, Sauberkeit, Begrünung sowie das Blockieren von Stellplätzen durch sogenannte Schrotträder. Teilweise kritisch gesehen wird zudem die Umwidmung von Kfz-Parkplätzen.
Gleichzeitig wünschen sich viele Befragte ein noch größeres Angebot an sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten. Die Stadt sieht in den Ergebnissen eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung und Priorisierung künftiger Projekte. Auch an der Mehrfachnutzung von Parkflächen für Anwohnende wird gearbeitet.
Bis 2027 sollen insgesamt 18 Mobilitätsstationen entstehen. Ziel bleibt es, Nahmobilität und Lebensqualität in den Quartieren nachhaltig zu stärken – getreu dem Prinzip: mieten, parken, tauschen. Eine Zusammenfassung der Befragung ist online abrufbar.


