
Deutsche Oper am Rhein @ Lokalbüro
Die Düsseldorfer Jonges haben die Entscheidung, die Oper am bisherigen Standort an der Heinrich-Heine-Allee zu sanieren und nicht am Wehrhahn neu zu bauen, grundsätzlich begrüßt – üben aber deutliche Kritik am Ablauf des jahrelangen Planungsprozesses. Baas Reinhold Hahlhege und Stadtbildpfleger Max Schönauer erklärten, der Verbleib der Oper an ihrem angestammten Platz entspreche einer langjährigen Forderung des Heimatvereins.
Nach Ansicht der Jonges wäre ein Auszug der Oper aus dem markanten Gebäude an der Heinrich-Heine-Allee mit erheblichen Folgerisiken verbunden gewesen. Ein jahrelanger Leerstand an dieser prominenten Stelle hätte der Stadt nicht gut gestanden. Auch die geplante Nutzungsbündelung am Wehrhahn – Oper, Musikbibliothek und Musikschule unter einem Dach – hatte dem Verein stets Bauchschmerzen bereitet. Der daraus resultierende Baukörper erschien den Jonges zu massiv und städtebaulich nicht überzeugend. Eine Aufwertung der Schadowstraße wäre wünschenswert, so der Verein, doch nicht jede bauliche Veränderung bedeute automatisch eine Verbesserung.
Gleichwohl betonen die Jonges, sich mit der politischen Entscheidung für den Standort Wehrhahn arrangiert zu haben. Nach dem Verzicht auf den Hofgarten, dem Grundstückskauf und dem angelaufenen Wettbewerbsverfahren habe das Projekt auf einem guten Weg geschienen. Der nun vollzogene Kurswechsel komme daher umso überraschender.
Die zentrale Frage: Warum erst jetzt?
Den Kern ihrer Kritik richten die Jonges gegen die fehlende Transparenz der zurückliegenden Jahre. Lange sei der Eindruck vermittelt worden, eine Sanierung des Bestands sei weder wirtschaftlich noch technisch darstellbar – ein Neubau die einzig realistische Option. Dass die Stadt nun genau diesen Weg verlässt, wirft aus Sicht des Vereins Fragen auf, die viele Bürger berechtigt stellen: Hätte dieser Kurswechsel nicht deutlich früher erkannt und kommuniziert werden können?
Stadtbildpfleger Schönauer, der als Bauingenieur nach eigenen Angaben die Oper intensiv analysiert hat, betont, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes grundsätzlich machbar sei. Der Verein fordert deshalb von Politik und Verwaltung eine lückenlose Offenlegung: wie sich die bislang genannten Kosten zusammensetzen, welche finanziellen Folgen die Kündigung von Planungsverträgen hat, wie es mit der Zusammenarbeit mit Duisburg weitergeht, wo die Deutsche Oper am Rhein während einer Sanierung spielt und welche Zukunft das Grundstück am Wehrhahn hat.
Für die Jonges eröffnet die Entscheidung eine neue Chance – sie verpflichte Politik und Verwaltung aber zugleich, den Kurswechsel transparent zu begründen und die nächsten Schritte nachvollziehbar zu erklären.

