Aus­schrei­tun­gen nach Spielende

 

Nach dem ver­lo­re­nen WM-Vier­tel­fi­nale zwi­schen Frank­reich und Marokko ist es in der Nacht auf Frei­tag in Düs­sel­dorf-Ober­bilk zu schwe­ren Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Auf der Eller­straße hat­ten sich zunächst rund 1.500 Anhän­ger der marok­ka­ni­schen Natio­nal­mann­schaft ver­sam­melt, die Stim­mung war zu Beginn fried­lich. Gegen 0.45 Uhr schlug die Lage jedoch um.

Ver­mummte Per­so­nen zün­de­ten Böl­ler und war­fen Glas­fla­schen sowie selbst­ge­baute Brand­sätze in die Men­schen­menge, auf die Straße und gezielt gegen ein­ge­setzte Poli­zei­be­am­tin­nen und ‑beamte. Zudem ris­sen Ran­da­lie­rer Ver­kehrs­schil­der aus ihrer Ver­an­ke­rung und stie­ßen Müll­ton­nen um. Um eine wei­tere Eska­la­tion zu ver­hin­dern, räum­ten zahl­rei­che Poli­zei­kräfte im wei­te­ren Ein­satz­ver­lauf die Ellerstraße.

Bei den Aus­schrei­tun­gen wur­den drei Poli­zei­be­amte ver­letzt. Ein 27 Jahre alter Poli­zist musste ambu­lant in einem Kran­ken­haus behan­delt wer­den, zwei wei­tere Kol­le­gen erlit­ten leichte Verletzungen.

Die Ein­satz­kräfte nah­men zwei Tat­ver­däch­tige in Gewahr­sam: einen 15-jäh­ri­gen Marok­ka­ner aus Vier­sen, der einen Ein­kaufs­wa­gen auf die Beam­ten gewor­fen haben soll, sowie einen 20-jäh­ri­gen Deut­schen aus Wes­se­ling, dem vor­ge­wor­fen wird, eine Fla­sche in Rich­tung der Poli­zei geschleu­dert zu haben.

Die Poli­zei fer­tigte im Nach­gang diverse Straf­an­zei­gen, unter ande­rem wegen tät­li­chen Angriffs auf Voll­stre­ckungs­be­amte, Land­frie­dens­bruch und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung. Umfang­rei­ches Video­ma­te­rial vom Ein­satz wird der­zeit aus­ge­wer­tet, um wei­tere Tat­ver­däch­tige zu identifizieren.