Knotrolle an Aubahnausgang zur Bolkerstraße © Lokalbüro
Teil der sichergestellen Waffen und Drogen © Lokalbüro
Innenminister Reul mach sich ein Bild vor Ort © Lokalbüro

Die Düs­sel­dor­fer Poli­zei hat in der Nacht zu Sams­tag eine groß ange­legte Kon­troll­ak­tion in der Waf­fen­ver­bots­zone der Alt­stadt durch­ge­führt, die bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den andau­erte. Ziel der Maß­nahme war es, Straf­ta­ten mit Mes­sern und ande­ren gefähr­li­chen Gegen­stän­den bereits im Vor­feld zu ver­hin­dern. Bereits gegen 19:30 Uhr rich­te­ten die Beam­ten an den U‑Bahn-Auf­gän­gen am Bol­ker Stern eine Kon­troll­stelle ein, an der prak­tisch jeder, der die Alt­stadt betre­ten wollte, ange­spro­chen und abge­tas­tet wurde. Auch mit­ge­führte Taschen und Ruck­sä­cke nah­men die Ein­satz­kräfte in Augen­schein. Wei­tere Kon­troll­punkte ent­stan­den an zusätz­li­chen Zugangs­we­gen zum Vergnügungsviertel.

Bestand bei einer Per­son ein kon­kre­ter Ver­dacht, ging es in eigens auf­ge­baute Durch­su­chungs­zelte, in denen genauer nach­ge­schaut wurde. Ins­ge­samt kamen die Beam­ten in die­ser Nacht auf rund 10.600 kon­trol­lierte Per­so­nen allein in der Alt­stadt. Die weit über­wie­gende Mehr­heit der Fei­ern­den nahm die Maß­nahme gelas­sen hin und zeigte sich kooperativ.

Sie­ben Mes­ser, Schlag­ringe und Dro­gen sichergestellt

Trotz der ins­ge­samt ruhi­gen Stim­mung wur­den die Beam­ten mehr­fach fün­dig. Sie­ben Mes­ser, zwei Schlag­ringe, ein Schlag­stock sowie zwei Pfef­fer­sprays lan­de­ten in der Asser­va­ten­kam­mer, ent­spre­chende Ord­nungs­wid­rig­kei­ten- und Straf­an­zei­gen wur­den gefer­tigt. Bei zwei wei­te­ren Per­so­nen ent­deckte die Poli­zei geringe Men­gen Dro­gen, auch hier lei­tete man Straf­ver­fah­ren ein.

Am Rand der Kon­troll­stelle kam es zudem zu einem hand­fes­ten Vor­fall: Ein 15-Jäh­ri­ger geriet mit einer Frau anein­an­der und schlug auf sie ein. Als die Poli­zei ein­schritt, um den Jugend­li­chen in Gewahr­sam zu neh­men, wehrte er sich und bespuckte dabei einen der ein­ge­setz­ten Beam­ten. Um sein aggres­si­ves Ver­hal­ten zu stop­pen, setz­ten die Poli­zis­ten ihm eine Spuck­haube auf und brach­ten ihn zur Wache.

Innen­mi­nis­ter Reul lässt sich die Lage vor Ort zeigen

Auch NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) ließ es sich nicht neh­men, den Ein­satz per­sön­lich zu beglei­ten. Nach 22 Uhr brach er von der Kon­troll­stelle aus auf und zog, beglei­tet von sei­nem Per­so­nen­schutz sowie eini­gen Poli­zei­be­am­ten, über die Flin­ger Straße vor­bei am Uerige wei­ter am Rhein­ufer ent­lang. Von dort ging es zum Wein­som­mer, ehe die Runde über die Bol­ker­straße zurück­führte – mit einem Zwi­schen­stopp an der Haus­braue­rei Zum Schlüs­sel, wo zu die­sem Zeit­punkt das Poli­zei­auf­kom­men noch ein­mal ver­stärkt wor­den war. Beim Abste­cher zum Wein­som­mer wurde der Minis­ter schnell erkannt: An meh­re­ren Tischen kam Reul mit Besu­chern ins Gespräch, ließ sich zu einem Glas Wein ein­la­den und posierte für das ein oder andere Foto, wäh­rend um ihn herum aus­ge­las­sen wei­ter­ge­fei­ert wurde.

Poli­zei kün­digt wei­tere Kon­trol­len an

Nach Ein­schät­zung der ein­ge­setz­ten Kräfte ver­lief der Abend ins­ge­samt ver­gleichs­weise ruhig. Ein Spre­cher der Poli­zei betonte im Nach­gang, dass nur bei einem sehr klei­nen Teil der kon­trol­lier­ten Men­schen tat­säch­lich ver­bo­tene Gegen­stände gefun­den wür­den – ein Bruch­teil des­sen, was noch vor eini­gen Jah­ren bei ähn­li­chen Aktio­nen sicher­ge­stellt wor­den sei. Das werte man als Erfolg der wie­der­keh­ren­den Kon­trol­len und des gesam­ten Sicher­heits­kon­zepts für die Altstadt.

Der Ein­satz­lei­ter der Kon­troll­ak­tion, Poli­zei­rat Robin Schmidt, zog ein posi­ti­ves Fazit: Jede Waffe, die es nicht in die Alt­stadt schaffe, mache das Fei­ern für alle siche­rer. Die Waf­fen- und Mes­ser­ver­bots­zone sei ein zen­tra­ler Bau­stein im Kampf der Düs­sel­dor­fer Poli­zei gegen Mes­ser­ge­walt. Die Behörde kün­digte an, auch künf­tig regel­mä­ßig und kon­se­quent zu kon­trol­lie­ren und bei Ver­stö­ßen nie­der­schwel­lig einzuschreiten.

Knotrolle an Aubahnausgang zur Bolkerstraße ©  LB / Olaf Oidtmann
Jede Tasche wurde kontroliert © LB / Olaf Oidtmann