Symbolbild Kiefernstraße © Lokalbüro

Sym­bol­bild Kie­fern­straße © Lokalbüro

 

Die Kie­fern­straße in Flin­gern-Süd fei­ert in die­sem Jahr ihr 45-jäh­ri­ges Bestehen als eines der bekann­tes­ten Wohn­pro­jekte Düs­sel­dorfs – und lädt aus die­sem Anlass zu einem gro­ßen Stra­ßen­fest ein. Am Sams­tag, 29. August, öff­net die kleine Straße am Rand von Flin­gern-Süd ab 12 Uhr ihre Tore für alle, die mit­fei­ern, sich infor­mie­ren oder ein­fach nur die beson­dere Atmo­sphäre des Vier­tels erle­ben möch­ten. Bis 23 Uhr sor­gen Bands, Live-Acts und DJs auf zwei Büh­nen für Unter­hal­tung, dazu gibt es Info­stände, ein Kin­der­pro­gramm und eine große Tombola.

Die Geschichte der Kie­fern­straße reicht deut­lich wei­ter zurück als das Fest selbst. Ursprüng­lich als Wohn­sied­lung für Beschäf­tigte der Stahl­in­dus­trie errich­tet, drohte den his­to­ri­schen Häu­sern in den frü­hen 1980er-Jah­ren der Abriss. Bewoh­ner ver­hin­der­ten das damals durch Haus­be­set­zun­gen und ret­te­ten so drin­gend benö­tig­ten, preis­wer­ten Wohn­raum vor der Ver­nich­tung. Die Ereig­nisse jener Jahre brach­ten der Straße über­re­gio­nale Auf­merk­sam­keit ein, zeit­weise geriet sie sogar in die Schlag­zei­len im Zusam­men­hang mit der RAF. Aus den eins­ti­gen Haus­be­set­zern wur­den regu­läre Mie­ter, aus dem umkämpf­ten Vier­tel ein gewach­se­nes Wohnprojekt.

Heute leben auf der Straße rund 800 Men­schen aus bis zu 45 Natio­nen zusam­men – ein Mit­ein­an­der, das in Düs­sel­dorf sei­nes­glei­chen sucht. Wo einst Arbei­ter­fa­mi­lien wohn­ten, ist über die Jahr­zehnte ein Ort ent­stan­den, an dem Men­schen unter­schied­lichs­ter Her­kunft gemein­sam an der Idee einer gerech­ten und viel­fäl­ti­gen Gesell­schaft arbei­ten. Feste Anlauf­punkte im Vier­tel sind etwa das Kul­tur­büro Kie­fern­strasse (K4), das Ton­stu­dio K21 Music, der Punk-Club AK 47 sowie das Red House – Orte, die das kul­tu­relle Leben der Straße bis heute prägen.

Orga­ni­siert wird das Jubi­lä­ums­fest von den Bewoh­nern selbst, wie schon bei frü­he­ren Stra­ßen­fes­ten zu run­den Jah­res­ta­gen. Unter­stützt wird die Ver­an­stal­tung von regio­na­len Unter­neh­men und Initia­ti­ven, dem Minis­te­rium für Kul­tur und Wis­sen­schaft NRW im Bereich Sozio­kul­tur, der Bezirks­ver­tre­tung 2 sowie dem Brauch­tums­fonds der Stadt Düs­sel­dorf. Wer teil­neh­men möchte, ist ab 12 Uhr in der Kie­fern­straße will­kom­men – der Ein­tritt ist frei.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Fest und zur Geschichte der Straße gibt es unter kiefern.org.