Der Ostparkweiher wird im Herbst 2026 entschlammt. Die vorbereitenden Arbeiten beginnen bereits im September. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Heimann

Der Ost­park­wei­her wird im Herbst 2026 ent­schlammt. Die vor­be­rei­ten­den Arbei­ten begin­nen bereits im Sep­tem­ber. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Gartenamt/Heimann

 

Der Ost­park­wei­her im Düs­sel­dor­fer Ost­park wird in den kom­men­den Mona­ten grund­le­gend saniert. Der Aus­schuss für öffent­li­che Ein­rich­tun­gen, Stadt­öko­lo­gie, Abfall­ma­nage­ment und Bevöl­ke­rungs­schutz hat am 22. Juni die Aus­füh­rung des Pro­jekts „Sicher­stel­lung des Was­ser­stan­des im Ost­park­wei­her” beschlos­sen. Kern­stück der Maß­nahme ist die Ent­schlam­mung des denk­mal­ge­schütz­ten Gewäs­sers sowie die Schaf­fung eines dau­er­haft was­ser­füh­ren­den, tie­fe­ren Bereichs. Damit soll der öko­lo­gisch kri­ti­sche Zustand des Wei­hers nach­hal­tig ver­bes­sert werden.

Umwelt­de­zer­nent Jochen Kral betont die Bedeu­tung des Vor­ha­bens für die Zukunft des Gewäs­sers. „Mit der Ent­schlam­mung schaf­fen wir die Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass der Ost­park­wei­her auch bei künf­tig nied­ri­gen Was­ser­stän­den seine wich­tige öko­lo­gi­sche Funk­tion erfül­len kann. Die Arbei­ten sind ein gro­ßer Schritt nach vorn. Uns ist zugleich wich­tig, die Aus­wir­kun­gen auf die Besu­che­rin­nen und Besu­cher des Ost­parks so gering wie mög­lich zu hal­ten”, so Kral.

Bau­ar­bei­ten star­ten im Oktober
Bereits Anfang Sep­tem­ber begin­nen die vor­be­rei­ten­den Arbei­ten. Dazu zäh­len der not­wen­dige Rück­schnitt von Vege­ta­tion im Bau­be­reich, Arten­schutz­maß­nah­men sowie die Ein­rich­tung der Bau­stelle. Die eigent­li­che Ent­schlam­mung und Teil­ver­tie­fung des Wei­hers ist von Anfang Okto­ber bis Ende Januar 2027 geplant. Die­ser Zeit­raum ergibt sich aus dem Arten­schutz­gut­ach­ten, da die betrof­fe­nen Arten­grup­pen in die­sen Mona­ten wenig oder außer­halb des Gewäs­sers aktiv sind. Eine öko­lo­gi­sche Bau­be­glei­tung durch ein Umwelt­pla­nungs­büro soll wäh­rend der gesam­ten Bau­zeit zusätz­li­che Schutz­maß­nah­men gewährleisten.

Bevor die Ent­schlam­mung beginnt, wer­den Teich­mu­scheln, die dem Ent­schlam­mungs­ge­rät nicht aus­wei­chen kön­nen, ein­ge­sam­melt und vor­über­ge­hend in Kör­ben inner­halb des Wei­hers geschützt unter­ge­bracht. Rund fünf Pro­zent der Gewäs­ser­sohle blei­ben von den Arbei­ten aus­ge­nom­men, damit sich beson­ders schüt­zens­werte Arten wie­der ansie­deln kön­nen. Für die Ent­nahme des Schlamms kom­men Boote sowie gege­be­nen­falls Amphi­bi­en­fahr­zeuge zum Ein­satz. Der Schlamm wird über eine schwim­mende Lei­tung aus dem Wei­her gepumpt, außer­halb des Gewäs­sers mecha­nisch ent­wäs­sert und anschlie­ßend abtrans­por­tiert. Nach Abschluss der Arbei­ten wer­den die Bau­stel­len­ein­rich­tun­gen zurück­ge­baut und die genutz­ten Park­flä­chen denk­mal­ge­recht wie­der­her­ge­stellt. Diese Wie­der­her­stel­lung ist für Februar und März kom­men­den Jah­res vorgesehen.

Wel­che Ein­schrän­kun­gen gibt es im Ostpark?
Wäh­rend der Bau­zeit müs­sen die gewäs­ser­na­hen Park­be­rei­che west­lich der gro­ßen zen­tra­len Wiese gesperrt wer­den, ein­schließ­lich des Bereichs der Bau­stel­len­zu­fahrt von der Zwei­brü­cken­straße aus. Die übri­gen Berei­che des Ost­parks blei­ben für Besu­cher zugänglich.

Nach­hal­tige Ver­bes­se­rung für das Gewässer
Der Ost­park­wei­her weist der­zeit eine im Mit­tel rund 30 Zen­ti­me­ter starke Schlamm­schicht auf. Zugleich feh­len aus­rei­chend tiefe und dau­er­haft was­ser­füh­rende Berei­che, sodass den im Was­ser leben­den Orga­nis­men bei nied­ri­gen Was­ser­stän­den kaum geeig­nete Rück­zugs­räume zur Ver­fü­gung ste­hen. Mit der Maß­nahme ent­steht zen­tral ein deut­lich tie­fe­rer Bereich, des­sen Sohle rund einen Meter unter­halb der bis­he­ri­gen Gewäs­ser­sohle liegt. Die grö­ßere Was­ser­tiefe soll auch künf­tig bei nied­ri­gen Grund­was­ser­stän­den einen Rück­zugs­raum für die aqua­ti­sche Flora und Fauna bie­ten. Natur­nahe Flach­ufer­be­rei­che und Initi­al­pflan­zun­gen ergän­zen die öko­lo­gi­sche Auf­wer­tung des Weihers.

För­de­rung deckt Groß­teil der Kosten
Die Gesamt­pro­jekt­kos­ten belau­fen sich auf vor­aus­sicht­lich 1,51 Mil­lio­nen Euro. Den größ­ten Teil davon über­nimmt der Bund über das Akti­ons­pro­gramm „Natür­li­cher Kli­ma­schutz – länd­li­cher Raum” (ANK-LK) mit einer För­de­rung von 942.574 Euro.

Mit dem Pro­jekt inves­tiert die Stadt Düs­sel­dorf nicht nur in die Zukunft des Ost­park­wei­hers, son­dern auch in die bio­lo­gi­sche Viel­falt und die Kli­ma­an­pas­sung im öffent­li­chen Raum. Nach Abschluss der Arbei­ten soll der Wei­her dau­er­haft wider­stands­fä­hi­ger gegen­über nied­ri­gen Was­ser­stän­den sein und wie­der bes­sere Lebens­be­din­gun­gen für seine cha­rak­te­ris­ti­sche Tier- und Pflan­zen­welt bie­ten. Dazu zäh­len unter ande­rem die Arm­leuch­teralge (Cha­raceae), eine bedrohte Art der Roten Liste, die Große Teich­mu­schel (Anodonta cyg­nea), der Bit­ter­ling (Rho­deus ama­rus), die Schleie (Tinca tinca) und der Hecht (Esox lucius).