
Bezirksbürgermeister Dr. Thorsten Graeßner, Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW), Nicola Klinkhamer und Claudia Schiebel (Patinnen des Bücherschrankes), Dr. Markus Bönte, Geschäftsführer der Medizinischen Fakultät der HHU und Autor Sven-André Dreyer am neuen Offenen Bücherschrank an der Himmelgeister Straße. © HHU / Nicolas Stumpe
Am Kreisverkehr Himmelgeister Straße, dort wo die Straße in Richtung Moorenstraße abbiegt, steht seit dem 2. September ein neuer Offener Bücherschrank. Eingeweiht wurde er in unmittelbarer Nachbarschaft der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) – zwei Einrichtungen, die den Stadtteil Bilk seit Langem prägen. Initiiert wurde das Projekt von einer Bürgerinitiative aus dem Viertel, umgesetzt gemeinsam mit dem Literaturbüro NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Tradition mit langer Geschichte
Offene Bücherschränke gehören inzwischen fest zum Düsseldorfer Stadtbild. Den Anfang machte das Literaturbüro NRW im Jahr 2011 mit einem ersten Schrank am Rheinufer. Seitdem sind in der Landeshauptstadt mehr als 30 solcher Schränke entstanden, an denen sich jeder frei bedienen kann: ein Buch mitnehmen, ein gelesenes hineinstellen oder einfach nur stöbern. Der neue Standort in Bilk reiht sich nun in diese Tradition ein und schließt zugleich eine Lücke im direkten Umfeld der Universitätsklinik.
Fakultät als Nachbarschaftssponsor
Finanziell unterstützt wurde die Anschaffung von der Medizinischen Fakultät der HHU. Für die Einrichtung ist das Engagement mehr als eine reine Geste – es soll die Verbundenheit mit dem Stadtteil sichtbar machen. „Wir haben uns sehr gefreut, als die Bürgerinitiative mit dem Anliegen auf uns zugekommen ist”, sagte Dr. Markus Bönte, Geschäftsführer der Fakultät, bei der Einweihung. „Als Einrichtung sind wir Teil dieses Viertels, nicht nur als Ort des Lernens und Forschens, sondern auch als Mitglied der Düsseldorfer Stadtgesellschaft. Deshalb freuen wir uns sehr, mit dem Bücherschrank ein sichtbares Zeichen für unsere Nachbarschaft setzen zu können.” Dass eine medizinische Fakultät sich auf diese Weise im Quartier einbringt, dürfte nicht nur Anwohner, sondern auch Studierende und Klinikbesucher freuen, die künftig auf dem Weg zur Vorlesung oder zum Arzttermin einen Zwischenstopp am Bücherregal einlegen können.
Grußworte, Lesungen und Austausch
Zur feierlichen Einweihung kamen unter anderem Bezirksbürgermeister Dr. Thorsten Graeßner und Maren Jungclaus, Projektleiterin „Offene Bücherschränke” beim Literaturbüro NRW, die beide ein Grußwort hielten. Im Anschluss las der Düsseldorfer Autor Sven-André Dreyer aus seinem im September erscheinenden Buch „Der Einsamkeitsforscher”. Auch Bücherschrank-Patin Nicola Klinkhamer trug aus ihrem Lieblingsbuch vor. Danach nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich über Literatur auszutauschen und über künftige Pläne für den Stadtteil zu sprechen.
Treffpunkt für die Nachbarschaft
Ab sofort steht der Schrank allen offen: Anwohnern, Studierenden, Klinikbesuchern und Passanten. Bücher können kostenlos entnommen oder ausgelesene Exemplare dort abgestellt werden – ein niedrigschwelliges Angebot mit ständig wechselndem Bestand. Über den reinen Büchertausch hinaus soll der Platz künftig auch als Treffpunkt und Veranstaltungsort dienen, etwa für weitere Lesungen. Mit der Einweihung ist der erste Schritt getan; ob sich der Bücherschrank tatsächlich zu einem festen Bestandteil des Viertels entwickelt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.