Büdchentag in Düsseldorf © LB / Olaf Oidtmann

Büd­chen­tag in Düs­sel­dorf © LB / Olaf Oidtmann

 

Am Sams­tag, 5. Sep­tem­ber, ver­wan­delt sich Düs­sel­dorf zum zehn­ten Mal in eine Stadt der klei­nen Büh­nen. Der Düs­sel­dor­fer Büd­chen­tag fei­ert an die­sem Tag sein run­des Jubi­läum – unter dem Motto „All City am Büd­chen. All City dank Büd­chen” öff­nen sich in nahezu allen Stadt­tei­len die Kioske für Musik, Lite­ra­tur, Thea­ter und Kunst. Das Fest ist kos­ten­los und fin­det dezen­tral statt, von 13 bis 22 Uhr ver­wan­deln sich Büd­chen in Bilk, Pem­pel­fort, Flin­gern, Ober­bilk und Garath in kleine Kulturorte.

Vom Geheim­tipp zum Stadtereignis
Was 2016 als krea­tive Idee begann, ist mitt­ler­weile zum größ­ten Nach­bar­schafts­fest der Stadt gewach­sen. Über 60 teil­neh­mende Büd­chen, mehr als 250 Künst­le­rin­nen und Künst­ler sowie rund 15.000 erwar­tete Besu­che­rin­nen und Besu­cher spre­chen für sich. Ver­an­stal­tet wird der Büd­chen­tag vom Düs­sel­dor­fer Büd­chen­tag e.V., geför­dert vom städ­ti­schen Kul­tur­amt und der Bür­ger­Stif­tung Düsseldorf.

Volle Stra­ßen und gute Laune
Wer am Sams­tag durch die Vier­tel zog, bekam einen Ein­druck davon, wie sehr das Fest inzwi­schen zum fes­ten Bestand­teil des Düs­sel­dor­fer Spät­som­mers gewor­den ist. Vor der Trink­halle am Rochus­markt bil­dete sich schon am frü­hen Nach­mit­tag eine lange Schlange, wäh­rend an ande­rer Stelle DJs ihre Pio­neer-Pulte direkt vor die Laden­theke stell­ten und die Straße zur Tanz­flä­che mach­ten. An meh­re­ren Stand­or­ten hat­ten Bands unter auf­ge­spann­ten Son­nen­se­geln ihre Ver­stär­ker auf­ge­baut, mal vor his­to­ri­scher Kulisse mit Kopf­stein­pflas­ter, mal mit­ten auf gesperr­ten Stra­ßen­zü­gen, die für den Tag zu Fuß­gän­ger­zo­nen wur­den. Für Kin­der gab es eigene Pro­gramm­punkte: Auf einem Spiel­platz luden Info­stände mit Gir­lan­den und Luft­bal­lons zum Mit­ma­chen ein, wäh­rend im Hin­ter­grund Klet­ter­netz und Schau­keln in Betrieb waren. Auch die Stadt­werke nutz­ten das Fest, um mit einer Regen­was­ser­ak­tion für mehr Grün in der Stadt zu wer­ben. An meh­re­ren Büd­chen, etwa dem tra­di­ti­ons­rei­chen Rund­ki­osk am Stau­fen­platz, fei­er­ten Betrei­ber und Stamm­gäste gemein­sam mit Blu­men­schmuck und Bier­bän­ken vor der Tür – sicht­ba­res Zei­chen dafür, dass der Büd­chen­tag längst nicht nur ein Kul­tur­pro­gramm, son­dern auch ein Fest der Nach­bar­schaft ist.

Büd­chen in fast allen Stadtteilen
Ins­ge­samt betei­li­gen sich in die­sem Jahr mehr als 60 Büd­chen am Fest – von der Alt­stadt über Bilk, Fried­rich­stadt, Ober­bilk, Pem­pel­fort, Flin­gern und Düs­sel­tal bis nach Ger­res­heim, Mör­sen­broich, Unter­rath, Lie­ren­feld und Wers­ten. Zu den bekann­ten Adres­sen zäh­len etwa das For­tuna Büd­chen in Pem­pel­fort, der Kiosk am Stau­fen­platz in Gra­fen­berg oder die Trink­halle am Rochus­markt, an der in die­sem Jahr auch das Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus mit sei­nem For­mat „Stadt” Sta­tion macht.

Erst­mals öffent­li­cher Auf­ruf zur Teilnahme
Zum Jubi­läum ist eini­ges neu: Erst­mals konn­ten sich Inter­es­sierte über einen öffent­li­chen „Mach mit”-Aufruf für das Pro­gramm bewer­ben. Bis Ende Mai waren nicht nur Büd­chen­be­trei­be­rin­nen und ‑betrei­ber gefragt, son­dern aus­drück­lich auch Krea­tive aus Chor, Lite­ra­tur, Thea­ter und Kunst – Berei­che, die über das klas­si­sche Band- und DJ-Pro­gramm hin­aus­ge­hen. Auch geo­gra­fisch wächst das Fest: Zum ers­ten Mal sind Büd­chen in Ober­kas­sel, Lie­ren­feld, Unter­rath und Ger­res­heim mit dabei.

Büd­chen als soziale Mikrozentren
Vor­stands­mit­glied Chris­tian Düch­tel bringt die Idee hin­ter dem Fest auf den Punkt: Büd­chen seien weit mehr als Orte der Nah­ver­sor­gung, sie seien soziale Mikro­zen­tren und Nach­bar­schafts­treffs. Gerade weil Begeg­nungs­orte in der Stadt sel­te­ner wür­den, komme den klei­nen Kios­ken eine beson­dere Bedeu­tung für das städ­ti­sche Mit­ein­an­der zu. Mit einem neuen Vor­stand – neben Düch­tel gehö­ren nun auch Marie Deiss und Jakob Bar­zel zur Füh­rung – geht der Ver­ein orga­ni­sa­to­risch gestärkt in das Jubiläumsjahr.

Pro­gramm reicht bis in die Clubs
Auch für das Jubi­läum bleibt das Grund­prin­zip erhal­ten: Das Pro­gramm kommt zu den Büd­chen, nicht umge­kehrt. Neu ist in die­sem Jahr die Betei­li­gung von Kul­tur­ein­rich­tun­gen wie dem Thea­ter­mu­seum, das mit dem „Büd­chen Palace” sei­nen Snack­wett­be­werb „Pickle Palace” an den Stre­se­mann­platz bringt. Dazu kom­men Son­der­ak­tio­nen wie ein Zuhör-Büd­chen, ein Chör­pro­gramm an vier Stand­or­ten, Old­ti­mer-Son­der­fahr­ten der Rhein­bahn sowie die „On Tour”-Auftritte von DJ Bandhu und Georg Zim­mer­mann an wech­seln­den Orten. Wenn an den Büd­chen gegen 22 Uhr Fei­er­abend ist, zieht das Fest unter dem Titel „All City After­show-Party” wei­ter in die Clubs Giselle, Graf, Rein­raum und Schleuse Zwei im Bil­ker Bun­ker – ein Ticket gilt für alle vier Locations.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm gibt es unter thedorf.de/10-jahre-buedchentag.

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