Rund 350 his­to­ri­sche Grab­male aus dem 19. Jahr­hun­dert ste­hen auf dem Golz­hei­mer Fried­hof, viele davon von hohem künst­le­ri­schem und geschicht­li­chem Wert. Damit die Steine nicht unter Moos, Laub und Efeu ver­schwin­den, hat­ten die Stadt Düs­sel­dorf und der Ver­ein “Der Golz­hei­mer Fried­hof soll leben e.V.” am Sams­tag zu einem Paten­schafts­tag ein­ge­la­den. Zahl­rei­che Düs­sel­dor­fe­rin­nen und Düs­sel­dor­fer folg­ten dem Auf­ruf, um die Grab­steine ihrer Paten­schaf­ten vom Grün der ver­gan­ge­nen Monate zu befreien.

Schon am Vor­mit­tag füll­ten sich die Wie­sen rund um das Areal an der Ecke Fischer­straße und Kleve Straße mit bun­ten Gieß­kan­nen und Eimern. Mit­zu­brin­gen brauch­ten die Grab­pa­tin­nen und Grab­pa­ten selbst nichts: Zwei Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Garten‑, Fried­hofs- und Forst­am­tes hat­ten einen Was­ser­wa­gen samt Schläu­chen sowie Wur­zel­bürs­ten, Schwämme, Besen und wei­te­res Rei­ni­gungs­ge­rät mit­ge­bracht und stell­ten die kom­plette Aus­rüs­tung zur Ver­fü­gung. In klei­nen Grup­pen zogen die Teil­neh­men­den über den park­ähn­li­chen Fried­hof, ver­gli­chen Auf­zeich­nun­gen zu ihren über­nom­me­nen Grab­stät­ten und mach­ten sich anschlie­ßend an die Arbeit.

Gruß­worte unter alten Bäu­men
Zur Begrü­ßung hatte sich die Runde unter einem Pavil­lon der Stadt ver­sam­melt. Zunächst rich­tete Doris Tör­kel, Lei­te­rin des Garten‑, Fried­hofs- und Forst­am­tes der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, ein paar Dan­kes­worte an die Teil­neh­men­den – auch im Namen des Gar­ten­am­tes, das die Aktion seit Jah­ren unter­stützt. Im Anschluss sprach Chris­tian Lösch­ner, Schatz­meis­ter von “Der Golz­hei­mer Fried­hof soll leben e.V.”, für den Ver­ein und dankte den Anwe­sen­den für ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment für den Erhalt des Kul­tur­denk­mals. Bei Was­ser und Gebäck kamen die Grab­pa­tin­nen und Grab­pa­ten vor dem Start der eigent­li­chen Pfle­ge­ar­bei­ten noch ein­mal ins Gespräch.

Ver­ein setzt sich seit Jah­ren für den Erhalt ein
Der Ver­ein “Der Golz­hei­mer Fried­hof soll leben e.V.” hat es sich zur Auf­gabe gemacht, das Kul­tur­denk­mal Golz­hei­mer Fried­hof und die dort erhal­te­nen his­to­ri­schen Grab­steine zu bewah­ren, zu pfle­gen und, wo nötig und mög­lich, wie­der­her­zu­stel­len. Dazu infor­miert der Ver­ein die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger über den kul­tur­his­to­ri­schen Wert der Anlage, ver­mit­telt Paten­schaf­ten für ein­zelne Grab­male und sam­melt Spen­den, um Restau­rie­run­gen zu finan­zie­ren. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren sind auf die­sem Weg bereits rund 80 Paten­schaf­ten für mehr als 100 Grab­male zustande gekom­men. Wer mehr über den Ver­ein, seine Pro­jekte und die Geschichte des Fried­hofs erfah­ren möchte, fin­det wei­tere Infor­ma­tio­nen unter www.der-golzheimer-friedhof-soll-leben.de.

Wei­tere Patin­nen und Paten will­kom­men
Wer künf­tig Inter­esse an einer eige­nen Grab­pa­ten­schaft hat, kann sich bei der Stadt mel­den. Ansprech­part­ne­rin ist Ste­pha­nie Phil­ipps vom Garten‑, Fried­hofs- und Forst­amt, erreich­bar tele­fo­nisch unter 0211–8994805 oder per E‑Mail an stephanie.philipps@duesseldorf.de. Der Golz­hei­mer Fried­hof gehört neben dem Alten Fried­hof in Bonn und dem Köl­ner Mela­ten-Fried­hof zu den bedeu­tends­ten his­to­ri­schen Fried­hofs­an­la­gen in Nord­rhein-West­fa­len und wurde einst von dem bekann­ten Gar­ten­ar­chi­tek­ten Maxi­mi­lian Fried­rich Weyhe angelegt.