Giuseppe Verdis „La traviata“ an der Deutschen Oper am Rhein – hier mit Luiza Fatyol (Violetta Valéry) und Lucio Gallo (Giorgio Germont). FOTO: Hans Jörg Michel

Giu­seppe Ver­dis „La tra­viata“ an der Deut­schen Oper am Rhein – hier mit Luiza Fatyol (Vio­letta Valéry) und Lucio Gallo (Gior­gio Ger­mont). FOTO: Hans Jörg Michel

 

Auf­at­men bei der Deut­schen Oper am Rhein: Nach den über­ra­schen­den Absa­gen zum Sai­son­auf­takt kann das Opern­haus Düs­sel­dorf am Sonn­tag, 27. Sep­tem­ber 2026, doch noch in die neue Spiel­zeit star­ten. Um 18.30 Uhr hebt sich der Vor­hang für Giu­seppe Ver­dis „La tra­viata“ – eine Woche spä­ter als ursprüng­lich vor­ge­se­hen, aber immer­hin ohne wei­tere Verzögerung.

Grund für das Chaos der ver­gan­ge­nen Tage waren sta­ti­sche Män­gel im Büh­nen­turm des Opern­hau­ses an der Hein­rich-Heine-Allee. Bei einer tur­nus­mä­ßi­gen Sicher­heits­über­prü­fung wäh­rend der Som­mer­pause hat­ten Prü­fer Schwä­chen an der Trä­ger­kon­struk­tion im vor­de­ren Bereich des Büh­nen­turms ent­deckt, direkt über dem Büh­nen­por­tal. Betrof­fen sind Bau­teile, die größ­ten­teils noch aus der Zeit des Wie­der­auf­baus nach dem Zwei­ten Welt­krieg stam­men. Das zustän­dige Sta­tik­büro erteilte dar­auf­hin zunächst keine Frei­gabe für den Probe- und Spiel­be­trieb – mit der Folge, dass das für den 13. Sep­tem­ber geplante Thea­ter­fest sowie zahl­rei­che Vor­stel­lun­gen gestri­chen wer­den muss­ten, dar­un­ter die kom­plette Serie von Puc­ci­nis „Madama Butterfly“.

Das marode Opern­haus ist seit Jah­ren ein Sor­gen­kind der Lan­des­haupt­stadt. Allein seit Okto­ber 2017 sind mehr als zehn Mil­lio­nen Euro in Repa­ra­tu­ren geflos­sen. Ursprüng­lich sollte des­halb ein kom­plett neues Opern­haus ent­ste­hen, im Som­mer 2026 kippte der Stadt­rat diese Neu­bau­pläne jedoch zuguns­ten einer Ertüch­ti­gung des Bestands­ge­bäu­des. Nun müs­sen die Las­ten der betrof­fe­nen Trä­ger­kon­struk­tion auf neue Trä­ger ver­teilt wer­den, um die Arbeits­ga­le­rien und die Por­tal­brü­cke wei­ter­hin sicher zu hal­ten. Nach aktu­el­lem Stand las­sen sich die not­wen­di­gen Siche­rungs­maß­nah­men recht­zei­tig bis zum 27. Sep­tem­ber abschließen.

„Nach den schwie­ri­gen Nach­rich­ten der ver­gan­ge­nen Tage sind wir sehr froh, unse­rem Publi­kum jetzt sagen zu kön­nen: Es geht wie­der los“, sagt Mar­win Wendt, Künst­le­ri­scher Lei­ter der Deut­schen Oper am Rhein. „Wir freuen uns dar­auf, das Haus schon bald wie­der mit Musik und Leben zu fül­len – zunächst mit unse­rem neuen Opern­stu­dio und dann, nur eine Woche nach dem geplan­ten Abschluss der bau­li­chen Maß­nah­men, ab dem 27. Sep­tem­ber auch wie­der auf der gro­ßen Bühne.“

Opern­stu­dio gibt Vor­ge­schmack im Foyer
Noch vor dem eigent­li­chen Sai­son­start gibt es bereits am Sonn­tag, 20. Sep­tem­ber, um 11 Uhr einen musi­ka­li­schen Vor­ge­schmack: Im Foyer des Opern­hau­ses stel­len sich die sie­ben neuen Mit­glie­der des Opern­stu­dios beim Mati­nee­kon­zert „Das neue Opern­stu­dio stellt sich vor“ dem Publi­kum vor. Der Ein­tritt ist frei, wegen der begrenz­ten Kapa­zi­tät wer­den aber Ein­tritts­kar­ten benö­tigt. Diese sind über operamrhein.de oder im Opern­shop erhältlich.

Neuer Ter­min für „Meistersinger“-Premiere
Auch für die ver­scho­bene Neu­in­sze­nie­rung von Richard Wag­ners „Die Meis­ter­sin­ger von Nürn­berg“ steht inzwi­schen ein neuer Ter­min fest. Die Pre­miere in der Regie von Daniel Kra­mer fin­det nun am Sams­tag, 17. Okto­ber 2026, um 17 Uhr statt – ursprüng­lich war der 11. Okto­ber vor­ge­se­hen. Wer bereits Kar­ten für den alten Ter­min besitzt, wird von der Deut­schen Oper am Rhein über die Umbu­chung infor­miert. Bis die­ser Pro­zess abge­schlos­sen ist, bleibt der neue Pre­mie­ren­ter­min zunächst für den freien Ver­kauf gesperrt.

Die wei­te­ren Ände­run­gen im Überblick
Statt des Thea­ter­fests am 13. Sep­tem­ber fin­det von 12 bis 17 Uhr ein Kos­tüm­ver­kauf im Foyer statt. Die kom­plette „Madama Butterfly“-Serie am 12., 19. und 27. Sep­tem­ber sowie am 4., 9. und 15. Okto­ber ent­fällt ersatz­los, am 27. Sep­tem­ber und 4. Okto­ber springt statt­des­sen „La tra­viata“ ein. Von „La tra­viata“ selbst fal­len die Vor­stel­lun­gen am 20. und 26. Sep­tem­ber aus. Die Auf­füh­rung „Come­dian Har­mo­nists – Best of“ am 30. Sep­tem­ber wird eben­falls gestri­chen, wäh­rend „Ren­dez­vous um halb 8 – Oper meets Palermo“ vom 7. auf den 11. Okto­ber ver­scho­ben wird.

Über wei­tere Ent­wick­lun­gen und mög­li­che Umbu­chun­gen infor­miert die Deut­sche Oper am Rhein fort­lau­fend auf ihrer Website.