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Himmelgeist bekommt seinen Hochwasserschutz: Die Deichlücke wird geschlossen

Der Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Düsseldorf (SEBD) verbessert den Hochwasserschutz in Himmelgeist und schließt die Deichlücke. Zukünftig sollen dadurch in Himmelgeist und den angrenzenden Stadtteilen rund 13.000 Menschen besser vor Hochwasser geschützt werden. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich Ende 2028 abgeschlossen und kosten rund 43,5 Millionen Euro. © Stadt Düsseldorf/Claus Langer

Der Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trieb der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf (SEBD) ver­bes­sert den Hoch­was­ser­schutz in Him­mel­geist und schließt die Deichlü­cke. Zukünf­tig sol­len dadurch in Him­mel­geist und den angren­zen­den Stadt­tei­len rund 13.000 Men­schen bes­ser vor Hoch­was­ser geschützt wer­den. Die Bau­maß­nah­men wer­den vor­aus­sicht­lich Ende 2028 abge­schlos­sen und kos­ten rund 43,5 Mil­lio­nen Euro. © Stadt Düsseldorf/Claus Langer

In Him­mel­geist hat der Bau eines durch­ge­hen­den Hoch­was­ser­schut­zes begon­nen. Der Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trieb Düs­sel­dorf (SEBD) will die Lücke im Deich bis Ende 2028 schlie­ßen und dafür rund 43,5 Mil­lio­nen Euro aus­ge­ben. Nach Anga­ben der Stadt sol­len künf­tig rund 13.000 Men­schen in Him­mel­geist und den angren­zen­den Stadt­tei­len bes­ser vor dem Rhein geschützt sein. Am Mon­tag, 19. Okto­ber, ver­schaff­ten sich NRW-Umwelt­mi­nis­ter Oli­ver Kri­scher, der städ­ti­sche Bei­geord­nete für Mobi­li­tät und Infra­struk­tur, Mar­cus Beyer, und SEBD-Betriebs­lei­ter Frank Heu­ner vor Ort einen Ein­druck vom Stand der Arbeiten.

Land über­nimmt den größ­ten Teil der Kosten
Das Land Nord­rhein-West­fa­len steu­ert rund 28 Mil­lio­nen Euro zu dem Pro­jekt bei. Kri­scher ver­wies auf die Flut­ka­ta­stro­phe von 2021. Sie habe gezeigt, wel­che zer­stö­re­ri­sche Kraft Was­ser ent­fal­ten könne. Gerade dort, wo Men­schen so nah am Rhein leb­ten wie in Him­mel­geist, seien leis­tungs­fä­hige Schutz­an­la­gen nötig. „Das Schlie­ßen die­ser Lücke wird deut­lich mehr Sicher­heit für den Stadt­teil schaf­fen“, sagte der Minister.

Zuletzt gab es in Him­mel­geist ernste Hoch­was­ser­la­gen in den Jah­ren 1993 und 1995. Damals konnte eine Über­flu­tung des Stadt­teils nur mit einem auf­wen­di­gen Ein­satz von Sand­sä­cken abge­wen­det wer­den. Inzwi­schen wurde das erfor­der­li­che Schutz­ni­veau neu berech­net. Die vor­han­de­nen Anla­gen rei­chen dafür nicht mehr aus und wer­den des­halb moder­ni­siert und tech­nisch erwei­tert. Beyer erklärte, die Stadt sorge mit den Arbei­ten für eine Hoch­was­ser­lage von rund 11,70 Metern am Düs­sel­dor­fer Pegel vor.

Anspruchs­volle Tech­nik auf 1,5 Kilo­me­tern Länge
Auf einer Stre­cke von etwa 1,5 Kilo­me­tern ent­ste­hen Stahlspund­wände, ver­klei­dete Stahl­be­ton­wände, Deich­tore und neue Ent­wäs­se­rungs­ein­rich­tun­gen sowie ein Deich­ver­tei­di­gungs­weg. Zusätz­lich müs­sen Stra­ßen, Wege und Ent­wäs­se­rungs­an­la­gen ange­passt oder erneu­ert wer­den. Auch einige Lei­tun­gen im Unter­grund wer­den ver­legt. Die Arbei­ten lau­fen auf Grund­lage von zwei Plan­fest­stel­lungs­be­schlüs­sen der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf. Da Teile des Bau­ge­biets in Land­schafts- und Natur­schutz­ge­bie­ten lie­gen, gel­ten beson­dere Auf­la­gen für den Natur- und Bodenschutz.

Heu­ner zeigte sich erleich­tert, dass es nun los­geht. „End­lich kann der SEBD mit den not­wen­di­gen Bau­maß­nah­men in Him­mel­geist star­ten“, sagte er. Der Deich werde nach dem aktu­el­len Stand der Tech­nik ver­voll­stän­digt. Zugleich wolle man die land­schaft­li­che und his­to­ri­sche Qua­li­tät des Stadt­teils so weit wie mög­lich bewahren.

Zwei Bau­ab­schnitte, eng getaktet
Das Pro­jekt ist in zwei Abschnitte geglie­dert, die zeit­lich eng auf­ein­an­der abge­stimmt umge­setzt wer­den. Der erste Bereich, „Schloss­mei­er­hof“, reicht vom bestehen­den Mickel­ner Deich bis süd­lich der Kir­che St. Niko­laus. Dort steht bereits ein älte­rer Deich, der aber teil­weise nicht stand­si­cher genug und für künf­tige Hoch­was­ser zu nied­rig ist. Er wird ertüch­tigt und abschnitts­weise neu auf­ge­baut. Dazu kom­men Spund­wände, Beton­wände, Ram­pen, Deich­tore und Ent­wäs­se­rungs­an­la­gen. Auf die Wände kön­nen bei Bedarf mobile Schutz­ele­mente auf­ge­setzt wer­den. Beson­dere Rück­sicht neh­men die Pla­ner auf das his­to­ri­sche Umfeld rund um Schloss­mei­er­hof, Kir­che und ehe­ma­li­gen Fron­hof. Außer­dem muss der Broich­gra­ben mit sei­nen Ent­wäs­se­rungs­sys­te­men funk­ti­ons­fä­hig bleiben.

Der zweite Abschnitt umfasst die direkte Orts­lage nörd­lich der Kir­che. Hier gibt es bis­lang nahezu keine offi­zi­elle Hoch­was­ser­schutz­an­lage. Die Niko­laus­straße über­nimmt zwar teil­weise die Funk­tion einer Schutz­li­nie, hält aber extre­men Hoch­was­ser­la­gen nicht stand. Zwi­schen Rhein und Bebau­ung feh­len erheb­li­che Höhen­me­ter zum heute erfor­der­li­chen Schutz­ni­veau. Des­halb ent­steht eine kom­plett neue Anlage mit Spund­wän­den, Stahl­be­ton­wän­den, Deich­to­ren und ver­schließ­ba­ren Hoch­was­ser­sper­ren in der Ent­wäs­se­rung. Der Deich­ver­tei­di­gungs­weg, über den die Anlage im Ernst­fall kon­trol­liert und gesi­chert wer­den kann, folgt gro­ßen­teils der Niko­laus­straße und wird in eini­gen Berei­chen verschwenkt.

Enge Stra­ßen und wenig Platz für die Baustelle
Vor allem in der Orts­lage stellt die Bau­stelle die Betei­lig­ten vor Her­aus­for­de­run­gen. Sie zieht sich über län­gere Stre­cken durch enge Stra­ßen, teils in Sack­gas­sen, und es ste­hen nur begrenzte Lager­flä­chen zur Ver­fü­gung. Ein­zelne Abschnitte lie­gen unmit­tel­bar neben Wohn­häu­sern und stei­len Ufer­be­rei­chen. Beyer bat die Anwoh­ner schon jetzt um Ver­ständ­nis für Ein­schrän­kun­gen durch Mate­ri­al­lie­fe­run­gen und Bau­ar­bei­ten. Die Stadt sichert zu, dass die Erreich­bar­keit für Anwoh­ner, Ret­tungs­dienste, Feu­er­wehr und Müll­ab­fuhr wäh­rend der gesam­ten Bau­zeit gewähr­leis­tet bleibt.

Erste Spund­wände ste­hen bereits
Die Vor­be­rei­tun­gen sind inzwi­schen abge­schlos­sen: Das Gelände wurde ver­mes­sen, der Zustand der Umge­bung doku­men­tiert, das Bau­feld frei­ge­macht und die Bau­stel­len­ein­rich­tung samt Lager­flä­che auf­ge­baut. Es folg­ten die Bau­stra­ßen und die Unter­su­chun­gen auf Kampf­mit­tel. Die Anlie­fe­rung der Spund­wände läuft auf Hoch­tou­ren, die ers­ten Wände und Pfahl­rohre sind mit schwe­rem Gerät bereits im Boden. Zudem wurde der Durch­lass des Broich­gra­bens zurück­ge­baut. Auch an der Win­kel­stütz­wand im Bereich des Schloss­mei­er­hofs wird bereits gearbeitet.

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