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Fast jeder vierte junge Düsseldorfer sitzt zu lange vor dem Bildschirm

Symbolbild © 2026 Lokalbüro / KI-generiertes Bild mit ChatGPT

Sym­bol­bild © 2026 Lokal­büro / KI-gene­rier­tes Bild mit ChatGPT

 

Kin­der und Jugend­li­che in Düs­sel­dorf und im Kreis Mett­mann ver­brin­gen auf­fal­lend viel Zeit mit Social Media. Nach Anga­ben ihrer Eltern über­schrei­ten 24,5 Pro­zent der Sie­ben- bis 17-Jäh­ri­gen die emp­foh­lene Bild­schirm­zeit allein durch Platt­for­men wie Tik­Tok oder You­Tube. Das ist der höchste Wert im gesam­ten Ein­zugs­ge­biet der AOK Rheinland/Hamburg. Das geht aus dem neuen AOK-Kin­der­ge­sund­heits­at­las 2026 her­vor, für den die Kran­ken­kasse zwei Jahre nach der ers­ten gro­ßen Erhe­bung erneut 5.000 Eltern im Rhein­land und in Ham­burg befra­gen ließ. Die Umfrage über­nahm das Insti­tut IMK.

Bewe­gungs­man­gel bei fast neun von zehn Kindern
Wer viel vor dem Bild­schirm sitzt, bewegt sich in der Regel weni­ger. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) emp­fiehlt Kin­dern und Jugend­li­chen min­des­tens 60 Minu­ten Bewe­gung am Tag. In Düs­sel­dorf und im Kreis Mett­mann schaf­fen das nur 11,9 Pro­zent. Fast neun von zehn Kin­dern errei­chen die Emp­feh­lung also nicht. Dabei gel­ten regel­mä­ßig aktive Kin­der als wider­stands­fä­hi­ger und sel­te­ner anfäl­lig für kör­per­li­che wie psy­chi­sche Beschwer­den, und das bis ins Erwach­se­nen­al­ter. Bei Über­ge­wicht zeigt die Befra­gung eine auf­fäl­lige Lücke: Nur 1,6 Pro­zent der Eltern berich­ten von einer Adi­po­si­tas-Dia­gnose bei ihrem Kind. Rech­net man die von den Eltern ange­ge­be­nen Grö­ßen- und Gewichts­da­ten in den Body-Mass-Index um, gel­ten dage­gen 12,2 Pro­zent der Kin­der und Jugend­li­chen in der Region als adipös.

Zucker schon im ers­ten Lebensjahr
Auch bei der Ernäh­rung liegt die Region an der Spitze, aller­dings aus Sicht der Gesund­heits­exper­ten an der fal­schen. Laut Atlas gibt mehr als jedes siebte Kind (15,1 Pro­zent) täg­lich min­des­tens zwei ver­schie­dene zucker­hal­tige Getränke oder Lebens­mit­tel zu sich, teils schon ab dem ers­ten Lebens­jahr. Die WHO rät bei Kin­dern unter zwei Jah­ren von zuge­setz­tem, soge­nann­tem freiem Zucker ganz ab. Für ältere Kin­der liegt die Ober­grenze bei 25 Gramm pro Tag, etwa sechs klei­nen Tee­löf­feln. Zum freien Zucker zäh­len auch Honig, Sirup und Frucht­säfte. Viel davon steckt in Fer­tig­pro­duk­ten, selbst in herz­haf­ten Gerich­ten, aber auch in ver­meint­lich gesun­den Snacks: Ein Müs­li­rie­gel ent­hält laut AOK bereits sechs bis sie­ben Gramm und damit rund ein Vier­tel der emp­foh­le­nen Tagesmenge.

Jedes fünfte Eltern­teil hat Pro­bleme mit Gesundheitsinformationen
Dass ver­steck­ter Zucker so oft unent­deckt bleibt, hat nach Ein­schät­zung der Kasse auch mit der Gesund­heits­kom­pe­tenz der Eltern zu tun. In Düs­sel­dorf und im Kreis Mett­mann haben 20,1 Pro­zent der Eltern damit Schwie­rig­kei­ten: Sie kön­nen Gesund­heits­in­for­ma­tio­nen nicht sicher fin­den, ver­ste­hen, bewer­ten oder im All­tag anwen­den. Eltern mit guter Gesund­heits­kom­pe­tenz grei­fen dem Atlas zufolge bei Ernäh­rung, Bewe­gung oder Medi­en­nut­zung frü­her ein und holen sich recht­zei­tig Hilfe.

Viele ADHS-Dia­gno­sen, viele chro­ni­sche Erkrankungen
Auch bei Krank­heits­bil­dern fällt die Region auf. Nach Anga­ben der Eltern wurde bei 7,7 Pro­zent der Kin­der und Jugend­li­chen ADHS dia­gnos­ti­ziert, ein über­durch­schnitt­lich hoher Wert. Eine bloße Ver­mu­tung äußern dage­gen nur 6,9 Pro­zent der Eltern, der nied­rigste Wert im Ein­zugs­ge­biet. Bei 31,5 Pro­zent der Kin­der liegt zudem min­des­tens eine dia­gnos­ti­zierte chro­ni­sche Erkran­kung vor, 36,1 Pro­zent der Eltern ver­mu­ten eine. Abge­fragt wur­den 21 kör­per­li­che und psy­chi­sche Erkran­kun­gen, All­er­gien und Gesund­heits­pro­bleme. Jedes vierte Kind (24,5 Pro­zent) lei­det außer­dem unter meh­re­ren psy­cho­so­ma­ti­schen Beschwer­den. Dazu zäh­len etwa Bauch- oder Kopf­schmer­zen und Schlaf­pro­bleme, von denen min­des­tens zwei fast jede Woche auftreten.

AOK for­dert Hilfe direkt vor Ort
Ste­fa­nie Bet­zer, Regio­nal­di­rek­to­rin der AOK in Düs­sel­dorf-Mett­mann, sieht in den Zah­len einen kla­ren Auf­trag. Gesund­heits­kom­pe­tenz sei der ent­schei­dende Fak­tor, sagte sie. Eltern müss­ten ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen nicht nur fin­den und ver­ste­hen, son­dern auch in ihren Fami­li­en­all­tag inte­grie­ren kön­nen. Zugleich brau­che es Ange­bote, die Fami­lien dort unter­stüt­zen, wo sie leben. Eltern fin­den im Kin­der­ge­sund­heits­at­las unter der Rubrik „Für Eltern“ Infor­ma­tio­nen zu Krank­hei­ten, Vor­beu­gung und wei­te­ren Hilfsangeboten.

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