Im ersten Teil der Serie des Gartenamtes "Zukunftsbäume" wird der markante Trompetenbaum vorgestellt. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane Dase

Im ers­ten Teil der Serie des Gar­ten­am­tes “Zukunfts­bäume” wird der mar­kante Trom­pe­ten­baum vor­ge­stellt. © Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf/Gartenamt/Christiane Dase

 

Mit dem Beginn der Som­mer­fe­rien star­tet das Düs­sel­dor­fer Gar­ten­amt eine sechs­tei­lige Serie über soge­nannte Zukunfts­bäume – Baum­ar­ten, die Hitze, Tro­cken­heit und die beson­de­ren Belas­tun­gen des Stadt­le­bens gut ver­kraf­ten. Den Anfang macht ein Baum, der schon durch seine Optik auf­fällt: der Trompetenbaum.

Wer durch den Zoo­park spa­ziert, trifft dort auf Bäume aus aller Welt, die längst zum fes­ten Bestand­teil der Düs­sel­dor­fer Stadt- und Park­land­schaft gewor­den sind. Beson­ders ins Auge fällt dabei der Trom­pe­ten­baum mit sei­nen gro­ßen, herz­för­mi­gen Blät­tern, den auf­fäl­li­gen wei­ßen Blü­ten und den lan­gen, boh­nen­ar­ti­gen Früch­ten. Er sieht nicht nur unge­wöhn­lich ein­drucks­voll aus, son­dern zählt auch zu den Baum­ar­ten, die mit den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels erstaun­lich gut zurecht­kom­men. Des­halb steht er auf der Düs­sel­dor­fer Zukunftsbaumliste.

Ursprung in Nord­ame­rika, Tra­di­tion seit dem 18. Jahrhundert

Der Trom­pe­ten­baum, bota­nisch Catalpa bigno­nio­ides, stammt ursprüng­lich aus Nord­ame­rika und hat sich in Europa seit dem 18. Jahr­hun­dert als belieb­ter Park- und Stra­ßen­baum eta­bliert. Sei­nen deut­schen Namen ver­dankt er den wei­ßen Blü­ten, deren Form an den Schall­be­cher einer Trom­pete erin­nert. Im Laufe des Som­mers ent­wi­ckeln sich dar­aus lange, schmale Frucht­kap­seln, die häu­fig bis weit in den Win­ter hin­ein am Baum hän­gen blei­ben – ein mar­kan­tes Bild, wenn viele andere Bäume längst kahl sind. Diese Frucht­stände brach­ten dem Baum im Volks­mund auch den Bei­na­men “Zigar­ren­baum” ein.

Auf­fäl­lig sind zudem seine herz­för­mi­gen Blät­ter, die zu den größ­ten unter allen mit­tel­eu­ro­päi­schen Stadt­bäu­men zäh­len. Sie bil­den ein dich­tes grü­nes Blät­ter­dach und spen­den an hei­ßen Som­mer­ta­gen wohl­tu­en­den Schat­ten. Genau darin liegt eine sei­ner größ­ten Stär­ken: In stark bebau­ten Berei­chen mit viel Asphalt und Pflas­ter hei­zen sich Flä­chen unter sei­ner Krone deut­lich lang­sa­mer auf, weil das über die Blät­ter ver­duns­tende Was­ser die Umge­bung spür­bar abkühlt. Der Trom­pe­ten­baum wirkt damit wie eine natür­li­che Kli­ma­an­lage und hilft, soge­nannte urbane Wär­me­inseln abzuschwächen.

Robust gegen­über Hitze, Tro­cken­heit und Spätfrösten

Der Baum gilt als wider­stands­fä­hig gegen­über den typi­schen Belas­tun­gen des Stadt­le­bens. Er kommt gut mit Hitze und som­mer­li­cher Tro­cken­heit zurecht und bevor­zugt son­nige Stand­orte. Sein kräf­ti­ges Wur­zel­sys­tem erschließt auch tie­fere Boden­schich­ten, was ihm hilft, län­gere Tro­cken­pe­ri­oden zu über­ste­hen. Damit eig­net er sich beson­ders für ver­sie­gelte, urbane Stand­orte, an denen viele hei­mi­sche Stra­ßen­bäume zuneh­mend unter Stress gera­ten. Weil er im Früh­jahr ver­gleichs­weise spät aus­treibt, wird er zudem deut­lich sel­te­ner von Spät­frös­ten geschä­digt – ein Vor­teil in Zei­ten mil­der Win­ter mit plötz­li­chen Kälterückfällen.

Mit einer Wuchs­höhe von zehn bis 15 Metern lässt sich der Trom­pe­ten­baum sowohl in Grün­an­la­gen wie dem Zoo­park als auch an Stra­ßen pflan­zen. Eine beson­ders ein­drucks­volle Allee älte­rer Exem­plare fin­det sich im Som­mer an der Lothar­straße in Niederkassel.

Wich­tige Nah­rungs­quelle für Insek­ten im Hochsommer

Auch für die Arten­viel­falt im Stadt­ge­biet spielt der Baum eine wich­tige Rolle. Seine Blüte erreicht ihren Höhe­punkt erst im Juni und Juli, wenn viele andere Bäume und Pflan­zen bereits ver­blüht sind. Damit schließt der Trom­pe­ten­baum eine Nah­rungs­lü­cke für zahl­rei­che Insek­ten­ar­ten in den Som­mer­mo­na­ten. Auch Blät­ter, Rinde und Äste bie­ten Lebens­raum und Schutz für Insekten.

Umge­stürzt und trotz­dem lebendig

Ein beson­de­res Exem­plar im Zoo­park hat sich inzwi­schen zum heim­li­chen Wahr­zei­chen ent­wi­ckelt: ein umge­stürz­ter Trom­pe­ten­baum, der trotz sei­ner Lage wei­ter­lebt. Mög­lich macht das die soge­nannte Lebens­li­nie – ein schma­ler Strei­fen intak­ter Rinde, über den Was­ser und Nähr­stoffe wei­ter­hin zur Krone gelan­gen. Solange diese Ver­bin­dung besteht, kann der Baum über­le­ben. Zugleich ist der Stamm ein Zeug­nis ver­gan­ge­ner Baum­pfle­ge­pra­xis: Im Inne­ren fin­den sich noch Reste einer frü­he­ren Beton­fül­lung, wie sie im Rah­men der heute als über­holt gel­ten­den Baum­chir­ur­gie üblich war. Bei die­sem his­to­ri­schen Ver­fah­ren wur­den Ver­let­zun­gen im Stamm ähn­lich wie in der Human­me­di­zin ope­ra­tiv behan­delt und mit Beton ver­füllt. Inzwi­schen ist bekannt, dass sol­che Ein­griffe die natür­li­chen Abwehr­me­cha­nis­men des Bau­mes stö­ren und sei­nen Ver­fall eher beschleu­ni­gen als aufhalten.

Füh­rung durch den Baum­lehr­pfad im Zoopark

Wer mehr über den Trom­pe­ten­baum und wei­tere Zukunfts­bäume erfah­ren möchte, kann an einer Füh­rung des Gar­ten­amts durch den Zoo­park teil­neh­men. Sie fin­det am Frei­tag, 24. Juli, um 13 Uhr statt. Treff­punkt ist der umge­stürzte Trom­pe­ten­baum als heim­li­ches Wahr­zei­chen des Parks.

Die Serie “Sechs Wochen – sechs Zukunfts­bäume für Düs­sel­dorf” wird in den kom­men­den Wochen fort­ge­setzt. In Folge 2 geht es um den Feld­ahorn, gefolgt von Unga­ri­scher Eiche, Ginkgo, Pur­pur-Erle und Blasenbaum.