
Rheinkirmes 2026 © Lokalbüro
Von Manfred Fammler
Zwei Drohnenshows, das seit Jahren schönste Feuerwerk und ein Schützenchef mit einer neuen Kette ließen den Veranstalter eine durchweg positive Bilanz der Kirmes ziehen. Ein leichtes Plus auf 4,1 Millionen Besucher rundete den Erfolg der zehntägigen Veranstaltung auf den Rheinwiesen ab.
Dabei sind dies nur zwei Zahnräder in der Veranstaltung, bei der viele Maßnahmen und Ereignisse ineinandergreifen. Besonders das Verkehrs- und Lärmkonzept steht dabei alljährlich im Fokus. In diesem Jahr wurde nämlich die Düsseldorfer Straße in Oberkassel nur für Anwohner freigegeben. Was positiv für das linksrheinische Quartier war, zeigte sich zeitweise negativ auf der Rheinkniebrücke. Dort bildete sich zu Stoßzeiten eine lange Schlange an Fahrzeugen, die unbedingt mit ihrem Wagen in die „verbotene Zone“ fahren wollten und dadurch die Fahrspuren verstopften. Ob aus Unwissenheit oder Dreistigkeit, sei dahingestellt. Die „Verkehrsberater“ erhielten jedoch viel Redezeit. Das Düsseldorfer Amt für Verkehrsmanagement plant derweil bereits fürs nächste Jahr. Dirk Bommes: „Wir werden in größerer Entfernung Verkehrsschilder aufstellen, die auf die Durchfahrtsbeschränkung hinweisen.“ Dabei verwies er aber auf die Windverhältnisse auf der Brücke und die damit verbundene Sicherung der Schilder. Generell hätten sich die Änderungen gegenüber dem letzten Jahr jedoch positiv ausgewirkt.
Darauf verwiesen die Schützen von 1316 als Veranstalter bei einem weiteren schwergewichtigen Thema: der Lärmproblematik. Laut Sven Gerling, Geschäftsführer der Schützen GmbH, habe es nur zwei Verstöße gegeben. Diese wären während der regulären Öffnungszeiten festgestellt und nach einer Ermahnung abgestellt worden. Beschwerden von lautstarken Kirmesbesuchern in den Wohngebieten habe es dagegen nicht gegeben.
Dieses Fazit zogen die Beteiligten im Einzelnen:
Schützenchef Stadtmitte Andreas-Paul Stieber: „Ich bin gefragt worden, was für mich das schönste Fahrgeschäft, das schönste Erlebnis auf diesem Platz ist, und da kam es mir sofort in den Sinn zu sagen: Jedes lächelnde Gesicht, das mir entgegenkommt, macht diese Kirmes zu dem, was sie ist. Sie ist eine friedliche Familienkirmes mit anerkanntermaßen der niedrigsten Kriminalitätsrate aller Volksfeste und mit dem ordentlichsten und angenehmsten Gesamterscheinungsbild. Das allein ist ein Wert an sich.“
Manfred Kirschenstein, Platzkommission: „Das Konzept des Familiencampus hat auch in diesem Jahr wieder funktioniert. Und die Schranken vor den Geschäften und speziell auch – wir wurden gestern auch darauf angesprochen –, dass wir sehr viele Kindergeschäfte haben und sehr ausgewogen und auch schöne Kindergeschäfte. Das Feedback der 300 Schausteller ist durchgehend positiv. Positiv bezogen auf die Zahlen, die Besucherzahlen. Positiv auf die Umsätze und auch positiv auf den allgemeinen Verlauf der Kirmes.“
Sven Gerling, Geschäftsführer St. Sebastianus Veranstaltungs GmbH: „Positiv vernehmen wir die Rückmeldung auch von den Schaustellern über die Entkoppelung der ersten Drohnenshow vom Kirmesstart.
Am Dienstag war es voll auf der Kirmes. Somit war das neue Konzept ein voller Erfolg. Wir werden es sicherlich noch analysieren, aber unsere Meinung ist, dass wir daran festhalten können. Das neue Sicherheitskonzept rund um das Feuerwerk hat auch überzeugt.
Zum Thema Lärm, das als ein bedrohliches Schwert von Anfang an über dieser Kirmes lag: Unser Team hat in Verbindung mit dem Ordnungsamt mehrfach täglich, vor allen Dingen in den Abendstunden, Hörschallmessungen am Kaiser-Wilhelm-Ring gemacht. Bis auf zwei kleine Meldungen, einmal am Freitag und am gestrigen Abend, hatten wir zu keiner Zeit Verstöße gegen die zugelassenen Höchstschallwerte.“
Schützenoberst Torsten Peters: „Wir haben zehn Tage auf der Rheinkirmes genossen. Es konnten alle Schießwettbewerbe bei herrlichstem Wetter stattfinden. Wir konnten mit Karl-Heinz Schmidt einen neuen Schützenkönig ermitteln, dies war ein besonderes Highlight.
Aber auch der Seniorennachmittag war sehr schön, da wir unseren Senioren und Seniorinnen unbeschwerte Stunden bescheren konnten.
Wir kommen ja mehr oder weniger aus der Altstadt und sind vor 125 Jahren vom Golzheimer Park auf die Düsseldorfer Rheinwiese gezogen. Wir sind hier zentral und in der Mitte von Düsseldorf angekommen.“
Polizeidirektor Oliver Strudthoff, Polizeidirektion Mitte: „Wir reden hier über die Dimension einer Großstadt, aber ohne die Kriminalität einer Großstadt. Wir haben bis gestern Abend 69 Straftaten ermittelt. Wir haben ein paar Körperverletzungsdelikte mehr als letztes Jahr. Aber trotzdem reden wir in einer Dimension von 26 Delikten bei über vier Millionen Menschen. Das ist wirklich nicht viel. Alle zwölf Kinder, die vermisst wurden, wurden auch gefunden.“
Stefan Böle, Feuerwehr Düsseldorf: „Die Versorgung von verletzten Menschen ist um ungefähr 200 Fälle gesunken. Bis Samstagmorgen waren es 520 Menschen. 70 davon mussten in ein Krankenhaus transportiert werden. Das ist auf dem Niveau des letzten Jahres. Was zudem sehr erfreulich ist: Wir mussten zu keiner Feuermeldung und zu keiner technischen Hilfeleistung ausrücken. Wir ziehen eine sehr, sehr gute und positive Bilanz der Rheinkirmes.“
Heike Schuster, Rheinbahn: „Wir schätzen, dass 85 Prozent von den knapp 4,1 Millionen Kirmesgästen mit der Rheinbahn gefahren sind. Bei uns waren während der gesamten Kirmeszeit ungefähr 800 Mitarbeitende mehr als sonst im Einsatz, davon allein 500 Fahrerinnen und Fahrer. An den besucherstärksten Tagen, also zur Drohnenshow und am Feuerwerkstag, ist die Fähre gefahren. Das hat zu einer deutlichen Entlastung am Luegplatz geführt. Die Kirmesgäste haben die Fähre sehr gut angenommen, haben sie gelobt und haben sich über sie gefreut. Sie wird im nächsten Jahr wiederkommen.“
Dirk Bommes, Verkehrsmanagement Stadt Düsseldorf: „Insbesondere im Anwohnerschutz führte die erstmalige Verschiebung der Beratungsstelle auf die Rheinkniebrücke dazu, dass die Düsseldorfer Straße passierbar wurde, nachdem man den Einfahrtspunkt passiert hatte. Auch die Rheinbahn hat sich gefreut, dass sie nicht traditionell lange im Stau stehen musste, sondern ihre Fahrpläne bis auf ein paar Minütchen einhalten konnte. Das System der Verkehrsberater etabliert sich daher von Jahr zu Jahr mehr.
Die Sperrung der Brücken hat ebenso gut funktioniert. Wir konnten sogar, während die meisten Zuschauer sich das Feuerwerk anguckten, einige Instandsetzungsarbeiten durchführen lassen. Damit vermieden wir eine Vollsperrung in naher Zukunft.“
Gerold Lübken, Ordnungsamt: „Im linksrheinischen Anwohnerschutzgebiet war wieder gut zu tun. Die Kollegen haben insgesamt 5.264 Maßnahmen einleiten müssen. (Anstieg um über 1.000 Fälle auch durch mehr Personaleinsatz; Anm. d. Red.) Dagegen ist die Zahl der erwischten Wildpinkler von 223 im Jahr 2025 auf 146 gesunken. Und noch ein Wort zum Lärm und zu den Schließzeiten der Kirmes. Wir haben, wie die Kirmesverwaltung, Messungen vorgenommen. Trotzdem haben uns vier Beschwerden erreicht. Das ist über die Länge der Kirmes betrachtet so gut wie nichts. Von diesen Beschwerden waren die meisten nicht einmal wegen der Lautstärke, sondern weil die Bässe in einigen Festzelten oder Fahrgeschäften zu stark eingestellt waren. Ein Thema ebenfalls im Vorfeld der Kirmes waren die Schließzeiten. Da haben wir zwei kleinere Verstöße über die zehn Tage festgestellt.
Oliver Wilmering, Vorsitzender Düsseldorfer Schausteller: Wir sprechen in diesem Jahr von einer sehr erfolgreichen Rheinkirmes. Wir sind mit den Umsätzen sehr zufrieden. Der Dienstag war durch die Drohnenshow ein guter Tag, das sollte so bleiben. Der Schützenverein und die Platzkommission haben eine gute Mischung zwischen Innovation und Weiterentwicklung, aber auch von Tradition und Volksfestcharakter gefunden. Wir haben die Kirmes und das Schützenfest in Verbindung mit den Zelten und den Hausbrauereien nochmal ein anderes Publikum auf die Rheinwiesen geholt. Hier wurde eine gesunde Mischung gefunden.

Abschluss Rhein Kirmes 2026