
Symbolbild Bundespolizei Wache Düsseldorf © Lokalbüro
Ein dreister Diebstahl im ICE nach Amsterdam ist am Samstagabend am Düsseldorfer Hauptbahnhof für einen 21-jährigen Libyer mit einer vorläufigen Festnahme geendet. Zivilfahnder der Bundespolizei hatten den Mann bereits während der Zugfahrt im Visier, nachdem er auffällig nach möglichen Opfern Ausschau gehalten hatte.
Gegen 20.30 Uhr lief der ICE 224 in Richtung Amsterdam Centraal in den Hauptbahnhof Düsseldorf ein. Nach Beobachtungen der eingesetzten Fahnder nutzte der Tatverdächtige den kurzen Moment, um einem 42-jährigen Mitreisenden den Rucksack aus der Gepäckablage zu nehmen und gegen ein ähnlich aussehendes eigenes Exemplar auszutauschen. Anschließend verließ er unbemerkt den Zug und flüchtete in Richtung Stadtgebiet.
Die zivilen Kräfte der Bundespolizei nahmen die Verfolgung auf und konnten den 21-Jährigen im Düsseldorfer Stadtgebiet stellen. Bei seiner Festnahme fanden die Beamten ein Taschenmesser bei ihm. Im entwendeten Rucksack befanden sich unter anderem Wertgegenstände, Bargeld und Ausweisdokumente – ein Schaden, der auf rund 1500 Euro geschätzt wird.
Der Geschädigte selbst hatte den Diebstahl zunächst gar nicht bemerkt. Erst nachdem die Bundespolizei ihn kontaktierte, begab er sich zum Bundespolizeirevier Düsseldorf, wo er sein Eigentum vollständig zurückerhielt. Der Tatverdächtige wurde nach Abschluss der Maßnahmen zur Haftvorführung am Folgetag ins Polizeigewahrsam Düsseldorf gebracht. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen des Verdachts eines besonders schweren Falls des Diebstahls.
Die Masche: Rucksack-Austausch als Trickdiebstahl
Bei der angewandten Methode handelt es sich um den sogenannten „Rucksack-Austausch”. Dabei platzieren Täter während der Fahrt einen eigenen, oft wertlosen Rucksack in der Nähe des eigentlichen Ziels. Kurz vor dem Ausstieg wird dieser unauffällig gegen das Gepäckstück des Opfers vertauscht, sodass zunächst der Eindruck einer bloßen Verwechslung entsteht. Genau diese Verzögerung nutzen die Täter aus: Viele Betroffene bemerken den Diebstahl erst mit erheblicher Zeitverzögerung oder gehen zunächst irrtümlich von einer Verwechslung aus, wodurch die Anzeige entsprechend spät erfolgt.
Die Bundespolizei rät Reisenden dringend, Gepäckstücke niemals unbeaufsichtigt zu lassen und ausreichend Abstand zu fremden Personen zu halten. Bargeld und Zahlungskarten sollten nur in tatsächlich benötigter Menge mitgeführt und möglichst körpernah verstaut werden. Auch Wertgegenstände, Ausweise, Zahlungsmittel und Mobiltelefone gehören stets am Körper oder in unmittelbarer Reichweite verwahrt. Ein weiterer Tipp der Ermittler: Taschen so tragen, dass die Verschlussseite zum eigenen Körper zeigt.