So niedrig stand das Wasser im Rhein hier noch nie © Olaf Oidtmann
So niedrig stand das Wasser im Rhein hier noch nie © Olaf Oidtmann
So niedrig stand das Wasser im Rhein hier noch nie © Olaf Oidtmann

13 Zen­ti­me­ter zeigt der Pegel am Sams­tag in Düs­sel­dorf. So nied­rig stand das Was­ser im Rhein hier noch nie. Für die Men­schen am Rhein­ufer ist das ein unge­wöhn­li­cher Anblick – für die Schiff­fahrt wird das extreme Nied­rig­was­ser zuneh­mend zum Problem.

Düs­sel­dorf und der Rhein – das gehört zusam­men. Die Rhein­ufer­pro­me­nade, der Burg­platz, die Alt­stadt und der Blick von der Ober­kas­se­ler Brü­cke auf den Strom prä­gen das Bild der Stadt. Doch der­zeit zeigt sich der Rhein von einer völ­lig ande­ren Seite. Er führt so wenig Was­ser wie kaum jemals zuvor.

Am Sams­tag­mor­gen lag der Was­ser­stand am Düs­sel­dor­fer Pegel bei 13 Zen­ti­me­tern. Damit wurde der bis­her nied­rigste bekannte Wert deut­lich unter­schrit­ten. Der lag bei 23 Zen­ti­me­tern und wurde am 23. Okto­ber 2018 gemes­sen. Die aktu­el­len Daten der Was­ser­stra­ßen- und Schiff­fahrts­ver­wal­tung zei­gen zugleich, dass der Pegel im Laufe des Tages wie­der leicht stei­gen soll. Für den Nach­mit­tag wer­den 15 Zen­ti­me­ter erwartet.

Wer am Rhein unter­wegs ist, kann das unge­wöhn­li­che Nied­rig­was­ser mit eige­nen Augen sehen. An den Ufern wer­den Berei­che sicht­bar, die sonst vom Was­ser bedeckt sind. Kies und Sand tre­ten her­vor, das Fluss­bett wirkt brei­ter und der eigent­li­che Strom schma­ler. Beson­ders deut­lich wird der Unter­schied dort, wo die Men­schen den Rhein nor­ma­ler­weise als mäch­ti­gen Strom erleben.

Dabei bedeu­ten 13 Zen­ti­me­ter nicht, dass der Rhein in Düs­sel­dorf nur 13 Zen­ti­me­ter tief ist. Der Pegel­stand wird von einem fest­ge­leg­ten Pegel­null­punkt aus gemes­sen. Beim Düs­sel­dor­fer Pegel liegt die­ser bei 24,529 Metern über NHN. Die tat­säch­li­che Was­ser­tiefe des Rheins ist des­halb deut­lich größer.

Trotz­dem hat die nied­rige Zahl eine große Bedeu­tung. Der Rhein ist eine der wich­tigs­ten Was­ser­stra­ßen Euro­pas. Bei Nied­rig­was­ser kön­nen Fracht­schiffe ihre Lade­ka­pa­zi­tät nicht mehr voll­stän­dig aus­nut­zen. Sie müs­sen weni­ger Fracht auf­neh­men, um sicher durch die fla­che­ren Berei­che der Fahr­rinne zu kom­men. Das kann zusätz­li­che Fahr­ten und höhere Trans­port­kos­ten bedeuten.

Auch Düs­sel­dorf ist davon betrof­fen. Der Rhein ist nicht nur Kulisse und Frei­zeit­ge­biet, son­dern eine wich­tige Ver­kehrs­ader für die Wirt­schaft der Region. Im Düs­sel­dor­fer Hafen wer­den Güter umge­schla­gen, Schiffe brin­gen Waren fluss­auf­wärts und fluss­ab­wärts. Je weni­ger Was­ser der Strom führt, desto schwie­ri­ger wird die­ser Transport.

Der aktu­elle Wert ist des­halb mehr als eine inter­es­sante Zahl für die Sta­tis­tik. Er zeigt, wie stark sich der Zustand des Rheins ver­än­dern kann. Der mitt­lere Was­ser­stand am Düs­sel­dor­fer Pegel liegt bei 257 Zen­ti­me­tern. Der aktu­elle Wert von 13 Zen­ti­me­tern liegt damit weit darunter.

Und eine schnelle Ent­span­nung ist der­zeit nicht in Sicht. Die amt­li­che Vor­her­sage geht für die kom­men­den Tage wei­ter­hin von extrem nied­ri­gen Was­ser­stän­den aus. Für Sonn­tag wer­den am Düs­sel­dor­fer Pegel Werte um 17 Zen­ti­me­ter erwar­tet, anschlie­ßend soll der Was­ser­stand zunächst auf die­sem sehr nied­ri­gen Niveau bleiben.

Für Düs­sel­dorf bedeu­tet das ein unge­wöhn­li­ches Som­mer­bild. Dort, wo sonst große Schiffe vor­bei­zie­hen und das Was­ser bis dicht an die Ufer reicht, zeigt der Rhein plötz­lich seine andere Seite. Der Strom, der der Stadt ihren Namen als Rhein­stadt mit­prägt, zieht sich sicht­bar zurück.

13 Zen­ti­me­ter – eine kleine Zahl mit gro­ßer Wir­kung. Düs­sel­dorf erlebt der­zeit einen Rhein, wie ihn viele Men­schen noch nie gese­hen haben.