Düsseldorf startet Kampagne gegen Einsamkeit bei jungen Erwachsenen

In Düsseldorf startet heute, 5. Oktober 2026, erneut eine stadtweite Informations- und Sensibilisierungskampagne gegen Einsamkeit. Zum Auftakt gaben (v.l.n.r.) Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Roswitha Grimm, Abteilungsleitung Familienförderung im Amt für Soziales und Jugend, und Stephan Glaremin, Leiter des Amtes für Soziales und Jugend, den Startschuss. © Landeshauptstadt Düsseldorf/Melanie Zanin
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat heute, am 5. Oktober 2026, erneut eine stadtweite Informations- und Sensibilisierungskampagne gegen Einsamkeit gestartet. Anders als im vergangenen Jahr, als das Amt für Soziales und Jugend ältere Menschen in den Mittelpunkt stellte, richtet sich die neue Aktion unter dem Titel “Gemeinsam mehr erleben” an junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller (CDU) machte zum Auftakt deutlich, worum es der Stadt geht. “Einsamkeit darf auch bei jungen Menschen kein Tabuthema sein”, sagte er. Die Kampagne solle jungen Düsseldorferinnen und Düsseldorfern zeigen, dass sie mit diesen Gefühlen nicht allein seien. Die Stadt biete vielfältige Anlaufstellen und Unterstützung. Man wolle Mut machen, diese Angebote zu nutzen, neue Begegnungen zu ermöglichen und frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ein wachsendes Problem
Hintergrund der Aktion ist eine Entwicklung, die Fachleute seit Jahren beobachten. Nach dem Einsamkeitsbarometer der Bundesregierung fühlen sich gerade junge Erwachsene überdurchschnittlich häufig einsam. Auch die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie Erhebungen des Deutschen Jugendinstituts kommen zu dem Ergebnis, dass Einsamkeit und soziale Isolation bei jungen Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Die Ursachen sind vielfältig: Der Übergang von der Schule in Ausbildung, Studium oder Beruf, die Suche nach Orientierung und Zugehörigkeit sowie der Druck in einer zunehmend digitalisierten Welt können das Gefühl, allein zu sein, verstärken.
Angebote sichtbarer machen
In Düsseldorf gibt es bereits ein breites Spektrum an Beratungs- und Unterstützungsangeboten, getragen von der Jugendhilfe, freien Trägern, dem Gesundheitswesen sowie den Bereichen Kultur und Sport. Die Kampagne soll diese Angebote für junge Menschen sichtbarer und leichter zugänglich machen. Zugleich sollen sie stärker miteinander vernetzt und über eine abgestimmte Kommunikationsstrategie bekannter werden. Ein zentrales Anliegen ist es, Hemmschwellen abzubauen und Betroffene zu ermutigen, sich früh Hilfe zu holen.
Plakate, QR-Code und Soziale Medien
Die Stadt setzt dabei auf eine Mischung aus analogen und digitalen Maßnahmen. Vom 5. bis 16. Oktober sowie vom 2. bis 9. November 2026 werden Plakate mit zwei Motiven auf verschiedenen Werbeflächen im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein. Jeder Werbeträger trägt einen QR-Code, der zur Internetseite www.duesseldorf.de/kiju/gemeinsam führt. Dort finden junge Menschen gebündelte Informationen zu digitalen Zugängen, Beratungsangeboten, Möglichkeiten der sozialen Teilhabe und Hilfen in Krisensituationen. Die Seite lässt sich anonym, mobil optimiert und ohne Zugangshürden nutzen.
Parallel läuft die Kampagne in den Sozialen Medien. Digitale Plattformen wie “Between the Lines” und “You-Pod” vernetzen gezielt ihre Angebote, um junge Menschen in ihren digitalen Lebenswelten zu erreichen.
Breites Bündnis
Umgesetzt wird die Kampagne vom Amt für Soziales und Jugend gemeinsam mit dem Gesundheitsamt, dem Jugendrat, dem Behindertenrat, dem Jugendring und “Between the Lines”. Mit im Boot sind außerdem die Heinrich-Heine-Universität, die Hochschule Düsseldorf, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer sowie das Düsseldorfer Netzwerk gegen Einsamkeit.