
Anfang dieser Woche durfte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gemeinsam mit Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a.D. und Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, der Beigeordnete für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf, Miriam Koch, und dem Antisemitismusbeauftragten der Landeshauptstadt Düsseldorf, Wolfgang Rolshoven, die Delegation im Jan-Wellem-Saal des Rathauses begrüßen. © Landeshauptstadt Düsseldorf/ David Young
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich offiziell als Standort für das erste Yad Vashem Education Center außerhalb Israels beworben. Der Rat der Stadt beschloss am 11. Dezember 2025 einstimmig, eine entsprechende Bewerbung einzureichen. Vorgeschlagen wird die städtische Immobilie an der Münsterstraße, das frühere Haus des Jungen Schauspiels.
Oberbürgermeister Stephan Keller bezeichnete die mögliche Ansiedlung als „besondere Entscheidung“ und als „Versprechen und moralische Verpflichtung“. Düsseldorf lebe eine aktive Erinnerungskultur, betonte Keller, und setze der Zunahme von Antisemitismus konsequente Bildungsarbeit entgegen. Ein Yad Vashem Education Center würde diese Arbeit „auf eine neue Ebene heben – über die Stadt‑, Landes- und Bundesgrenzen hinaus“.
Düsseldorf verfügt mit der Jüdischen Gemeinde über die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Die Stadt engagiert sich seit Jahren mit der Mahn- und Gedenkstätte, einem eigenen Antisemitismusbeauftragten und zahlreichen Präventionsprogrammen gegen Judenfeindlichkeit und für demokratische Bildung.
Der Aufbau des Zentrums wird von der Bundesregierung unterstützt. Nordrhein-Westfalen gehört – neben Sachsen und Bayern – zu den drei Ländern, die als Standort in die engere Auswahl gekommen sind. Auch der NRW-Landtag hat die Bewerbung befürwortet. Eine Delegation von Yad Vashem besuchte jüngst mehrere Orte im Land, darunter Düsseldorf, und besichtigte die mögliche Liegenschaft an der Münsterstraße.
Die endgültige Entscheidung über den Standort wird im ersten Halbjahr 2026 erwartet.


