
Das Gesundheitsamt Düsseldorf hat Streetworkerinnen und Streetworker sowie Mitarbeitende der Drogenhilfe, des Ordnungsamtes und von Obdachlosenunterkünften zu einer Drogennotfallschulung eingeladen. Dabei haben die Teilnehmenden unter anderem den Umgang mit Naxolon-Nasenspray erlernt sowie die Reanimation bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand geübt. © Gesundheitsamt Düsseldorf
Streetworker und Mitarbeiter des Ordnungsamtes erhalten Nasenspray und Erste-Hilfe-Training
Düsseldorf. Mit einem speziellen Nasenspray sollen Streetworker, Mitarbeiter der Drogenhilfe, des Ordnungsamtes und von Obdachlosenunterkünften künftig schneller auf lebensbedrohliche Drogennotfälle reagieren können. Das Gesundheitsamt Düsseldorf hat Beschäftigte, die regelmäßig Kontakt zur offenen Drogenszene haben, zu einer Schulung eingeladen. Ziel ist es, sie auf den Umgang mit Überdosierungen vorzubereiten.
Im Mittelpunkt der Fortbildung stand der Einsatz von Naloxon. Das Medikament kann die atemlähmende Wirkung von Opioiden innerhalb weniger Minuten aufheben und wird als Nasenspray verabreicht. Jeder Teilnehmer erhielt im Anschluss ein Spray, um im Ernstfall sofort helfen zu können. Darüber hinaus wurden grundlegende Maßnahmen der Ersten Hilfe vermittelt. An Trainingspuppen übten die Teilnehmer unter anderem die Wiederbelebung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand.
„In Düsseldorf ist in den vergangenen Jahren eine deutliche Veränderung der offenen Drogenszene festzustellen“, sagt Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur, Integration und Gesundheit. Neben einer stärkeren Präsenz im öffentlichen Raum habe sich auch das Konsumverhalten verändert. Zu klassischen Opiaten komme zunehmend Mischkonsum mit synthetischen Substanzen und hochpotenten Opioiden hinzu. Dadurch entstünden häufiger akute gesundheitliche Notlagen.
Gerade besonders hilfsbedürftige Menschen würden in solchen Situationen oft nicht oder erst verspätet medizinisch versorgt, so Koch. Das Naloxon-Spray ermögliche es den geschulten Kräften, schnell und unkompliziert einzugreifen und Leben zu retten.
Opioide wie Heroin oder Fentanyl können den Atemantrieb stark dämpfen. Betroffene atmen dann nur noch sehr langsam oder gar nicht mehr, was innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich werden kann. Naloxon wirkt als Gegenmittel und hebt die Wirkung der Opioide auf. Das Präparat gilt als einfach anzuwenden und ist auch für medizinische Laien geeignet.
Die Schulung ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt und dem Düsseldorfer Hilfenetz für Wohnungslose und Suchtkranke entstanden. Inzwischen wurden weitere Akteure einbezogen, darunter Streetworker und das Ordnungsamt. Im Laufe des Jahres sind weitere Termine geplant.
Ein zusätzlicher Effekt der Fortbildung: Die Teilnehmer gehören nun zu einem qualifizierten Personenkreis, der sich bei der Initiative „Region der Lebensretter“ registrieren kann. Über eine Ersthelfer-App werden registrierte Helfer informiert, wenn in ihrer Nähe ein Notruf wegen eines Herz-Kreislauf-Stillstands eingeht. So können sie unter Umständen noch vor dem Rettungsdienst Erste Hilfe leisten.


