
Bis zum 15. April haben Auto‑, Motorrad- und Radfahrer noch zu warten. Dann soll die Fähre bei Kaiserswerth wieder den Betrieb aufnehmen. © Manfred Fammler
Sonntagnachmittag in Düsseldorf. Die Frühlingssonne wärmt, Fortuna darbt gegen Berlin, und ein beliebter Fahrradausflugsweg mutiert zur Sackgasse.
Wer über einen einstündigen Zeitraum mit Kaffee und einem Gespritzten das Treiben auf der Meerbuscher Seite am Anleger der Fähre betrachtete, bekam vom dauerhaften Kopfschütteln über die Zustände vor Ort beinahe einen Nackenschaden. Zahlreiche Fahrradfahrer standen vor einer mit rotem Flatterband versehenen Leine und staunten ungläubig – darüber, dass keine Fähre fuhr, darüber, dass es keinerlei Informationen dazu gab, aber noch mehr über die Untätigkeit der Spitze der zweitgrößten Stadt in Nordrhein-Westfalen, das Fähren-Aus in den Griff zu bekommen.
Warum hat die Rheinbahn diese Aufgabe nicht übernommen?, wurde gefragt. Und wenn es schon keine Autofähre sein muss – vielleicht eine Personen- und Fahrradfähre, wie es sie einst in Uedesheim gab? Ist dies nicht auch ein Thema für eine fahrradaffine Partei, die den Ausbau des Radwegenetzes oder überteuerte Mobilstationen ernster nimmt als den sozialen Wohnungsbau?
Doch es keimt Hoffnung auf. „Wir beabsichtigen, ab dem 15. April den Fährbetrieb wieder aufzunehmen“, heißt es auf der Webseite der Rheinfähre. Datiert ist die Information vom 22. März 2026, also taufrisch. Und weiter: „Sicher ist es noch nicht, aber wir arbeiten daran.“
Doch wenn bereits jetzt der Fahrplan bis Dezember dieses Jahres veröffentlicht wird – was kann dann noch schiefgehen?
„Es wird sich einiges ändern“, wird versprochen. Zum Beispiel neue Zeiten: Da in der ersten halben Stunde, sprich ab sieben Uhr morgens, kaum Kunden kamen, beginnt die erste Überfahrt nun erst um 7:30 Uhr von der Langster Seite. Neu ist ebenso die Kartenzahlung – und erhöhte Preise.
Da derzeit Bomben und Granaten im Iran einschlagen, wird die Fahrt um 20 Cent teurer, was auch für Mehrfahrtenkarten gilt, „da sich in kürzester Zeit die Kraftstoffpreise für uns verdoppelt haben“. Der Betreiber verspricht jedoch: „Diese Anpassung wird monatlich überprüft und entsprechend korrigiert! Das ist keine versteckte Fahrpreiserhöhung!“
Sei’s drum – Hauptsache, die Fähre fährt, und aus der Sackgasse wird wieder ein Rundweg oder einfach wieder eine der schönsten Möglichkeiten, den Rhein zu queren.


