© 2026 Lokalbüro / KI-generiertes Bild mit ChatGPT

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Der Online­han­del boomt – und mit ihm die Zahl betrü­ge­ri­scher Inter­net­sei­ten. Ein zen­tra­les Instru­ment im Kampf gegen diese Ent­wick­lung kommt aus Nord­rhein-West­fa­len: Der soge­nannte Fake­shop-Fin­der hat nun einen Mei­len­stein erreicht. Mehr als 100.000 gefälschte Online-Shops wur­den mit Hilfe des Tools bereits identifiziert.

Seit sei­nem Start im August 2022 hat sich das Ange­bot der Ver­brau­cher­zen­trale NRW zu einem der meist­ge­nutz­ten digi­ta­len Werk­zeuge für siche­res Ein­kau­fen im Inter­net ent­wi­ckelt. Rund 10,75 Mil­lio­nen Mal grif­fen Nut­zer bis­lang auf den Dienst zurück. Finan­ziert wird das Pro­jekt vom nord­rhein-west­fä­li­schen Minis­te­rium für Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz gemein­sam mit wei­te­ren Landesministerien.

Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Silke Gori­ßen spricht von einer Erfolgs­ge­schichte „made in NRW“. Der Fake­shop-Fin­der sei für Mil­lio­nen Men­schen ein ver­läss­li­cher Beglei­ter beim Online-Shop­ping gewor­den. Zugleich macht die hohe Zahl ent­deck­ter Betrugs­sei­ten deut­lich, dass es sich längst nicht mehr um ein Rand­pro­blem han­delt. Viel­mehr agie­ren die Betrei­ber immer pro­fes­sio­nel­ler und nut­zen gezielt neue Kanäle.

Beson­ders im Fokus ste­hen dabei soziale Medien. Nach Beob­ach­tun­gen des Minis­te­ri­ums wer­ben Fake­shop-Betrei­ber ver­stärkt über Platt­for­men wie Face­book oder Insta­gram, um Nut­zer auf ihre Sei­ten zu locken. Der Fake­shop-Fin­der wurde des­halb gemein­sam mit meh­re­ren Bun­des­län­dern wei­ter­ent­wi­ckelt. Neue Funk­tio­nen sol­len hel­fen, Betrugs­ma­schen über soziale Netz­werke schnel­ler zu erken­nen und Ver­brau­cher bes­ser zu schützen.

Auch auf euro­päi­scher Ebene fin­det das Pro­jekt Aner­ken­nung. Ende Novem­ber 2025 wurde der Fake­shop-Fin­der beim Euro­pean Crime Pre­ven­tion Award in Kopen­ha­gen aus­ge­zeich­net. Im Wett­be­werb mit zahl­rei­chen Bei­trä­gen aus EU-Mit­glieds­staa­ten erreichte das nord­rhein-west­fä­li­sche Pro­jekt den drit­ten Platz. Gewür­digt wur­den ins­be­son­dere die prä­ven­ti­ven Ansätze im Kampf gegen Online-Betrug.

Tech­nisch basiert das Sys­tem auf einer auto­ma­ti­sier­ten Ana­lyse von Inter­net­sei­ten. Nut­zer kön­nen die Adresse eines Online-Shops ein­ge­ben und erhal­ten inner­halb weni­ger Sekun­den eine Ein­schät­zung. Eine künst­li­che Intel­li­genz über­prüft dabei fort­lau­fend Web­sei­ten auf typi­sche Merk­male unse­riö­ser Anbie­ter. Dazu zäh­len etwa feh­lende Impres­sen, auf­fäl­lige Zah­lungs­be­din­gun­gen oder gefälschte Steu­er­an­ga­ben. Ergänzt wird die Ana­lyse durch bekannte Lis­ten betrü­ge­ri­scher Shops.

Das Ergeb­nis wird in einer leicht ver­ständ­li­chen Ampel dar­ge­stellt: Rot warnt ein­deu­tig vor einem Kauf, Gelb mahnt zur Vor­sicht, Grün signa­li­siert keine Auffälligkeiten.

Mitt­ler­weile betei­li­gen sich neben Nord­rhein-West­fa­len zahl­rei­che wei­tere Bun­des­län­der an dem Pro­jekt. Die Ver­brau­cher­zen­tra­len aus Baden-Würt­tem­berg, Bay­ern, Ber­lin, Bran­den­burg, Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Sach­sen-Anhalt und Schles­wig-Hol­stein arbei­ten gemein­sam an der Wei­ter­ent­wick­lung des Tools.

Ange­sichts der dyna­mi­schen Ent­wick­lung im Online­han­del dürfte der Bedarf wei­ter stei­gen. Für Ver­brau­cher bleibt der Fake­shop-Fin­der damit ein wich­ti­ges Instru­ment – und für Betrü­ger ein zuneh­mend grö­ße­res Hindernis.

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