Von Manfred Fammler
Gut Ding braucht halt Weile – wenn es um öffentliche Aufträge geht, erst recht.
Nach nunmehr elf Jahren und einem mehr als verdoppelten Investitionsvolumen wurde nun das grundrenovierte und um einen Neubau erweiterte Polizeipräsidium eingeweiht. „Es ist ein tolles Gefühl, hier zu stehen“, schwärmte NRW-Innenminister Herbert Reul vor geladenen Gästen in der Rotunde.
Ursprünglich bei 80 Millionen Euro gestartet, beläuft sich die Schlussrechnung auf umgerechnet etwas mehr als 200 Millionen Euro. Dafür gab es nach insgesamt elf Jahren einen Neubau, 466 Stellplätze in einer Tiefgarage und einen komplett restaurierten alten Backsteinbau an der neuen Adresse „Polizeipräsidium 1“.
„Es war eine kluge Entscheidung, zu restaurieren statt neu zu bauen“, freute sich Reul und bezeichnete den angesichts der jahrelangen Verzögerungen als „Bau mit Überlänge“ titulierten Komplex als „Prachtstück“. Das Warten habe sich gelohnt, schließlich sei es „für einen guten Zweck“ gewesen.
„Wir sind wieder da“, rief denn auch die Hausherrin, Polizeipräsidentin Miriam Brauns, den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu. „Wir sind an einer einzigartigen Lage, eingebettet im demokratischen Herz des Landes Nordrhein-Westfalen“, sagte sie nicht ohne Stolz. Sie erinnerte an ihr Credo von Bürgernähe und einer nahbaren Polizei, aber auch an die bitteren Momente, in denen die Düsseldorfer Ordnungshüter ihre eigentliche Aufgabe nicht erfüllten.
Zum Hintergrund: Während der Umbauarbeiten des Präsidiums wurde die Geschichte der Polizei und ihres damaligen Präsidenten, Franz Jürgens, während der NS-Herrschaft intensiv durchleuchtet und aufgearbeitet. Historische Untersuchungen zeigten, dass er auch in NS-Verbrechen verwickelt war. „In der Reichspogromnacht haben wir nicht geholfen“, sagte Brauns.
Als tägliche Mahnung und zugleich demokratischer Auftrag sind nun in der Rotunde die Adressen zu lesen, an denen die Polizei am 9. November 1938 nicht half.
Überhaupt Demokratie: Sowohl Reul als auch Brauns warnten vor Kräften, die dieses Staatsprinzip aushöhlen wollen. Brauns: „Es ist Aufgabe der Polizei, es zu beschützen.“
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