
Description Impressionen der neuen Sonderausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren” im Theatermuseum © Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
Im Theatermuseum Düsseldorf ist ab Freitag eine neue Sonderausstellung zu sehen, die den kulturellen Umbruch der 1920er Jahre in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Titel „Bühnenkunst in den 1920er Jahren“ widmet sich die Schau bis zum 6. September 2026 der Entwicklung von Bühnen- und Kostümbild als eigenständige Kunstform. Eröffnet wird die Ausstellung am 17. April um 18 Uhr von der Düsseldorfer Kulturdezernentin Miriam Koch.
Mit rund 150 Exponaten, überwiegend aus der eigenen Sammlung, zeichnet das Museum die künstlerische Aufbruchsstimmung der Zeit nach. Im Fokus steht der Einfluss der modernen Kultur der Weimarer Republik auf die Theaterlandschaft. Die 1920er Jahre gelten als Phase tiefgreifender Veränderungen – auch in Düsseldorf: Mit der Wiedereröffnung des Schauspielhauses im Jahr 1924 und neuen Impulsen an den Städtischen Bühnen entwickelte sich die Szene rasant weiter. Maßgeblich geprägt wurde diese Entwicklung durch den Intendanten Walter Bruno Itz, der moderne künstlerische Strömungen etablierte.
Auch die Kunstakademie Düsseldorf spielte eine zentrale Rolle. Dort wurde Mitte der 1920er Jahre erstmals eine eigene Klasse für Bühnenkunst eingerichtet – ein Zeichen dafür, dass Bühnen- und Kostümbild nicht länger nur als Handwerk galten, sondern als eigenständige künstlerische Disziplin anerkannt wurden. Die Ausstellung greift diese Entwicklung auf und zeigt, wie eng der kulturelle Aufbruch mit einem neuen Verständnis von Theater verbunden war.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf drei historischen Theaterausstellungen, die als Meilensteine der Bühnenkunst gelten: 1910 in Berlin, 1921 in Amsterdam und 1927 in Magdeburg. Während in Berlin Bühnenräume und Kostüme noch eine Ausnahme darstellten, rückten sie in Amsterdam bereits stärker in den Fokus eines internationalen Vergleichs. Die Deutsche Theaterausstellung 1927 in Magdeburg schließlich setzte neue Maßstäbe und unterstrich die Bedeutung des Rheinlands als Zentrum moderner Theaterentwicklung.
Neben der historischen Einordnung wagt die Ausstellung auch einen kritischen Blick: So wird die Rolle des Bühnenbilds im Kontext nationalsozialistischer Ideologie thematisiert. Ergänzt wird die Schau durch ein Begleitbuch, das die kulturhistorischen Hintergründe vertieft.
Darüber hinaus schlagen mehrere Projekte eine Brücke in die Gegenwart. Das Berliner Atelier Pink Passion rekonstruierte ein historisches Kostüm der Schauspielerin Louise Dumont, das bislang nur auf Fotografien überliefert war. Ergänzt wird diese Arbeit durch ein modernes Design des Künstlers Rodrigo Santos Peixoto. Einen eigenen Raum gestaltete zudem die ukrainische Bühnenbild-Studentin Hanna Pakhmutova mit ihrer Collage „Echo der Zwanziger“, die zur Reflexion über die gezeigten Inhalte einlädt.
Die Ausstellung ist Teil einer Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und wird vom Kulturdezernat des Landschaftsverbands Rheinland gefördert. Geöffnet ist das Museum dienstags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr, freitags und samstags von 11 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.theater-museum.de.


